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Familienrecht

Rechtsprechung, Gesetzgebung und Praxis zum Familienrecht: Ehe und Scheidung, Unterhalt, Sorge- und Umgangsrecht, Abstammung und Gewaltschutz – aktuell und eingeordnet.

Aktuelles aus dem Familienrecht

BGH rügt Vorgehen des Jugendamts
Inobhutnahme eines Kindes

BGH rügt Vorgehen des Jugendamts

Ein Mädchen wird aus dem Kindergarten geholt und in einer Pflegefamilie untergebracht. Weil unklar ist, ob die Eltern zuvor informiert wurden, sieht der BGH Anhaltspunkte für eine Amtspflichtverletzung.

Mutter kann nicht zum Vater werden
Vaterschaftsanerkennung

Mutter kann nicht zum Vater werden

Der BGH hat entschieden: Transmänner können die Vaterschaft für ein Kind nicht anerkennen, wenn sie bei der Geburt noch als weiblich galten. Was das Selbstbestimmungsgesetz daran ändert.

Mehr Opferschutz in familiengerichtlichen Verfahren
Häusliche Gewalt

Mehr Opferschutz in familiengerichtlichen Verfahren

Scheidung ohne Trennungsjahr: Wer Gewalt erlebt hat, soll künftig schneller gehen können. Wie ein Gesetzesvorhaben der Bundesregierung Betroffene schützen und Kindern in familiengerichtlichen Verfahren mehr Rechte geben soll.

Nordisch by Nature reicht nicht
Annahme friesischen Nachnamens

Nordisch by Nature reicht nicht

Ein Mann aus Essen wollte seinen Namen nach friesischer Tradition ändern. Er habe Friesen kennengelernt und ihre Mentalität schätzen gelernt. Das AG Essen stellte jedoch eine andere Frage: Was macht einen Friesen rechtlich aus?

Kein Umgangsrecht mit Enkeln
Eugen Block unterliegt vor dänischem Gericht

Kein Umgangsrecht mit Enkeln

Seit Jahren streiten Christina Block und ihr in Dänemark lebender Ex-Mann um das Sorgerecht für ihre Kinder. Die Mutter steht zudem wegen einer Rückholaktion vor Gericht. Der Opa dagegen kämpft für ein Umgangsrecht mit seinen Enkeln.

Iranische Talaq-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt
"Ich verstoße dich"

Iranische Talaq-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt

Die einseitige Lossagung von einer Ehe im Iran ("talaq") reicht laut dem BGH nicht, um die Scheidung auch in Deutschland anzuerkennen. Denn nach islamischem Recht sei die Beteiligung iranischer Gerichte nur eine Formalität.

Iranische Talaq-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt
„Das unsichtbare Recht“
"Ich verstoße dich"

Iranische Talaq-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt

Die einseitige Lossagung von einer Ehe im Iran ("talaq") reicht laut dem BGH nicht, um die Scheidung auch in Deutschland anzuerkennen. Denn nach islamischem Recht sei die Beteiligung iranischer Gerichte nur eine Formalität.

Durchs Fenster geheiratet
Fassade eines Mehrfamilienhauses in Berlin mit mehreren Ladengeschäften
Somalische Botschaft in Berlin

Durchs Fenster geheiratet

Weil sie Angst vor aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen hatte, blieb eine Somalierin vor der Botschaft, während ihr Verlobter mit dem Konsularbeamten hineinging. Die Trauung fand durchs offene Fenster statt – und ist wirksam, entschied das OLG Bamberg.

Eheführung ist keine Arbeitsleistung
Rentenrebellen
Lebensversicherung in der Insolvenzmasse

Eheführung ist keine Arbeitsleistung

Ansprüche aus einer Lebensversicherung des Ex-Ehepartners bleiben Teil der Insolvenzmasse. Das hat der BGH entschieden. Eine Übertragung des Pfändungsschutzes für persönlich geleistete Dienste lehnte das Gericht ab, denn das "Führen einer Ehe" falle nicht darunter.

