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Rechtsprechung

Täglich aktuelle Urteile von A wie Arbeitsrecht über S wie Strafrecht bis Z wie Zivilprozessrecht

BVG muss Nius-Werbung wieder zulassen
Auf Berliner Bussen und in U-Bahnen

BVG muss Nius-Werbung wieder zulassen

Die Berliner Verkehrsbetriebe müssen eine gestoppte Werbekampagne des Onlineportals Nius auf ihren Werbeflächen fortsetzen. Das hat das VG Berlin in einem Eilverfahren entschieden.

Irakisches Ehepaar wegen Völkermordes verurteilt
Versklavung jesidischer Mädchen

Irakisches Ehepaar wegen Völkermordes verurteilt

Das OLG München hat ein irakisches Ehepaar wegen der Versklavung zweier jesidischer Mädchen und der Mitgliedschaft in der Terrorvereinigung Islamischer Staat (IS) verurteilt. Der Mann erhielt lebenslang, die Frau eine Jugendstrafe von neuneinhalb Jahren.

Brief mit Ejakulat ist eigentlich ein Paket
Post aus der JVA

Brief mit Ejakulat ist eigentlich ein Paket

Weil der Brief eines Häftlings an seine Verlobte neben geistigen auch in körperlichen Ergüssen getränkt war, verhängte die JVA eine einwöchige Freizeitsperre. Vor dem LG Hagen hatte das keinen Bestand – obwohl das besamte Schriftstück streng genommen ein erlaubnispflichtiges Paket sei.

Mehr Geld für Ex-Bürgermeister – aber nicht rückwirkend
Ehrensold nach Ehrenamt

Mehr Geld für Ex-Bürgermeister – aber nicht rückwirkend

Wer als Bürgermeister ehrenamtlich tätig war, kann anschließend eine lebenslange Versorgung erhalten. Seit 2024 erhält diesen sogenannten Ehrensold auch, wer parallel noch im öffentlichen Dienst beschäftigt ist - allerdings nicht rückwirkend, so das VG Mainz.

Høiby darf vorerst in Hausarrest
Mette-Marits Sohn

Høiby darf vorerst in Hausarrest

Wende im Fall Marius Borg Høiby: Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit kommt vorerst aus dem Gefängnis – er muss aber eine elektronische Fußfessel tragen.

Kein Notwegerecht nach illegaler Erweiterung
Zufahrt zu Wochenendhaus

Kein Notwegerecht nach illegaler Erweiterung

Eine Frau kann ihr Wochenendhaus mit dem Auto nur über den Privatweg eines Nachbarn erreichen. Ein Notwegerecht steht ihr dennoch nicht zu, meint das LG Landau. Der Grund: Die Eigentümerin hatte das Gebäude illegal erweitert und lebte inzwischen dauerhaft dort.

Eisdiele im Wohngebiet ist nicht zu laut
Baurechtlich zulässig

Eisdiele im Wohngebiet ist nicht zu laut

Weil die Kundschaft zu laut und die Fahrräder zu zahlreich seien, beschwerten sich zwei Anwohner über die neue Eisdiele gegenüber. Laut dem VG Karlsruhe darf diese dort aus baurechtlicher Sicht aber betrieben werden – genau wie die Bäckerei zuvor.

Noch mehr Rechtsprechung

Mitgegangen, mitbefangen
Kollegialgerichte

Mitgegangen, mitbefangen

Eine Kammer für Handelssachen sollte über einen Bauvertrag entscheiden, den eines seiner Mitglieder als Ex-Geschäftsführer selbst zu verantworten hatte. Das OLG Brandenburg bejaht die Befangenheit – und zwar des gesamten Kollegialgerichts.

Eheführung ist keine Arbeitsleistung
Lebensversicherung in der Insolvenzmasse

Eheführung ist keine Arbeitsleistung

Ansprüche aus einer Lebensversicherung des Ex-Ehepartners bleiben Teil der Insolvenzmasse. Das hat der BGH entschieden. Eine Übertragung des Pfändungsschutzes für persönlich geleistete Dienste lehnte das Gericht ab, denn das "Führen einer Ehe" falle nicht darunter.

