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Verwaltungsverfahren und -prozess

Urteile und Nachrichten zu Verwaltungsakt, Widerspruch, Klage, Eilverfahren und Rechtsmittel – Rechtsprechung und Gesetzgebung im Überblick.

Aktuelles aus dem Rechtsgebiet Verwaltungsverfahren und -prozess

Eilantrag der Berliner Linke gegen Poseck unzulässig
Äußerung zu "Clan-Problem"

Eilantrag der Berliner Linke gegen Poseck unzulässig

Der Streit um eine provokante Aussage von Hessens Innenminister Roman Poseck über die Berliner Linken wird vorerst nicht vor Gericht entschieden. Das VG Wiesbaden erklärte den Eilantrag des Landesverbands der Partei für unzulässig.

Verwaltungsgerichte fordern KI-Schriftsatz-Regeln
Wortschwall per Algorithmus

Verwaltungsgerichte fordern KI-Schriftsatz-Regeln

Per Knopfdruck entstehen seitenlange Schriftsätze mit fragwürdigen Nachweisen. Die Spitzen der Verwaltungsgerichtsbarkeit verlangen nun vom Gesetzgeber verbindliche Vorgaben in der VwGO.

Unternehmen kann keine Streichung aus Liste erzwingen
Qualifizierter Wirtschaftsverband

Unternehmen kann keine Streichung aus Liste erzwingen

Ein Energieunternehmen will einen Wirtschaftsverband aus der Liste der qualifizierten Wirtschaftsverbände streichen lassen. Doch dafür fehlt ihm die rechtliche Handhabe, entschied das OVG Münster. Zweifel an der Eintragung müssten einen anderen Weg nehmen.

Prozess um Vereinsverbot läuft weiter
Trotz Insolvenz

Prozess um Vereinsverbot läuft weiter

Kann eine Insolvenz den Prozess um ein Vereinsverbot unterbrechen? Das BVerwG sagt Nein. Die besonderen Regeln des öffentlichen Vereinsrechts hätten vorübergehend Vorrang vor dem Insolvenzrecht.

Smart Pet Feeder is (not) Watching You
Futterautomat bleibt auf dem Markt

Smart Pet Feeder is (not) Watching You

Ein smarter Futterautomat für Tiere mit Kamera und Mikrofon rief die Bundesnetzagentur auf den Plan, die ein verbotenes Spionagegerät vermutete. Doch die Gerichte stoppen das Verkaufsverbot.

Verwaltungsgerichte fordern KI-Schriftsatz-Regeln
Ein Handy und ein Laptop mit der Startseite des KI-Chatbots ChatGPT
Wortschwall per Algorithmus

Verwaltungsgerichte fordern KI-Schriftsatz-Regeln

Per Knopfdruck entstehen seitenlange Schriftsätze mit fragwürdigen Nachweisen. Die Spitzen der Verwaltungsgerichtsbarkeit verlangen nun vom Gesetzgeber verbindliche Vorgaben in der VwGO.

Insolvenzverwalter kann sich durch eigene Sozietät vertreten lassen
Ein Mann hält ein Bündel 100-Euro-Scheine in einer Hand und eine runde grüne Plakette mit einem Haken in der anderen Hand.
RVG-Gebühren werden erstattet

Insolvenzverwalter kann sich durch eigene Sozietät vertreten lassen

Ein Insolvenzverwalter ist selbst Rechtsanwalt und lässt sich von seiner eigenen Sozietät vertreten. Die dafür anfallenden RVG-Gebühren muss der Gegner zahlen. Dass die Anwälte unter einem Kanzleidach arbeiten, steht dem nicht entgegen.

beA tot? Die Frist lebt trotzdem
Ein Mann schiebt Seiten eines Dokuments in ein Faxgerät.
Ersatzeinreichung

beA tot? Die Frist lebt trotzdem

23.15 Uhr, das beA bricht zusammen – und der Anwalt glaubt, jetzt reiche auch der Postversand. Doch das OVG Hamburg sieht das anders: Wer so spät übermittelt, müsse sich "aufdrängende" Möglichkeiten der Ersatzeinreichung nutzen.

