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Gerichtsverfassung und Zivilverfahren

Behörde als Gegner? Trotzdem ab zum Zivilgericht
Klage auf DS-GVO-Schadensersatz

Behörde als Gegner? Trotzdem ab zum Zivilgericht

Wer wegen Datenschutzverstößen Geld will, muss vor die Zivilgerichte – auch wenn die Gegenseite eine Behörde ist. Das VG Düsseldorf schiebt dem Weg über die Verwaltungsgerichte einen Riegel vor.

Arbeitsunfähig heißt auch verhandlungsunfähig
Bei Anwälten naheliegend

Arbeitsunfähig heißt auch verhandlungsunfähig

Ist ein arbeitsunfähiger Anwalt auch verhandlungsunfähig? Das sei zwar nicht automatisch der Fall, aber naheliegend, so das OVG Münster. Denn schließlich gehöre die "Verhandlungsführung" zur anwaltlichen Arbeit. Das OVG monierte eine Gehörsverletzung durch Ablehnung eines rechtzeitigen Antrags auf Terminverlegung.

Gutachter muss unfertiges Gutachten herausgeben
DS-GVO sticht ZPO

Gutachter muss unfertiges Gutachten herausgeben

Ein Gutachter in einem Arzthaftungsprozess hatte zwar noch nicht den gesamten Auslagenvorschuss erhalten, musste nun aber trotzdem das unfertige Gutachten herausgeben. Ein zulässiger Umweg über die DS-GVO, sagt das OLG Stuttgart.

Erster Verein erhält Verbandsklagebefugnis
Platform-to-Business-Verordnung

Erster Verein erhält Verbandsklagebefugnis

Die Bundesnetzagentur hat den Bundesverband Onlinehandel als ersten verbandsklagebefugten Verein nach der europäischen Platform-to-Business-Verordnung benannt. Er kann nun seine Mitglieder gerichtlich vertreten und Verbandsklagen innerhalb der EU erheben.

Unzulässige Abtretung an ausländische Dienstleisterin
Fluggastrechte

Unzulässige Abtretung an ausländische Dienstleisterin

Das AG Köln hat dem Geschäft eines in Spanien ansässigen Fluggastrechte-Dienstleisters einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als nicht eingetragener Rechtsdienstleister konnte er keine Ansprüche von deutschen Fluggästen erwerben.

Richterin befangen
Verheiratet mit Partner der Klägerkanzlei

Richterin befangen

Eine Richterin wurde von der beklagten Partei in einem Bauprozess wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt. Ihr Ehemann war Partner der Kanzlei, die die Klägerin vertrat. Das OLG Brandenburg gab dem Ablehnungsgesuch statt: Schließlich gehe es um eine mittelständische Sozietät.    

Alles für den Patienten, nichts für die Prozesskosten
520.000 Euro Schmerzensgeld

Alles für den Patienten, nichts für die Prozesskosten

Wer ein hohes Schmerzensgeld erhält, kann doch wohl seine Prozesskosten selbst zahlen? Nicht unbedingt. Selbst mehr als eine halbe Million Euro bleibt bei der Prozesskostenhilfe grundsätzlich unangetastet, sagt das OLG Dresden – das Geld soll dem Opfer dienen, nicht der Staatskasse.

Digitalisierungskosten von Kanzleien nicht erstattungsfähig
Weg von der Papierakte

Digitalisierungskosten von Kanzleien nicht erstattungsfähig

Das OLG Brandenburg hat entschieden, dass Kanzleien die Kosten für das Einscannen umfangreicher Papierakten nicht auf die Gegenseite abwälzen können. Die Digitalisierung diene der eigenen Arbeitsorganisation und sei keine notwendige Maßnahme der Prozessführung.

Darf mithörender Sohn als Zeuge vernommen werden?
Geschäftsgespräch im Auto

Darf mithörender Sohn als Zeuge vernommen werden?

Der Sohn eines Geschäftsmanns bekam über die Freisprechanlage des Autos ein Gespräch mit, auf das es nun vor Gericht ankam. Er darf als Zeuge vernommen werden – solange er nur für seinen Vater spricht. Laut dem OLG Celle spricht viel für eine Neujustierung des Beweisverwertungsverbots. 

Am BGH geht die gesamte Führungsspitze in Ruhestand

Am BGH geht die gesamte Führungsspitze in Ruhestand

Der BGH steht vor einem großen Personalwechsel: In diesem Jahr treten elf Richter und Richterinnen in den Ruhestand – darunter Präsidentin Bettina Limperg und ihr Vize Jürgen Ellenberger. Das Gericht fühlt sich bei der Auswahl der Nachfolger von der Politik nicht genug eingebunden.