Ehe wegen Lüge über homosexuelle Vorehe anulliert
Bild eines zerbrochenen Ehe-Fotos
OLG Schleswig bestätigt Aufhebung

Ehe wegen Lüge über homosexuelle Vorehe anulliert

Eine Ehe kann aufgehoben werden, wenn ein Partner über das Geschlecht eines früheren Ehepartners täuscht. Das OLG Schleswig sah eine arglistige Täuschung darin, dass die Frau ihre frühere Ehe bewusst als heterosexuelle Verbindung dargestellt habe.

Nach dem Widerruf ist noch ein Namenswechsel drin
Ein Mann und eine Frau sitzen vor einem Standesbeamten. Zu sehen sind nur ihre verschränkten Hände und Teile der Arme. Der Standesbeamte hält ein Dokument, vor ihm liegen eine Mappe und ein Samtkissen.
Ehename

Nach dem Widerruf ist noch ein Namenswechsel drin

Erst den Namen der Frau, dann wieder jeder seinen eigenen – und kurz darauf doch den Namen des Mannes. Das Standesamt spielte mit, die Aufsichtsbehörde nicht. Nun hat das KG entschieden, wie viel Spielraum das neue Namensrecht tatsächlich eröffnet.

Mehr Opferschutz in familiengerichtlichen Verfahren
Eine auf einem Sofa sitzende Frau hält die Hände vor den Mund und blickt ängstlich auf die geballte Faust eines Mannes.
Häusliche Gewalt

Mehr Opferschutz in familiengerichtlichen Verfahren

Scheidung ohne Trennungsjahr: Wer Gewalt erlebt hat, soll künftig schneller gehen können. Wie ein Gesetzesvorhaben der Bundesregierung Betroffene schützen und Kindern in familiengerichtlichen Verfahren mehr Rechte geben soll.

Iranische Talaq-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt
„Das unsichtbare Recht“
"Ich verstoße dich"

Iranische Talaq-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt

Die einseitige Lossagung von einer Ehe im Iran ("talaq") reicht laut dem BGH nicht, um die Scheidung auch in Deutschland anzuerkennen. Denn nach islamischem Recht sei die Beteiligung iranischer Gerichte nur eine Formalität.

Ehe wegen Lüge über homosexuelle Vorehe anulliert
Bild eines zerbrochenen Ehe-Fotos
OLG Schleswig bestätigt Aufhebung

Ehe wegen Lüge über homosexuelle Vorehe anulliert

Eine Ehe kann aufgehoben werden, wenn ein Partner über das Geschlecht eines früheren Ehepartners täuscht. Das OLG Schleswig sah eine arglistige Täuschung darin, dass die Frau ihre frühere Ehe bewusst als heterosexuelle Verbindung dargestellt habe.

Auch Opa durfte trauen
Kruzifix eines Priesters der griechisch-orthodoxen Kirche, das an einer Silberkette hängt
BGH zu Hochzeit mit orthodoxem Erzpriester

Auch Opa durfte trauen

Ein Ehepaar hatte sich vor fast 15 Jahren nach griechisch-orthodoxen Riten von einem Erzpriester trauen lassen – sogar mit diplomatischer Unterstützung im Gepäck. Nun pochte der Mann im Scheidungsverfahren auf die Ungültigkeit der Ehe. Damit kam er beim BGH nicht durch.

Gegen Zwangsgeld nur mit Anwalt
Ein Mann im Talar und einem roten Gesetzbuch unterält sich mit einer Frau.
Versorgungsausgleich

Gegen Zwangsgeld nur mit Anwalt

Wer im Versorgungsausgleichsverfahren erforderliche Unterlagen nicht beibringt, riskiert ein Zwangsgeld. Ob gegen einen solchen Beschluss auch ohne Anwalt vorgegangen werden kann, ist umstritten. Das OLG Nürnberg hat nun Stellung bezogen.

Schnell geschieden und gut verborgen
Ein Mann steht mit geballter Faust vor einer Frau, die auf einem Sofa sitzt und ihren Kopf in den Händen verbirgt.
Schutz vor häuslicher Gewalt

Schnell geschieden und gut verborgen

Der Schutz vor häuslicher Gewalt steht im Zentrum einer geplanten Reform des FamFG. Das Justizministerium will Gewaltopfern eine schnellere Scheidung ermöglichen, Familienrichter besser ausbilden und durch einen Wahlgerichtsstand den Aufenthaltsort Betroffener verschleiern.