Dritter Vorname "Fatima" bleibt vorerst im Ausweis
Deutscher Reisepass vor einem Globus
Anspruch auf Namensänderung

Dritter Vorname "Fatima" bleibt vorerst im Ausweis

Wegen ihres dritten Vornamens schilderte eine Frau diskriminierende Erfahrungen. Das VG Hamburg konnte ihren Wunsch, den Namen zu streichen, nachvollziehen – im Eilverfahren scheiterte sie dennoch.

Aufsicht scheitert an eigener Praxis
Mann sitzt vor einem Online-Automatenspiel
Online-Glücksspiel

Aufsicht scheitert an eigener Praxis

Die Glücksspielaufsicht verlangt strenge Nachweise für höhere Einzahlungslimits für Online-Glücksspiel, hält sich dann aber nicht an die eigenen Vorgaben. Genau dieser Widerspruch bringt ihre Sanktionen nun ins Wanken.

Zweck einer Vermisstensuche entscheidet über Rechtsweg für Akteneinsicht
Eine Frau hält ein gerahmtes Foto in der Hand, auf dem ein älterer Mann zu sehen ist.
Gefahrenabwehr oder Strafverfolgung?

Zweck einer Vermisstensuche entscheidet über Rechtsweg für Akteneinsicht

Für eine Klage auf Einsicht in eine polizeiliche Vermisstenakte können die Verwaltungs- oder die Strafgerichte zuständig sein. Entscheidend ist laut VGH Mannheim, ob bei der Suche die Gefahrenabwehr im Vordergrund stand oder die Strafverfolgung.

Behörde als Gegner? Trotzdem ab zum Zivilgericht
Virtuelles Sparschwein vor einem Hintergrund aus Nullen und Einsen.
Klage auf DS-GVO-Schadensersatz

Behörde als Gegner? Trotzdem ab zum Zivilgericht

Wer wegen Datenschutzverstößen Geld will, muss vor die Zivilgerichte – auch wenn die Gegenseite eine Behörde ist. Das VG Düsseldorf schiebt dem Weg über die Verwaltungsgerichte einen Riegel vor.

VG nicht zuständig
Und ewig grüßt das Schlüsseltier
Streit um Benennung als "Alternative Hauptstadtfraktion"

VG nicht zuständig

Darf die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses beanstanden, dass sich die AfD-Fraktion "Alternative Hauptstadtfraktion" nennt? Die Fraktion meint nein und erhob eine Klage beim VG Berlin. Das hielt sich aber schon nicht für zuständig.

Rechtsmittelbegründung beim falschen Gericht eingereicht
Produkthaftung 2026

Rechtsmittelbegründung beim falschen Gericht eingereicht

Die Begründung einer Nichtzulassungsbeschwerde muss auch dann beim Ausgangsgericht eingereicht werden, wenn dieses bereits die Nichtabhilfe beschlossen und das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer sein Aktenzeichen mitgeteilt hat. Das BVerwG pochte auf diese bereits jahrzehntealte ständige Rechtsprechung, weil der Gesetzeswortlaut keine andere Interpretation zulasse.

BRAK sieht geplante Beschleunigung im Infrastrukturbereich skeptisch
Klageindustrie

BRAK sieht geplante Beschleunigung im Infrastrukturbereich skeptisch

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) hat zu einem Referentenentwurf für ein Gesetz Stellung genommen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, verwaltungsgerichtliche Verfahren für Infrastrukturprojekte, wie zum Beispiel Windräder oder Stromtrassen, zu beschleunigen. Zwar teile man die Einschätzung, dass Verfahren für umweltrechtliche Großvorhaben zum Teil zu lange dauern, so die Anwaltskammer. Skeptisch sei man aber, ob das Problem durch weitere Änderungen des Prozessrechts substanziell gelöst werden könne. Die BRAK verweist in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Beschleunigungsbemühungen des Gesetzgebers in der Vergangenheit.

