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Familienrecht

Iranische Talaq-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt
"Ich verstoße dich"

Iranische Talaq-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt

Die einseitige Lossagung von einer Ehe im Iran ("talaq") reicht laut dem BGH nicht, um die Scheidung auch in Deutschland anzuerkennen. Denn nach islamischem Recht sei die Beteiligung iranischer Gerichte nur eine Formalität.

Durchs Fenster geheiratet
Somalische Botschaft in Berlin

Durchs Fenster geheiratet

Weil sie Angst vor aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen hatte, blieb eine Somalierin vor der Botschaft, während ihr Verlobter mit dem Konsularbeamten hineinging. Die Trauung fand durchs offene Fenster statt – und ist wirksam, entschied das OLG Bamberg.

Mutter verweigert erfolgreich Anti-Gewalt-Training
Gesetzesgrundlage fehlt

Mutter verweigert erfolgreich Anti-Gewalt-Training

Nach zwei Schlägen auf das Gesäß ihrer Tochter sollte eine Mutter ein 52-stündiges Anti-Gewalt-Training absolvieren. Das OLG Stuttgart hat die gerichtliche Anordnung nun aufgehoben – aus gleich mehreren Gründen.

"Die perfekte Lösung gibt es bei der Leihmutterschaft nicht"
Debatte über Legalisierung

"Die perfekte Lösung gibt es bei der Leihmutterschaft nicht"

Jens Spahn hat eine Debatte über Leihmutterschaft losgetreten. Sollte man sie legalisieren? Die Bielefelder Professorin Anne Sanders erklärt im Interview, warum die deutsche Rechtslage konsequent ist – und macht dennoch einen Reformvorschlag.

VG Bremen spricht Solomüttern Unterhaltsvorschuss zu
Wende bei anonymer Samenspende

VG Bremen spricht Solomüttern Unterhaltsvorschuss zu

Bislang gingen Kinder aus anonymen Samenspenden beim Unterhaltsvorschuss leer aus. Das VG Bremen bricht jetzt mit dieser Linie und verpflichtet die Stadt, vier Müttern Leistungen zu bewilligen.

Unterhaltsvorschuss nur noch bis zum 16. Geburtstag?
Alleinerziehende

Unterhaltsvorschuss nur noch bis zum 16. Geburtstag?

Mit einem Vorschuss springt der Staat ein, wenn Eltern keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen. Dafür wurde in den letzten Jahren mehr Geld nötig. Die Familienministerin will nun eine Kürzung.

Eheführung ist keine Arbeitsleistung
Lebensversicherung in der Insolvenzmasse

Eheführung ist keine Arbeitsleistung

Ansprüche aus einer Lebensversicherung des Ex-Ehepartners bleiben Teil der Insolvenzmasse. Das hat der BGH entschieden. Eine Übertragung des Pfändungsschutzes für persönlich geleistete Dienste lehnte das Gericht ab, denn das "Führen einer Ehe" falle nicht darunter.

Ehe wegen Lüge über homosexuelle Vorehe anulliert
OLG Schleswig bestätigt Aufhebung

Ehe wegen Lüge über homosexuelle Vorehe anulliert

Eine Ehe kann aufgehoben werden, wenn ein Partner über das Geschlecht eines früheren Ehepartners täuscht. Das OLG Schleswig sah eine arglistige Täuschung darin, dass die Frau ihre frühere Ehe bewusst als heterosexuelle Verbindung dargestellt habe.

Wunschmutter muss genetisch nicht verwandtes Kind adoptieren
Leihmutterschaft im Ausland

Wunschmutter muss genetisch nicht verwandtes Kind adoptieren

Während Mexiko die Mutterschaft einer Deutschen anerkannte, die im Land ein Kind von einer Leihmutter austragen ließ, bockte das deutsche Standesamt. Der BGH bestätigt: Da das Kind mit anonym gespendeten Zellen gezeugt worden war, müsse die Mutter es erst adoptieren.

Nach dem Widerruf ist noch ein Namenswechsel drin
Ehename

Nach dem Widerruf ist noch ein Namenswechsel drin

Erst den Namen der Frau, dann wieder jeder seinen eigenen – und kurz darauf doch den Namen des Mannes. Das Standesamt spielte mit, die Aufsichtsbehörde nicht. Nun hat das KG entschieden, wie viel Spielraum das neue Namensrecht tatsächlich eröffnet.

Auch Opa durfte trauen
BGH zu Hochzeit mit orthodoxem Erzpriester

Auch Opa durfte trauen

Ein Ehepaar hatte sich vor fast 15 Jahren nach griechisch-orthodoxen Riten von einem Erzpriester trauen lassen – sogar mit diplomatischer Unterstützung im Gepäck. Nun pochte der Mann im Scheidungsverfahren auf die Ungültigkeit der Ehe. Damit kam er beim BGH nicht durch.

Ex-Verfassungsrichterinnen unterstützen Vorschlag von Ökonomen
Reform des Ehegattensplittings

Ex-Verfassungsrichterinnen unterstützen Vorschlag von Ökonomen

Seit einiger Zeit werden hitzige Debatten über das Ehegattensplitting geführt. Nun hat eine Gruppe von Ökonominnen und Ökonomen der Bundesregierung einen Reformvorschlag unterbreitet. Auch zwei Verfassungsrichterinnen haben unterzeichnet.

Gegen Zwangsgeld nur mit Anwalt
Versorgungsausgleich

Gegen Zwangsgeld nur mit Anwalt

Wer im Versorgungsausgleichsverfahren erforderliche Unterlagen nicht beibringt, riskiert ein Zwangsgeld. Ob gegen einen solchen Beschluss auch ohne Anwalt vorgegangen werden kann, ist umstritten. Das OLG Nürnberg hat nun Stellung bezogen.