Hubig schlägt Reform des Kindschaftsrechts vor
Eine Mann, eine Frau und ein Mädchen sitzen eng beieinander auf einem schwarzen Sofa. Das Mädchen liegt mit Kuscheltier auf der Brust der Mutter.
Schutz vor häuslicher Gewalt

Hubig schlägt Reform des Kindschaftsrechts vor

Ein sicherer Ort, "geprägt von Liebe und frei von Gewalt" – für Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sollte Familie genau das sein. Um diesem Ideal ein Stück näher zu kommen, will sie jetzt das Kindschaftsrecht umfassend reformieren.

Kein Anspruch auf Grenzsperre gegen ukrainische Mutter
Im Vordergrund sieht man den Rücken eines Polizisten, im Hintergrund ein Schild mit der Aufschrift "Bundesrepublik Deutschland".
Gemeinsames Sorgerecht

Kein Anspruch auf Grenzsperre gegen ukrainische Mutter

Weil er befürchtete, seine ukrainisch-stämmige Frau könnte nach einer "Auseinandersetzung" mit den Kindern in die Ukraine flüchten, versuchte ein Vater vor den Gerichten eine Grenzsperre erwirken. Dafür fehlt ihm laut BVerfG jedoch schon im Ausgangspunkt das Recht.

Kein Hebel für mehr Kinderschutz
In einer Küche stehen streitende Eltern, im Vordergrund sieht man einen etwa 12-jährigen Jungen, der die Hände vor die Augen schlägt.
Abgelehnte familiengerichtliche Maßnahmen

Kein Hebel für mehr Kinderschutz

Ein Vater sah sein Kind gefährdet – und wollte den Staat zum Eingreifen zwingen. Doch die Gerichte sahen keine Kindeswohlgefährdung. Durfte er das angreifen? Der BGH zog eine klare Grenze.

Zur Reform der Vaterschaftsanfechtung
Wettlauf ums Kind: Zur Reform der Vaterschaftsanfechtung
Wettlauf ums Kind

Zur Reform der Vaterschaftsanfechtung

Abstammung oder soziale Bindung – wer zählt wirklich als Vater? Die Reform der Vaterschaftsanfechtung stärkt die Stellung des biologischen Vaters. Warum der Gesetzgeber nur halb wagt, was Karlsruhe fordert – und weshalb die nächste Debatte schon programmiert ist, erläutert Susanne Gössl.

Auswahl des Vormunds nicht isoliert angreifbar
Carl von Ossietzky
Nach entzogenem Sorgerecht

Auswahl des Vormunds nicht isoliert angreifbar

Wer den Entzug der elterlichen Sorge hinnimmt, verliert zugleich das Recht, die Auswahl des Vormunds isoliert anzugreifen. Nach Ansicht des BGH fehlt es an der Beschwerdebefugnis – selbst dann, wenn ein naher Angehöriger anstelle des Jugendamts Vormund werden soll.

Nicht automatisch Ergebnis mütterlicher Manipulation
Orte des Rechts
Kind will Vater nicht sehen

Nicht automatisch Ergebnis mütterlicher Manipulation

Verweigert ein Kind den Umgang mit einem Elternteil, kann das nicht pauschal darauf zurückgeführt werden, dass das Elternteil, beim dem das Kind wohnt, das Kind manipuliert. Das stellt das OLG Frankfurt a.M. klar. 

Weiteres passendes Rechtsgebiet

Erbrecht

Rücktrittsvorbehalt lässt Erberwartung nicht entfallen
Ein Schriftstück, das mit "Erbvertrag" überschrieben ist
Erbvertrag

Rücktrittsvorbehalt lässt Erberwartung nicht entfallen

Schenkungen zu Lebzeiten dürfen einen Erbvertrag nicht wirtschaftlich aushöhlen – laut BGH selbst dann nicht, wenn sich der Erblasser im Vertrag einen Rücktritt vorbehalten hat.

VG Bremen spricht Solomüttern Unterhaltsvorschuss zu
Unterhalt eines Kindes
Wende bei anonymer Samenspende

VG Bremen spricht Solomüttern Unterhaltsvorschuss zu

Bislang gingen Kinder aus anonymen Samenspenden beim Unterhaltsvorschuss leer aus. Das VG Bremen bricht jetzt mit dieser Linie und verpflichtet die Stadt, vier Müttern Leistungen zu bewilligen.