Verwaltungsgerichte fordern KI-Schriftsatz-Regeln
Ein Handy und ein Laptop mit der Startseite des KI-Chatbots ChatGPT
Wortschwall per Algorithmus

Verwaltungsgerichte fordern KI-Schriftsatz-Regeln

Per Knopfdruck entstehen seitenlange Schriftsätze mit fragwürdigen Nachweisen. Die Spitzen der Verwaltungsgerichtsbarkeit verlangen nun vom Gesetzgeber verbindliche Vorgaben in der VwGO.

Kurzes Aufenthaltsverbot für Fußball-Ultra reicht nicht
Vergessene Anrechte
Tiefgreifender Grundrechtseingriff

Kurzes Aufenthaltsverbot für Fußball-Ultra reicht nicht

Bei typischerweise kurzfristigen, insbesondere polizeilichen Maßnahmen kommt eine Fortsetzungsfeststellungsklage in Betracht. Möglich ist sie zum Beispiel nach einem tiefgreifenden Grundrechtseingriff, so das BVerwG. Einen solchen verneinte es aber für ein wenige Stunden andauerndes Aufenthaltsverbot gegen einen Fußball-Ultra.

Kabinett beschließt Stärkung von Videoverhandlungen an Zivilgerichten
Orte des Rechts

Kabinett beschließt Stärkung von Videoverhandlungen an Zivilgerichten

Das Bundeskabinett will die Digitalisierung der Justiz weiter vorantreiben. Dafür hat es am Mittwoch den Entwurf eines Gesetzes zur Förderung des Einsatzes von Videokonferenztechnik in der Zivilgerichtsbarkeit und den Fachgerichtsbarkeiten beschlossen. Den Gerichten soll danach künftig ein möglichst großer Gestaltungsspielraum bei der Planung, Anordnung und Durchführung von Terminen per Bild- und Tonübertragung eingeräumt werden.

Nichtvorlage schriftlicher Vollmacht bei Gericht
Nichtvorlage schriftlicher Vollmacht bei Gericht

Nichtvorlage schriftlicher Vollmacht bei Gericht

Das Fehlen einer schriftlichen Vollmacht eines Anwalts darf das Gericht nur dann von Amts wegen berücksichtigen, wenn begründete Zweifel am Auftrag bestehen. Solche Bedenken dürfen laut Bundesverfassungsgericht nicht allein damit begründet werden, dass bislang keine Vollmacht in den Akten ist. Unabhängig davon müsse dem Rechtsanwalt eine ausreichende Frist zur Vorlage gewährt werden.

Recht auf mündliche Widerspruchs-Erörterung im Rechtsausschuss trotz Pandemie
Berufe mit Haltung

Recht auf mündliche Widerspruchs-Erörterung im Rechtsausschuss trotz Pandemie

Haben Bürger Widerspruch gegen den Verwaltungsakt einer kommunalen Behörde eingelegt und verzichten sie nicht auf eine mündliche Erörterung ihres Widerspruchs vor dem Rechtsausschuss, so ist dieser nicht berechtigt, im Hinblick auf die bestehende Corona-Pandemie über den Widerspruch ohne mündliche Verhandlung zu entscheiden. Dies geht aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts Neustadt an der Weinstraße hervor.

Weiteres passendes Rechtsgebiet

Staats- und Verfassungsrecht

Melonis "Stabilicum" nimmt im Parlament letzte Hürde
Frontalaufnahme eines in ocker gehaltenen barocken Palasts
Neues Wahlrecht in Italien

Melonis "Stabilicum" nimmt im Parlament letzte Hürde

Nach hitzigen Debatten und mehreren Vertrauensabstimmungen hat das italienische Parlament Melonis Wahlrechtsreform gebilligt. Die Opposition wirft der Regierung vor, sich einen Vorteil zu verschaffen.

Bürgerbegehren für bezahlbaren Wohnraum unzulässig
Produkthaftung 2026

Bürgerbegehren für bezahlbaren Wohnraum unzulässig

Das Bürgerbegehren für bezahlbaren Wohnraum in Frankfurt am Main ist nicht zulässig. Das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main hat den zugrundeliegenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, mit dem das Bürgerbegehren für unzulässig erklärt und die Durchführung eines Bürgerentscheids abgelehnt wurde, für rechtmäßig erachtet. Zur Begründung führte das Gericht aus, dass die Formulierungen und Fragestellungen in dem Bürgerbegehren nicht hinreichend bestimmt seien.