Bank-Hotline muss vor bekanntem Betrugsversuch warnen
Demo-Überweisung

Bank-Hotline muss vor bekanntem Betrugsversuch warnen

Nach einem Phishing-Angriff erhält ein Kunde laut dem OLG Brandenburg ein Drittel der verlorenen Summe zurück. Die Bank trage ein Mitverschulden, weil eine Mitarbeiterin nach Rücksprache am Telefon nicht vor der "Demo-Überweisung" als offensichtlicher Betrugsmasche gewarnt habe.

EuGH hält Ausnahme von Kartellverbot für möglich
DFB-Regeln für Spielervermittler

EuGH hält Ausnahme von Kartellverbot für möglich

Das DFB-Reglement für Spielervermittler sorgt seit Jahren für Streit. Nun hat der EuGH entschieden, dass ein solches Regelwerk nicht unbedingt unter das EU-Kartellverbot fallen muss. Es komme aber auf die genauen Regelungen an, die sich der BGH nochmal anschauen muss.

Geldstrafe gegen früheren Fraktionsmitarbeiter nach Deepfake-Video
Affäre in Niedersachsens CDU

Geldstrafe gegen früheren Fraktionsmitarbeiter nach Deepfake-Video

Ein CDU-Mitarbeiter hatte ein sexualisiertes KI-Video einer Kollegin erstellt und verbreitet. Seinen Job ist der Mann schon los, jetzt hat der Fall auch strafrechtliche Konsequenzen.

Niederländer dürfen Online-Ausgabe von Anne Franks Tagebuch lesen
Geoblocking und VPN-Umgehung

Niederländer dürfen Online-Ausgabe von Anne Franks Tagebuch lesen

Ein in einem Mitgliedstaat der EU gemeinfreies Werk darf trotz fortbestehenden Schutzes in einem anderen Mitgliedstaat online veröffentlicht werden – sofern eine geografische Sperre den Zugriff auf erlaubte Länder begrenzt. Das entschied der EuGH.

Bundestag kann über GKV-Reform und Heizungsgesetz abstimmen
Eilanträge von Grünen und Linken erfolglos

Bundestag kann über GKV-Reform und Heizungsgesetz abstimmen

Die Fraktion Die Linke wollte die Verabschiedung des neuen Heizungsgesetzes vor der Sommerpause stoppen. Der Zweite Senat hat ihre Organklage am Donnerstag einstimmig als unzulässig verworfen. Auch zwei Eilanträge zum GKV-Sparpaket blieben erfolglos.

Richterin billigt umstrittenen Musk-Deal mit Börsenaufsicht
Twitter-Übernahme

Richterin billigt umstrittenen Musk-Deal mit Börsenaufsicht

Hat Elon Musk viel zu spät über seine Absicht informiert, Twitter übernehmen zu wollen? Das meinte jedenfalls die US-Börsenaufsicht, die sich dann aber überraschend mit Musk einigte. Eine sichtlich frustrierte Richterin winkte den Vergleich durch.

10 Jahre Haft nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter
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Attacke auf Zugbegleiter

10 Jahre Haft nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter

Das LG Zweibrücken hat einen Bahnfahrer nach einem tödlichen Angriff auf einen Schaffner bei einer Fahrkartenkontrolle wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Die Hinterbliebenen sprechen von einem Fehlurteil und kündigen Revision beim BGH an.

Wenn Gefahr droht
Bayerisches Polizeirecht auf dem Prüfstand

Wenn Gefahr droht

Bayern ist mit seinem Polizeiaufgabengesetz einen Sonderweg gegangen und muss sich nun vor dem BVerfG dafür verantworten. In der Verhandlung ging es um Generalklauseln, Sprengstoffe und die Frage, wieviel Unschärfe erlaubt und nötig ist.