Unterhaltsvorschuss nur noch bis zum 16. Geburtstag?
Mutter sitzt mit Kind auf dem Schoß vor einem Laptop.
Alleinerziehende

Unterhaltsvorschuss nur noch bis zum 16. Geburtstag?

Mit einem Vorschuss springt der Staat ein, wenn Eltern keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen. Dafür wurde in den letzten Jahren mehr Geld nötig. Die Familienministerin will nun eine Kürzung.

Dauerndes Getrenntleben wider Willen reicht nicht
Rechtspartnerschaften in Zeiten des Krieges
Kein Unterhaltsvorschuss

Dauerndes Getrenntleben wider Willen reicht nicht

Einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss kann es bei verheirateten Paaren nur geben, wenn sie dauernd getrennt leben. Dem BVerwG reicht es nicht, wenn die Trennung nur räumlich aus aufenthaltsrechtlichen Gründen besteht, daher musste ein Mann 6.500 Euro zurückzahlen.

Keine Zwischenfeststellung des Trennungszeitpunktes
Rauten-Muster angelehnt an das Logo von beck-aktuell in Unternehmensfarben
Streit um Zugewinnausgleich

Keine Zwischenfeststellung des Trennungszeitpunktes

In einem Streit um Zugewinnausgleich im Scheidungsverbund erstrebte der Ehemann auf der Auskunftsstufe die Zwischenfeststellung des Trennungszeitpunktes. Der BGH befand den Antrag wie die Vorinstanzen für unzulässig, da der Trennungszeitpunkt kein Rechtsverhältnis sei. 

Kein Zeugnisverweigerungsrecht für Pfarrer nach Affäre
Sex ist keine Seelsorge: Kein Zeugnisverweigerungsrecht für Pfarrer nach Affäre
Sex ist keine Seelsorge

Kein Zeugnisverweigerungsrecht für Pfarrer nach Affäre

Eine Beamtin, die eine Affäre mit einem Pfarrer einging, kann von ihrem Mann keinen Trennungsunterhalt verlangen. Zum Verhängnis wurde der Frau ein Liebesbrief des Geistlichen, den das Gericht als verwertbar einstufte.

Leitlinien in NRW neu gefasst
Parken in Pink
Unterhaltsrecht

Leitlinien in NRW neu gefasst

Für 2025 hatten die Familiensenate der Oberlandesgerichte Düsseldorf, Hamm und Köln erstmals gemeinsame unterhaltsrechtliche Leitlinien festgelegt. Jetzt gibt es eine aktuelle Version, die ab dem kommenden Jahr gilt.

Neue Düsseldorfer Tabelle für 2026 veröffentlicht
Alle Jahre wieder: Neue Düsseldorfer Tabelle für 2026 veröffentlicht
Alle Jahre wieder

Neue Düsseldorfer Tabelle für 2026 veröffentlicht

Zum 1. Januar 2026 wird die Düsseldorfer Tabelle aktualisiert. Die Bedarfssätze steigen nur teilweise, eine grundlegende Änderung gibt es beim Elternunterhalt. Ab sofort ist die Tabelle auf der Internetseite des OLG Düsseldorf abrufbar.

Urteilsberichtigung darf keine neuen Parteien schaffen
Leitplanken für KI-unterstützte Justiz
Upps

Urteilsberichtigung darf keine neuen Parteien schaffen

Ein AG erließ irrtümlich einen Unterhaltsbeschluss gegen den Vater eines Kindes, obwohl die Mutter herangezogen werden sollte. Statt den Fehler prozessual sauber zu korrigieren, "berichtigte" die Rechtspflegerin den Beschluss – und machte die Mutter zur Schuldnerin. Das geht so aber laut OLG Frankfurt a. M. nicht.

Alle Artikel aus dem Familienrecht

BGH rügt Vorgehen des Jugendamts
Inobhutnahme eines Kindes

BGH rügt Vorgehen des Jugendamts

Ein Mädchen wird aus dem Kindergarten geholt und in einer Pflegefamilie untergebracht. Weil unklar ist, ob die Eltern zuvor informiert wurden, sieht der BGH Anhaltspunkte für eine Amtspflichtverletzung.