Bürgerbegehren zum Erhalt von Potsdamer DDR-Bauten unzulässig
Berufe mit Haltung
VG Potsdam

Bürgerbegehren zum Erhalt von Potsdamer DDR-Bauten unzulässig

Das Verwaltungsgericht Potsdam hat ein Bürgerbegehren zum Erhalt von DDR-Bauten in der Historischen Mitte in Potsdam für unzulässig erklärt. Die Forderungen der Initiative seien nicht hinreichend klar bestimmt, erklärte der Vorsitzende Richter Volker Deppe am 02.03.2017 zur Begründung der Entscheidung. Die Bürger hätten den Eindruck gewinnen müssen, das der Abriss der Fachhochschule, eines Plattenbau-Wohnblocks und des ehemaligen Interhotels "Mercure" zu verhindern sei, sagte Deppe. Dies sei aber rechtlich gar nicht möglich (Az.: VG 1 K 3818/16).

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Qualifizierter Wirtschaftsverband

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Prozess um Vereinsverbot läuft weiter
Trotz Insolvenz

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Smart Pet Feeder is (not) Watching You
Futterautomat bleibt auf dem Markt

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BUND klagt gegen Atomproduktion für russische Reaktoren
Genehmigung in Niedersachsen

BUND klagt gegen Atomproduktion für russische Reaktoren

In Lingen sollen künftig Brennelemente für Atomkraftwerke russischer Bauart gefertigt werden - mit russischer Technik und Lizenzen. Der BUND warnt vor Spionage und Sabotage. Nun gibt es eine Klage.

Insolvenzverwalter kann sich durch eigene Sozietät vertreten lassen
RVG-Gebühren werden erstattet

Insolvenzverwalter kann sich durch eigene Sozietät vertreten lassen

Ein Insolvenzverwalter ist selbst Rechtsanwalt und lässt sich von seiner eigenen Sozietät vertreten. Die dafür anfallenden RVG-Gebühren muss der Gegner zahlen. Dass die Anwälte unter einem Kanzleidach arbeiten, steht dem nicht entgegen.

Bußgeldbescheid kann jetzt noch deutlich später kommen
Verjährungsfrist auf sechs Monate angehoben

Bußgeldbescheid kann jetzt noch deutlich später kommen

Drei Monate nach dem Tempoverstoß noch keinen Bußgeldbescheid im Briefkasten? Bislang konnten sich Sünder dann in Sicherheit wiegen - die Tat war verjährt. Nun haben Behörden aber deutlich mehr Zeit.

Zweck einer Vermisstensuche entscheidet über Rechtsweg für Akteneinsicht
Gefahrenabwehr oder Strafverfolgung?

Zweck einer Vermisstensuche entscheidet über Rechtsweg für Akteneinsicht

Für eine Klage auf Einsicht in eine polizeiliche Vermisstenakte können die Verwaltungs- oder die Strafgerichte zuständig sein. Entscheidend ist laut VGH Mannheim, ob bei der Suche die Gefahrenabwehr im Vordergrund stand oder die Strafverfolgung.

Ausbilderin kann nicht für Studenten klagen
Duales Studium

Ausbilderin kann nicht für Studenten klagen

Ein Student fällt durch und akzeptiert das. Doch sein Ausbildungsbetrieb gibt nicht auf und zieht für ihn vor Gericht. Bei einem Prüfungsstreit bleibt die Ausbildungsstätte aber außen vor. Das gilt auch für einen Dualen Partner.

beA tot? Die Frist lebt trotzdem
Ersatzeinreichung

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23.15 Uhr, das beA bricht zusammen – und der Anwalt glaubt, jetzt reiche auch der Postversand. Doch das OVG Hamburg sieht das anders: Wer so spät übermittelt, müsse sich "aufdrängende" Möglichkeiten der Ersatzeinreichung nutzen.