Schnell geschieden und gut verborgen
Schutz vor häuslicher Gewalt

Schnell geschieden und gut verborgen

Der Schutz vor häuslicher Gewalt steht im Zentrum einer geplanten Reform des FamFG. Das Justizministerium will Gewaltopfern eine schnellere Scheidung ermöglichen, Familienrichter besser ausbilden und durch einen Wahlgerichtsstand den Aufenthaltsort Betroffener verschleiern.

Noch-Ehefrau erbt trotzdem nichts
18 Jahre nicht geschieden

Noch-Ehefrau erbt trotzdem nichts

Erst sollte es mit der Scheidung schnell gehen, dann ruhte das Verfahren für 18 Jahre. Nach dem Tod des Mannes pochte die Gattin nun auf ihren Erbanteil, schließlich sei man nicht geschieden. Der BGH ist anderer Ansicht.

Hubig schlägt Reform des Kindschaftsrechts vor
Schutz vor häuslicher Gewalt

Hubig schlägt Reform des Kindschaftsrechts vor

Ein sicherer Ort, "geprägt von Liebe und frei von Gewalt" – für Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sollte Familie genau das sein. Um diesem Ideal ein Stück näher zu kommen, will sie jetzt das Kindschaftsrecht umfassend reformieren.

Gericht rügt Anwältin für "fantasierte" Fundstelle
KI-Rüffel vom KG

Gericht rügt Anwältin für "fantasierte" Fundstelle

Eine Anwältin musste sich in einem Familienrechtsstreit einen Rüffel vom Gericht gefallen lassen, weil sie offenbar einen KI-generierten Schriftsatz mit falschen Zitaten eingereicht hatte. Ihr Rechtsmittel hatte somit auch keinen Erfolg.

Elektronische Fußfessel mit Änderungen beschlossen
Gewaltschutz

Elektronische Fußfessel mit Änderungen beschlossen

Der Rechtsausschuss hat die Einführung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung im Gewaltschutz beschlossen. In der Ausschussfassung wurden zentrale Punkte nachjustiert – etwa zur technischen Ausgestaltung, zum Opferwillen und zu erweiterten Schutz‑ und Warnmechanismen.

Niederknien am Strand war Antrag auf Kfz-Übereignung
"Willst du A5 fahren?"

Niederknien am Strand war Antrag auf Kfz-Übereignung

Nach seiner Hochzeit unter Palmen ging ein Ehemann am Strand in die Knie und übergab seiner Angetrauten mit einem symbolischen Akt zwei Kennzeichen für ein Audi A5 Cabriolet. Nach der Trennung will er dieses nun zurück. Doch das OLG Nürnberg sieht eine wirksame Übereignung.

Rentenausgleich bald ohne Tricks und Fehler
Nach Scheidung

Rentenausgleich bald ohne Tricks und Fehler

Die Bundesregierung will beim Versorgungsausgleich punktuell nachbessern: Vergessene oder verschwiegene Rentenansprüche sollen künftig nachträglich zwischen den Ehegatten ausgeglichen werden können.

Kein Anspruch auf Grenzsperre gegen ukrainische Mutter
Gemeinsames Sorgerecht

Kein Anspruch auf Grenzsperre gegen ukrainische Mutter

Weil er befürchtete, seine ukrainisch-stämmige Frau könnte nach einer "Auseinandersetzung" mit den Kindern in die Ukraine flüchten, versuchte ein Vater vor den Gerichten eine Grenzsperre erwirken. Dafür fehlt ihm laut BVerfG jedoch schon im Ausgangspunkt das Recht.

Kein Hebel für mehr Kinderschutz
Abgelehnte familiengerichtliche Maßnahmen

Kein Hebel für mehr Kinderschutz

Ein Vater sah sein Kind gefährdet – und wollte den Staat zum Eingreifen zwingen. Doch die Gerichte sahen keine Kindeswohlgefährdung. Durfte er das angreifen? Der BGH zog eine klare Grenze.

Dauerndes Getrenntleben wider Willen reicht nicht
Kein Unterhaltsvorschuss

Dauerndes Getrenntleben wider Willen reicht nicht

Einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss kann es bei verheirateten Paaren nur geben, wenn sie dauernd getrennt leben. Dem BVerwG reicht es nicht, wenn die Trennung nur räumlich aus aufenthaltsrechtlichen Gründen besteht, daher musste ein Mann 6.500 Euro zurückzahlen.

Zustellung braucht nicht immer den Gerichtsvollzieher
Gewaltschutzbeschlüsse

Zustellung braucht nicht immer den Gerichtsvollzieher

Einstweilige Gewaltschutzanordnungen müssen gemäß § 214 Abs. 2 S. 2 FamFG eigentlich per Gerichtsvollzieher zugestellt werden. Das OLG Karlsruhe schränkt ein: Nicht immer ist ein Gerichtsvollzieher erforderlich, sondern nur dann, wenn dies am besten für den Opferschutz ist.

Zur Reform der Vaterschaftsanfechtung
Wettlauf ums Kind

Zur Reform der Vaterschaftsanfechtung

Abstammung oder soziale Bindung – wer zählt wirklich als Vater? Die Reform der Vaterschaftsanfechtung stärkt die Stellung des biologischen Vaters. Warum der Gesetzgeber nur halb wagt, was Karlsruhe fordert – und weshalb die nächste Debatte schon programmiert ist, erläutert Susanne Gössl.