Mutter kann nicht zum Vater werden
Vaterschaftsanerkennung

Mutter kann nicht zum Vater werden

Der BGH hat entschieden: Transmänner können die Vaterschaft für ein Kind nicht anerkennen, wenn sie bei der Geburt noch als weiblich galten. Was das Selbstbestimmungsgesetz daran ändert.

Mehr Opferschutz in familiengerichtlichen Verfahren
Häusliche Gewalt

Mehr Opferschutz in familiengerichtlichen Verfahren

Scheidung ohne Trennungsjahr: Wer Gewalt erlebt hat, soll künftig schneller gehen können. Wie ein Gesetzesvorhaben der Bundesregierung Betroffene schützen und Kindern in familiengerichtlichen Verfahren mehr Rechte geben soll.

Nordisch by Nature reicht nicht
Annahme friesischen Nachnamens

Nordisch by Nature reicht nicht

Ein Mann aus Essen wollte seinen Namen nach friesischer Tradition ändern. Er habe Friesen kennengelernt und ihre Mentalität schätzen gelernt. Das AG Essen stellte jedoch eine andere Frage: Was macht einen Friesen rechtlich aus?

Kein Umgangsrecht mit Enkeln
Eugen Block unterliegt vor dänischem Gericht

Kein Umgangsrecht mit Enkeln

Seit Jahren streiten Christina Block und ihr in Dänemark lebender Ex-Mann um das Sorgerecht für ihre Kinder. Die Mutter steht zudem wegen einer Rückholaktion vor Gericht. Der Opa dagegen kämpft für ein Umgangsrecht mit seinen Enkeln.

Iranische Talaq-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt
"Ich verstoße dich"

Iranische Talaq-Scheidung in Deutschland nicht anerkannt

Die einseitige Lossagung von einer Ehe im Iran ("talaq") reicht laut dem BGH nicht, um die Scheidung auch in Deutschland anzuerkennen. Denn nach islamischem Recht sei die Beteiligung iranischer Gerichte nur eine Formalität.

Durchs Fenster geheiratet
Somalische Botschaft in Berlin

Durchs Fenster geheiratet

Weil sie Angst vor aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen hatte, blieb eine Somalierin vor der Botschaft, während ihr Verlobter mit dem Konsularbeamten hineinging. Die Trauung fand durchs offene Fenster statt – und ist wirksam, entschied das OLG Bamberg.

Mutter verweigert erfolgreich Anti-Gewalt-Training
Gesetzesgrundlage fehlt

Mutter verweigert erfolgreich Anti-Gewalt-Training

Nach zwei Schlägen auf das Gesäß ihrer Tochter sollte eine Mutter ein 52-stündiges Anti-Gewalt-Training absolvieren. Das OLG Stuttgart hat die gerichtliche Anordnung nun aufgehoben – aus gleich mehreren Gründen.

"Die perfekte Lösung gibt es bei der Leihmutterschaft nicht"
Debatte über Legalisierung

"Die perfekte Lösung gibt es bei der Leihmutterschaft nicht"

Jens Spahn hat eine Debatte über Leihmutterschaft losgetreten. Sollte man sie legalisieren? Die Bielefelder Professorin Anne Sanders erklärt im Interview, warum die deutsche Rechtslage konsequent ist – und macht dennoch einen Reformvorschlag.

VG Bremen spricht Solomüttern Unterhaltsvorschuss zu
Wende bei anonymer Samenspende

VG Bremen spricht Solomüttern Unterhaltsvorschuss zu

Bislang gingen Kinder aus anonymen Samenspenden beim Unterhaltsvorschuss leer aus. Das VG Bremen bricht jetzt mit dieser Linie und verpflichtet die Stadt, vier Müttern Leistungen zu bewilligen.

Unterhaltsvorschuss nur noch bis zum 16. Geburtstag?
Alleinerziehende

Unterhaltsvorschuss nur noch bis zum 16. Geburtstag?

Mit einem Vorschuss springt der Staat ein, wenn Eltern keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen. Dafür wurde in den letzten Jahren mehr Geld nötig. Die Familienministerin will nun eine Kürzung.