Dritter Vorname "Fatima" bleibt vorerst im Ausweis
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Dritter Vorname "Fatima" bleibt vorerst im Ausweis

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Aufsicht scheitert an eigener Praxis
Online-Glücksspiel

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"Dann sind der Porsche oder die Rolex erst mal weg"
Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf

"Dann sind der Porsche oder die Rolex erst mal weg"

Die Bundesregierung will Finanzkriminelle treffen, wo es wehtut: beim Porsche oder bei der Rolex. Ein neues Gesetz soll dem Zoll im Kampf gegen Finanzkriminalität und Geldwäsche künftig auch den Einsatz von KI und Drohnen ermöglichen.

Ohne Empfangsbekenntnis läuft keine Frist
Elektronische Zustellung an Behörden

Ohne Empfangsbekenntnis läuft keine Frist

Eine Stadt versäumt es, das elektronische Empfangsbekenntnis für ein Urteil an das Gericht zurückzusenden. Das BVerwG stellt klar: Die automatisch erzeugte Eingangsbestätigung genügt weder als Zustellungsnachweis noch zur Heilung des Mangels.

Fachkommentierung macht Richter nicht befangen
Richterablehnung

Fachkommentierung macht Richter nicht befangen

Ein Richter kommentiert die Norm, über die er später entscheidet – ein Fall für die Richterablehnung? Nicht automatisch, sagt der VGH München. Wissenschaftliche Veröffentlichungen begründen für sich genommen keine Besorgnis der Befangenheit.

Kabinett will KI-Einsatz bei Antragsbearbeitung ermöglichen
Asylverfahren

Kabinett will KI-Einsatz bei Antragsbearbeitung ermöglichen

Künstliche Intelligenz soll künftig die Bearbeitung von Asylanträgen unterstützen. Die letzte Entscheidung bleibt aber weiterhin beim Menschen.

Merkel und Seehofer müssen vor Gericht schweigen
BAMF-Affäre

Merkel und Seehofer müssen vor Gericht schweigen

Warum wurde ein Spitzenbeamter im Innenministerium gefeuert? Darüber dürfen die frühere Kanzlerin und ihr Ex-Innenminister vor Gericht nicht sprechen. Das BVerwG hat die Versagung der Aussagegenehmigungen bestätigt. Jetzt liegen die Gründe vor.

Nicht befangen, wenn die Streitgegenstände unterschiedlich sind
Richter im Verbandsklageregister

Nicht befangen, wenn die Streitgegenstände unterschiedlich sind

Ein Richter meldet sich selbst zum Verbandsklageregister einer Abhilfeklage gegen ein Unternehmen an – und soll kurz darauf über ein anderes Verfahren desselben Unternehmens entscheiden. Ist er deshalb befangen? Das VG Köln zieht eine klare Grenze.

"Das Bundes-VwVfG ist kein Super-Gesetz"
Fragen und Antworten

"Das Bundes-VwVfG ist kein Super-Gesetz"

Das "Programm für Aufschwung und Beschäftigung" der Bundesregierung sieht vor, im Verwaltungsverfahren die Genehmigungsfiktion als Regelfall zu etabliert. Marvin Klein ordnet ein, was bisher bekannt ist und welche Folgen auf die Praxis zukommen.

Bundestag erschwert Klagen von Umweltverbänden
Für zügigere Bauverfahren

Bundestag erschwert Klagen von Umweltverbänden

Bauprojekte dauern in Deutschland oft deutlich länger als gedacht. Klagen von Umweltschützern gelten als eine Ursache für Verzögerungen. Ein überarbeitetes Klagerecht soll das ändern.

Auch Rechtsanwaltsversorgungswerk darf einen Anwalt beauftragen
Erstattung von Anwaltskosten

Auch Rechtsanwaltsversorgungswerk darf einen Anwalt beauftragen

Sind die Kosten für die Beauftragung eines Rechtsanwalts durch ein Rechtsanwaltsversorgungswerk erstattungsfähig? Ja, versichert das OVG Münster – auch, wenn dieses selbst über fachkundiges Personal verfügt.

