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Sanitäter spritzte Botox

Mehrjährige Haftstrafe für falschen Schönheitsarzt

Eine Frau liegt auf einer Liege und ihr wird gerade mit einer Spritze in die Zornesfalte gespritzt.
466 Behandlungen ohne Approbation © Dimid / Adobe Stock

Er behandelte Hunderte Kunden und Kundinnen mit Botox und Hyaluron. Dabei hatte der Rettungssanitäter Zeugnisse und eine Approbation im Netz gekauft. Nun erging ein Urteil gegen den falschen Schönheitsarzt.

Das LG Konstanz hat einen 28-Jährigen, der sich als Arzt ausgegeben und Hunderte Kunden und Kundinnen in einer Schönheitspraxis behandelt hatte, zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass er mit gefälschten Zeugnissen und einer falschen Approbation eine Anstellung in der Konstanzer Schönheitspraxis erschlichen hatte.

Verurteilt wurde er wegen Urkundenfälschung, Missbrauchs von Berufsbezeichnungen, gefährlicher Körperverletzung und Betrugs. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zwischen Anfang März und Mitte April unterspritzte der gelernte Rettungssanitäter nach den Feststellungen des Gerichts 466 Mal Kundinnen und Kunden mit Botox und Hyaluron. Zwei der behandelten Patientinnen waren laut Anklage erst 17 Jahre alt. Behandlungsfehler konnten ihm aber von einem Gutachter nicht nachgewiesen werden.

Geständnis zu Prozessbeginn

Der Mann hatte die Vorwürfe zu Prozessbeginn vor rund einer Woche eingeräumt. Seine Zeugnisse und die Approbationsurkunde habe er bei einem chinesischen Online-Anbieter gekauft, sagte er. Er habe sich nach Anerkennung gesehnt und seinem Umfeld ein Medizinstudium vorgespielt.

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte für höchstens zweieinhalb Jahre Haft. Der Angeklagte entschuldigte sich in seinem Schlusswort bei den Betroffenen: "Es tut mir unendlich leid." Die letzten sechs Monate seien die härtesten seines Lebens gewesen.

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Praxis gehört bekannten Influencern

Die Praxis gehört zu einer Kette der zwei bekannten Ärzte und Influencer "Dr. Rick und Dr. Nick". Auf Instagram und TikTok hatten Henrik Heüveldop ("Dr. Rick") und Dominik Bettray ("Dr. Nick") in einem Video auf Instagram und TikTok vor Prozessbeginn erklärt, sie seien wie ihre Patienten von dem Mann getäuscht worden.

Seit April sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Er war bereits in Braunschweig mit einem ähnlichen Betrug aufgefallen und zu einer Geldstrafe verurteilt worden.