Eheführung ist keine Arbeitsleistung
Lebensversicherung in der Insolvenzmasse

Eheführung ist keine Arbeitsleistung

Ansprüche aus einer Lebensversicherung des Ex-Ehepartners bleiben Teil der Insolvenzmasse. Das hat der BGH entschieden. Eine Übertragung des Pfändungsschutzes für persönlich geleistete Dienste lehnte das Gericht ab, denn das "Führen einer Ehe" falle nicht darunter.

Ehe wegen Lüge über homosexuelle Vorehe anulliert
OLG Schleswig bestätigt Aufhebung

Ehe wegen Lüge über homosexuelle Vorehe anulliert

Eine Ehe kann aufgehoben werden, wenn ein Partner über das Geschlecht eines früheren Ehepartners täuscht. Das OLG Schleswig sah eine arglistige Täuschung darin, dass die Frau ihre frühere Ehe bewusst als heterosexuelle Verbindung dargestellt habe.

Wunschmutter muss genetisch nicht verwandtes Kind adoptieren
Leihmutterschaft im Ausland

Wunschmutter muss genetisch nicht verwandtes Kind adoptieren

Während Mexiko die Mutterschaft einer Deutschen anerkannte, die im Land ein Kind von einer Leihmutter austragen ließ, bockte das deutsche Standesamt. Der BGH bestätigt: Da das Kind mit anonym gespendeten Zellen gezeugt worden war, müsse die Mutter es erst adoptieren.

Nach dem Widerruf ist noch ein Namenswechsel drin
Ehename

Nach dem Widerruf ist noch ein Namenswechsel drin

Erst den Namen der Frau, dann wieder jeder seinen eigenen – und kurz darauf doch den Namen des Mannes. Das Standesamt spielte mit, die Aufsichtsbehörde nicht. Nun hat das KG entschieden, wie viel Spielraum das neue Namensrecht tatsächlich eröffnet.

Auch Opa durfte trauen
BGH zu Hochzeit mit orthodoxem Erzpriester

Auch Opa durfte trauen

Ein Ehepaar hatte sich vor fast 15 Jahren nach griechisch-orthodoxen Riten von einem Erzpriester trauen lassen – sogar mit diplomatischer Unterstützung im Gepäck. Nun pochte der Mann im Scheidungsverfahren auf die Ungültigkeit der Ehe. Damit kam er beim BGH nicht durch.

Ex-Verfassungsrichterinnen unterstützen Vorschlag von Ökonomen
Reform des Ehegattensplittings

Ex-Verfassungsrichterinnen unterstützen Vorschlag von Ökonomen

Seit einiger Zeit werden hitzige Debatten über das Ehegattensplitting geführt. Nun hat eine Gruppe von Ökonominnen und Ökonomen der Bundesregierung einen Reformvorschlag unterbreitet. Auch zwei Verfassungsrichterinnen haben unterzeichnet.

Gegen Zwangsgeld nur mit Anwalt
Versorgungsausgleich

Gegen Zwangsgeld nur mit Anwalt

Wer im Versorgungsausgleichsverfahren erforderliche Unterlagen nicht beibringt, riskiert ein Zwangsgeld. Ob gegen einen solchen Beschluss auch ohne Anwalt vorgegangen werden kann, ist umstritten. Das OLG Nürnberg hat nun Stellung bezogen.

Schnell geschieden und gut verborgen
Schutz vor häuslicher Gewalt

Schnell geschieden und gut verborgen

Der Schutz vor häuslicher Gewalt steht im Zentrum einer geplanten Reform des FamFG. Das Justizministerium will Gewaltopfern eine schnellere Scheidung ermöglichen, Familienrichter besser ausbilden und durch einen Wahlgerichtsstand den Aufenthaltsort Betroffener verschleiern.

Noch-Ehefrau erbt trotzdem nichts
18 Jahre nicht geschieden

Noch-Ehefrau erbt trotzdem nichts

Erst sollte es mit der Scheidung schnell gehen, dann ruhte das Verfahren für 18 Jahre. Nach dem Tod des Mannes pochte die Gattin nun auf ihren Erbanteil, schließlich sei man nicht geschieden. Der BGH ist anderer Ansicht.