Polizeibeauftragter kann nicht gegen Polizei klagen
Bodycam-Aufnahmen

Polizeibeauftragter kann nicht gegen Polizei klagen

Der Berliner Polizeibeauftragte wollte Einsicht in Bodycam-Aufnahmen und in polizeiliche Akten. Die Polizei verweigerte das. Das VG Berlin hat seine Klagen nun als unzulässig abgewiesen – er habe kein Klagerecht.

Medienhaus kann Zeugnisverweigerung nicht überprüfen lassen
Bundespräsident als Zeuge

Medienhaus kann Zeugnisverweigerung nicht überprüfen lassen

Ein Verlag wollte gerichtlich erreichen, dass Bundespräsident Steinmeier in einem Zivilprozess als Zeuge aussagt. Doch das BVerwG verneint bereits die Klagebefugnis: Die Norm zum Zeugnisverweigerungsrecht des Bundespräsidenten schütze allein öffentliche Interessen.

BND durfte schwärzen
Einsicht in Eichmann-Akten

BND durfte schwärzen

Der BND durfte aus Dokumenten heikle Passagen zur Festnahme Adolf Eichmanns und US-Atomversuchen in Argentinien schwärzen, bevor er sie an eine Journalistin herausgab. Das BVerwG bestätigt die Sensibilität der geschwärzten Daten in einem Urteil.

Pensionierte Studienrätin muss 18 Euro Fahrtkosten selbst tragen
Gesundheitsprüfung beim Amtsarzt

Pensionierte Studienrätin muss 18 Euro Fahrtkosten selbst tragen

18 Euro für die Fahrt zum Amtsarzt – darüber stritt eine vorzeitig pensionierte Lehrerin bis vor das BVerwG. Auch die Fürsorgepflicht half ihr nicht weiter: Einmalig knapp 20 Euro sind noch keine unzumutbare Belastung.

Wer nicht mitwirkt, muss zurückzahlen
Corona-Soforthilfen

Wer nicht mitwirkt, muss zurückzahlen

Ein Hotelbetreiber und eine Sängerin erhielten 2020 Corona-Soforthilfen – beteiligten sich aber trotz mehrfacher Aufforderung nicht am Rückmeldeverfahren. Das VG Karlsruhe hat den Widerruf der Hilfen in zwei Musterverfahren bestätigt.

Kein vorläufiger Anspruch auf deutsche Prüfungsunterlagen
Hebammenstudium

Kein vorläufiger Anspruch auf deutsche Prüfungsunterlagen

Dürfen Klausuren im Studiengang Hebammenwissenschaften die Auswertung englischsprachiger Studien erwarten? Für das VG Berlin ist das aus verwaltungsprozessrechtlichen Gründen keine Frage des Eilverfahrens.

Kabinett bringt große VwGO-Reform auf den Weg
Verwaltungsgerichtsverfahren

Kabinett bringt große VwGO-Reform auf den Weg

Eine Reform der VwGO soll die Verfahren vor den Verwaltungsgerichten beschleunigen. Unter anderem soll es mehr Einzelrichter und erleichterte Widersprüche per E‑Mail geben. Was sonst noch geplant ist.

Statt neuem Glück altes Disziplinarverfahren
Schulleiterin will Bundesland wechseln

Statt neuem Glück altes Disziplinarverfahren

Eine Schulleiterin aus NRW wollte nach Niedersachsen wechseln – doch ein gegen sie laufendes Disziplinarverfahren um veruntreute Schulgelder reiste mit. Das VG Hannover machte nun klar: Schon erhebliche Eignungszweifel können eine Bewerbung stoppen.

Wer seine Adresse nicht aktualisiert, kriegt keine Post
Anwalt gegen Versorgungswerk

Wer seine Adresse nicht aktualisiert, kriegt keine Post

Wer seine Adresse nicht aktualisiert, kann sich später nicht auf fehlende Post berufen. Das hat der VGH Mannheim einem Rechtsanwalt ins Stammbuch geschrieben, der vom Versorgungswerk mehrere tausend Euro zurückhaben wollte – und dabei über seine eigene Postorganisation stolperte.

