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Berufsrecht der Rechtsanwälte und Notare

Anwalts- und Notarrecht aktuell: Urteile und Nachrichten zu Anwaltszulassung, Berufspflichten, Haftung und Gebühren – Rechtsprechung und Gesetzgebung im Überblick.

"Erscheinen" setzt "körperliche Anwesenheit" im Gericht voraus
Terminsgebühr für Pflichtverteidiger

"Erscheinen" setzt "körperliche Anwesenheit" im Gericht voraus

Ein Pflichtverteidiger wollte Gebühren für zehn ausgefallene Hauptverhandlungstermine. Das OLG Koblenz stellte jedoch klar: Wer nicht im Gericht erscheint, erhält keine Terminsgebühr.

BRAK will gelockerte Kanzleipflicht
Rechtsberatung ohne Büro

BRAK will gelockerte Kanzleipflicht

Anwältinnen und Anwälte sollen künftig auch ohne dauerhaft unterhaltene Kanzleiräume arbeiten können. Die Hauptversammlung der BRAK hat eine Neufassung von § 27 BRAO vorgeschlagen, nachdem der BGH die Anforderungen 2025 verschärft hatte.

BRAK erweitert Anforderungen für drei Fachanwaltschaften
Mehr Pflichtinhalte

BRAK erweitert Anforderungen für drei Fachanwaltschaften

Wer Fachanwalt für Strafrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht oder Sportrecht werden will, muss ab sofort teils andere Kenntnisse nachweisen. Die Änderungen der Fachanwaltsordnung sind seit dem 1. Oktober in Kraft.

Was auf Sammelanderkonten zukommt
Neue Prüfpflichten ab 2027

Was auf Sammelanderkonten zukommt

Das Finanzministerium lässt Sammelanderkonten bis Ende 2027 Luft. Doch neue EU-Geldwäschevorgaben könnten dem DAV zufolge ihre Zukunft gefährden. Der Verein warnt vor überzogenen Prüfpflichten.

DAV warnt vor Aushöhlung des Mandatsgeheimnisses
Geheimdienstreform

DAV warnt vor Aushöhlung des Mandatsgeheimnisses

Wer seinen Anwalt anruft, darf sich auf Vertraulichkeit verlassen – eigentlich. Der Deutsche Anwaltverein sieht diese Garantie durch die geplante Nachrichtendienstreform in Gefahr und rügt niedrige Eingriffsschwellen und fehlende Kontrollen.

Haftbefehlseröffnung wird nur als Einzeltätigkeit vergütet
Einmalige Terminvertretung

Haftbefehlseröffnung wird nur als Einzeltätigkeit vergütet

Wer nur für die Haftbefehlseröffnung einspringt, erhält nicht die volle Pflichtverteidigervergütung: Der BGH sieht in der vertretungsweisen Beiordnung für diesen Termin vergütungsrechtlich lediglich eine Einzeltätigkeit.

B-Note
Kolumne

B-Note

Wer sich über den Stand der Dinge bei KI-halluzinierten Schriftsätzen informieren will, befragt die Datenbank von Damien Charlotin. Anfang September 2026 gab es gut 2.000 Entscheidungen weltweit, in denen Gerichte erfundene Zitate in Schriftsätzen festgestellt hatten.

Registrierkassenpflicht für die Freien Berufe?
Interview

Registrierkassenpflicht für die Freien Berufe?

Ein aktueller Gesetzentwurf auf dem Bundesfinanzministerium sorgt gerade bei den Freien Berufen für einige Aufregung. Ab 2028 soll eine Registrierkassenpflicht für bargeldintensive Branchen kommen.

Rechtsanwalt geht erfolgreich gegen RAK-Schulungseinladungen vor
"Ich wünsche keine Werbe#E#Mails"

Rechtsanwalt geht erfolgreich gegen RAK-Schulungseinladungen vor

Trotz wiederholter Beschwerden erhielt ein Rechtsanwalt Infomails über anstehende RAK-Schulungen. Das AG Karlsruhe bewertete die E-Mails in der Tat als unzulässige Werbung, Schadensersatz gebe es aber nicht.

Ein Schild im Souterrain hinter der Jalousie reicht nicht
Keine Anwaltskanzlei

Ein Schild im Souterrain hinter der Jalousie reicht nicht

Eine Kanzlei muss klar erkennbar sein. Dafür verlangt der Anwaltssenat ein Kanzleischild. Und stellt klar, dass eins im Souterrain eines Wohnhauses hinter geschlossenen Rollläden dafür ebenso wenig ausreicht wie ein gekritzelter Zettel an der Klingel.

Fax statt beA kostet Versicherungsschutz
Haftungsausschluss in Berufshaftpflicht

Fax statt beA kostet Versicherungsschutz

Ein Anwalt legte eine Beschwerde per Fax und Post ein, obwohl sie elektronisch einzureichen war. Das LG Bremen wertete dies als wissentliche Pflichtverletzung des Anwalts und wies die Klage gegen die Berufshaftpflichtversicherung ab.

Insolvenzverwalter kann sich durch eigene Sozietät vertreten lassen
RVG-Gebühren werden erstattet

Insolvenzverwalter kann sich durch eigene Sozietät vertreten lassen

Ein Insolvenzverwalter ist selbst Rechtsanwalt und lässt sich von seiner eigenen Sozietät vertreten. Die dafür anfallenden RVG-Gebühren muss der Gegner zahlen. Dass die Anwälte unter einem Kanzleidach arbeiten, steht dem nicht entgegen.