Hubig schlägt Reform des Kindschaftsrechts vor
Schutz vor häuslicher Gewalt

Hubig schlägt Reform des Kindschaftsrechts vor

Ein sicherer Ort, "geprägt von Liebe und frei von Gewalt" – für Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sollte Familie genau das sein. Um diesem Ideal ein Stück näher zu kommen, will sie jetzt das Kindschaftsrecht umfassend reformieren.

Gericht rügt Anwältin für "fantasierte" Fundstelle
KI-Rüffel vom KG

Gericht rügt Anwältin für "fantasierte" Fundstelle

Eine Anwältin musste sich in einem Familienrechtsstreit einen Rüffel vom Gericht gefallen lassen, weil sie offenbar einen KI-generierten Schriftsatz mit falschen Zitaten eingereicht hatte. Ihr Rechtsmittel hatte somit auch keinen Erfolg.

Elektronische Fußfessel mit Änderungen beschlossen
Gewaltschutz

Elektronische Fußfessel mit Änderungen beschlossen

Der Rechtsausschuss hat die Einführung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung im Gewaltschutz beschlossen. In der Ausschussfassung wurden zentrale Punkte nachjustiert – etwa zur technischen Ausgestaltung, zum Opferwillen und zu erweiterten Schutz‑ und Warnmechanismen.

Niederknien am Strand war Antrag auf Kfz-Übereignung
"Willst du A5 fahren?"

Niederknien am Strand war Antrag auf Kfz-Übereignung

Nach seiner Hochzeit unter Palmen ging ein Ehemann am Strand in die Knie und übergab seiner Angetrauten mit einem symbolischen Akt zwei Kennzeichen für ein Audi A5 Cabriolet. Nach der Trennung will er dieses nun zurück. Doch das OLG Nürnberg sieht eine wirksame Übereignung.

Rentenausgleich bald ohne Tricks und Fehler
Nach Scheidung

Rentenausgleich bald ohne Tricks und Fehler

Die Bundesregierung will beim Versorgungsausgleich punktuell nachbessern: Vergessene oder verschwiegene Rentenansprüche sollen künftig nachträglich zwischen den Ehegatten ausgeglichen werden können.

Kein Anspruch auf Grenzsperre gegen ukrainische Mutter
Gemeinsames Sorgerecht

Kein Anspruch auf Grenzsperre gegen ukrainische Mutter

Weil er befürchtete, seine ukrainisch-stämmige Frau könnte nach einer "Auseinandersetzung" mit den Kindern in die Ukraine flüchten, versuchte ein Vater vor den Gerichten eine Grenzsperre erwirken. Dafür fehlt ihm laut BVerfG jedoch schon im Ausgangspunkt das Recht.

Kein Hebel für mehr Kinderschutz
Abgelehnte familiengerichtliche Maßnahmen

Kein Hebel für mehr Kinderschutz

Ein Vater sah sein Kind gefährdet – und wollte den Staat zum Eingreifen zwingen. Doch die Gerichte sahen keine Kindeswohlgefährdung. Durfte er das angreifen? Der BGH zog eine klare Grenze.

Dauerndes Getrenntleben wider Willen reicht nicht
Kein Unterhaltsvorschuss

Dauerndes Getrenntleben wider Willen reicht nicht

Einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss kann es bei verheirateten Paaren nur geben, wenn sie dauernd getrennt leben. Dem BVerwG reicht es nicht, wenn die Trennung nur räumlich aus aufenthaltsrechtlichen Gründen besteht, daher musste ein Mann 6.500 Euro zurückzahlen.

Zustellung braucht nicht immer den Gerichtsvollzieher
Gewaltschutzbeschlüsse

Zustellung braucht nicht immer den Gerichtsvollzieher

Einstweilige Gewaltschutzanordnungen müssen gemäß § 214 Abs. 2 S. 2 FamFG eigentlich per Gerichtsvollzieher zugestellt werden. Das OLG Karlsruhe schränkt ein: Nicht immer ist ein Gerichtsvollzieher erforderlich, sondern nur dann, wenn dies am besten für den Opferschutz ist.