Nordzypern-Diplom reicht nicht für Zahnarztjob
Umsonst studiert?

Nordzypern-Diplom reicht nicht für Zahnarztjob

Ein Mann studierte Zahnmedizin in Syrien und Ägypten, belegte Deutschkurse, versuchte sich sogar an einer Zahntechnikerausbildung und landete zwischenzeitlich im Jurastudium in Bremen. Am Ende führte ihn sein Weg nach Nordzypern – aber nicht in den Zahnarztberuf.

Gericht verhandelt trotz AU einer Anwältin
Verlegungsantrag abgelehnt

Gericht verhandelt trotz AU einer Anwältin

Legt eine Anwältin rechtzeitig eine Krankmeldung vor, darf ein Gericht nicht einfach darüber hinweggehen. Wegen der Verletzung rechtlichen Gehörs gab das OVG Greifswald einem Asylbewerber eine neue Chance.

Gondeln über den Geranien
Abstandsflächen gelten auch für Riesenrad

Gondeln über den Geranien

Von den Gondeln eines 60 Meter hohen Riesenrads konnten Gäste direkt in den Garten der Anwohner schauen. Die Stadt hielt das für zulässig, das VG Ansbach korrigiert: Fliegende Bauten brauchen zwar keine Baugenehmigung, baurechtliche Abstandsflächen gelten aber trotzdem.

Hochschullehrer verbummelt Frist
Pflichten wie ein Rechtsanwalt

Hochschullehrer verbummelt Frist

Für eine Berliner Klägerin lief die Prozessvertretung durch einen Hochschullehrer schief. Er hatte beim OVG eine Begründungsfrist nicht eingehalten und Schriftsätze in Papierform eingereicht. Dabei gilt die Pflicht zur Nutzung des e-Rechtsverkehrs seit Januar 2026 auch für Gelehrte.

Kein Verlust der Freizügigkeit wegen Ermittlungen nach Demos
Pro-Palästina-Proteste

Kein Verlust der Freizügigkeit wegen Ermittlungen nach Demos

Wegen Ermittlungen im Zusammenhang mit propalästinensischen Protesten entzog das Landesamt für Einwanderung einer Irin das Freizügigkeitsrecht. Zu Unrecht, entschied das VG Berlin. Von der Frau gehe keine hinreichend schwere Gefahr für die öffentliche Ordnung aus.

Landwirt durfte Landebahn nicht umpflügen
Nutzungsvereinbarung für Acker

Landwirt durfte Landebahn nicht umpflügen

Seit 1970 lief alles glatt zwischen dem Betreiber eines Sonderlandeplatzes und einem Landwirt, dessen Flurstück die Landebahn querte – bis er wortwörtlich Gräben aufriss. Er will gekündigt haben, doch die Vereinbarung seines Vaters hat noch Bestand.

Gute Chancen für Berliner Kaffeemobil
Gericht stärkt Fliegenden Handel

Gute Chancen für Berliner Kaffeemobil

"Das war schon immer verboten" ist ein schlechtes Argument gegen Fliegenden Handel – jedenfalls dann, wenn die lokale Gesetzeslage schon seit 20 Jahren gelockert ist. Über den Einsatz eines mobilen Coffeeshops muss deshalb in Berlin neu entschieden werden.

Walwürde
Kolumne

Walwürde

Dass der Wal Timmy, der vor fast fünf Wochen erstmals in der Ostsee auf einer Sandbank strandete, mal Thema einer Rechtskolumne wird, war zunächst nicht absehbar.

Auch Gerichte können nicht weiterhelfen
Buckelwal Timmy

Auch Gerichte können nicht weiterhelfen

Insgesamt 19 Eilanträge verzeichnet das VG Schwerin im Zusammenhang mit dem an der Ostseeküste gestrandeten Timmy. Helfen wird dem Buckelwal keiner davon, denn allen fehlt die Antragsbefugnis.