Anwalt erhält zweite Chance
beA streikt, Fax misslingt

Anwalt erhält zweite Chance

Das beA streikt, die Frist läuft ab. Ein Anwalt weicht auf ein für ihn ungewohntes Computerfax aus – und scheitert an den Formalien. Das OLG verwirft die Berufung. Der BGH fragt: Musste der Anwalt diesen Ersatzweg überhaupt beherrschen?

"Sonst funktioniert es" ist keine Entschuldigung
Einwahlproblem bei Videoverhandlung

"Sonst funktioniert es" ist keine Entschuldigung

Ein Anwalt scheitert bei zwei Terminen an der Einwahl in eine Videoverhandlung. Der BGH verlangt zwar keine IT-Kenntnisse – aber nach einem ersten Fehlschlag muss ein Anwalt sich um die Ursache kümmern. Sonst kann es mit dem Prozess vorbei sein.

DAV schlägt Reform der Kanzleipflicht vor
Keine ständigen Präsenzräume mehr

DAV schlägt Reform der Kanzleipflicht vor

Laut DAV sollen Anwälte künftig weiter eine Kanzlei betreiben müssen. Doch was damit gemeint ist, könnte sich ändern. Der Verband reagiert mit seinem Vorschlag auf ein viel diskutiertes BGH-Urteil.

Volle Transparenz in England und Wales geplant
Beschwerden gegen Kanzleien

Volle Transparenz in England und Wales geplant

Der Ombudsmann, der in England und Wales für Beschwerden gegen Anwälte zuständig ist, will seine Entscheidungen künftig vollständig veröffentlichen, einschließlich der Namen der Kanzleien und Anwälte.

"Eine klare Sprache macht bessere Anwälte"
Kommunikation zwischen Anwalt und Mandant

"Eine klare Sprache macht bessere Anwälte"

Für Laien schwer verständliches Juristendeutsch ist ein Problem in der Kommunikation zwischen Anwältinnen und Anwälten und ihrer Mandantschaft. Wie beide Seiten klarer kommunizieren und warum das auch in Schriftsätzen wichtig ist, erklärt Clemens Pichler.

Niemand bekommt Prozesskostenhilfe für sich selbst
Anwältin mit Geldproblemen

Niemand bekommt Prozesskostenhilfe für sich selbst

Die Prozesskostenhilfe soll keine Finanzspritze sein, sondern den Zugang zum Recht sichern. Das LSG Bayern erklärte die Selbstbeiordnung einer Rechtsanwältin daher für unzulässig, die um Ansprüche aus der Grundsicherung stritt.

Zur Kasse gebeten
Mögliche Registrierkassenpflicht für Anwälte

Zur Kasse gebeten

Brauchen Anwälte bald eine Registrierkasse für den Fall, dass ein Mandant mal in bar zahlen möchte? Danach sieht es zumindest laut einem Gesetzentwurf des Finanzministeriums aus. Nun schlagen Freiberufler-Verbände Alarm.

Juristen von morgen
Editorial

Juristen von morgen

Könnte der Deutsche Juristentag Fortschritte bei der Ausbildungsreform bringen? Dies hofft Tobias Freudenberg: Die Diskussion sei gründlich vorbereitet, alle betroffenen Gruppen vor Ort und der Reformdruck durch KI und Sorgen um den Rechtsstaat hoch.

Berufsgeheimnis in Gefahr
Aus der Anwaltschaft

Berufsgeheimnis in Gefahr

Die Nachrichtendienste sollen künftig mehr Befugnisse erhalten, etwa zum heimlichen Abhören und Absaugen von Informationen. Welche Auswirkungen haben diese staatlichen Überwachungseingriffe auf den Schutz der Vertraulichkeit des Anwaltsmandats und wer kontrolliert sie?

Digitalisierung ersetzt keine Ortskenntnis
Notar muss am Ort bleiben

Digitalisierung ersetzt keine Ortskenntnis

Homeoffice, Videokonferenzen, bundesweite Mandate: Muss ein angehender Anwaltsnotar heute überhaupt noch vor Ort verwurzelt sein? Der BGH sagt Ja – und hält an einer klassischen Zulassungsvoraussetzung fest.

Alternative Quersubventionierung
Kolumne

Alternative Quersubventionierung

Quersubventionierung bezeichnet im anwaltlichen Gebührenrecht das Prinzip, dass ertragsstarke Mandate mit hohen Gegenstandswerten ertragsschwache mitfinanzieren.

Wer A sagt, muss nicht auch RAK sagen
AGH zur Pflichtmitgliedschaft in der Anwaltskammer

Wer A sagt, muss nicht auch RAK sagen

Vier Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sollten plötzlich zusätzlich Mitglied einer Rechtsanwaltskammer werden – samt Kammerbeitrag. Der AGH Nordrhein-Westfalen machte dieser Lesart einen Strich durch die Rechnung: Wer bereits einer Steuerberaterkammer angehöre, müsse nicht noch in die RAK.

Vergesst die billable hour!
Bewertungssystem in der Großkanzlei

Vergesst die billable hour!

Die Leistung von Associates in Stunden zu messen, ist nicht nur durch die Entwicklung der KI überholt, meint Dennis Hillemann. Sie verhindere auch, dass Anwältinnen und Anwälte lernen, worauf es wirklich ankommt: dem Mandanten eine Lösung zu liefern.