Zur Reform der Vaterschaftsanfechtung
Wettlauf ums Kind

Zur Reform der Vaterschaftsanfechtung

Abstammung oder soziale Bindung – wer zählt wirklich als Vater? Die Reform der Vaterschaftsanfechtung stärkt die Stellung des biologischen Vaters. Warum der Gesetzgeber nur halb wagt, was Karlsruhe fordert – und weshalb die nächste Debatte schon programmiert ist, erläutert Susanne Gössl.

Bundestag stärkt Rechte leiblicher Väter
Nach BVerfG-Urteil

Bundestag stärkt Rechte leiblicher Väter

Leibliche Väter können künftig einfacher die rechtliche Vaterschaft eines anderen Mannes für ihr Kind anfechten. Der Bundestag hat am Donnerstagabend eine entsprechende Reform des Abstammungsrechts verabschiedet, mit dem ein Urteil des BVerfG umgesetzt wird.

Keine Zwischenfeststellung des Trennungszeitpunktes
Streit um Zugewinnausgleich

Keine Zwischenfeststellung des Trennungszeitpunktes

In einem Streit um Zugewinnausgleich im Scheidungsverbund erstrebte der Ehemann auf der Auskunftsstufe die Zwischenfeststellung des Trennungszeitpunktes. Der BGH befand den Antrag wie die Vorinstanzen für unzulässig, da der Trennungszeitpunkt kein Rechtsverhältnis sei. 

Kein Zeugnisverweigerungsrecht für Pfarrer nach Affäre
Sex ist keine Seelsorge

Kein Zeugnisverweigerungsrecht für Pfarrer nach Affäre

Eine Beamtin, die eine Affäre mit einem Pfarrer einging, kann von ihrem Mann keinen Trennungsunterhalt verlangen. Zum Verhängnis wurde der Frau ein Liebesbrief des Geistlichen, den das Gericht als verwertbar einstufte.

Karlsruhe soll Anforderungen überprüfen
Adoption statt Dauerpflege

Karlsruhe soll Anforderungen überprüfen

Ein Dauerpflegeverhältnis vermittelt dem aufgenommenen Kind nicht die gleiche Stabilität wie eine Adoption, meint das OLG Frankfurt a.M. Dies im Blick kritisiert es die Hürden, die für die Adoption des Kindes eines psychisch kranken Elternteils auch gegen deren Willen bestehen, als zu hoch.

Auswahl des Vormunds nicht isoliert angreifbar
Nach entzogenem Sorgerecht

Auswahl des Vormunds nicht isoliert angreifbar

Wer den Entzug der elterlichen Sorge hinnimmt, verliert zugleich das Recht, die Auswahl des Vormunds isoliert anzugreifen. Nach Ansicht des BGH fehlt es an der Beschwerdebefugnis – selbst dann, wenn ein naher Angehöriger anstelle des Jugendamts Vormund werden soll.

Nicht automatisch Ergebnis mütterlicher Manipulation
Kind will Vater nicht sehen

Nicht automatisch Ergebnis mütterlicher Manipulation

Verweigert ein Kind den Umgang mit einem Elternteil, kann das nicht pauschal darauf zurückgeführt werden, dass das Elternteil, beim dem das Kind wohnt, das Kind manipuliert. Das stellt das OLG Frankfurt a.M. klar. 

Großzügige Neuregelung greift auch in Altfällen
Kind soll Nachnamen des Stiefvaters tragen

Großzügige Neuregelung greift auch in Altfällen

Eine Mutter will, dass ihr Kind aus einer vergangenen Beziehung – wie sie selbst – künftig den Nachnamen ihres neuen Ehemannes trägt. Dafür reicht es, dass das dem Wohl des Kindes dient. Die alte – strengere – Regelung ist laut OLG Frankfurt a.M. nicht anzuwenden, auch wenn sie bei Antragstellung noch galt.

Sexueller Übergriff auf Tochter reicht nicht für sofortige Scheidung
Trennungsjahr

Sexueller Übergriff auf Tochter reicht nicht für sofortige Scheidung

Im Verfahren um einen gewalttätigen und mutmaßlich mehrfach sexuell übergriffigen Ehemann beharrte das OLG Karlsruhe auf der Einhaltung des Trennungsjahrs. Sein Verhalten möge strafrechtlich relevant sein, ein Härtefall sei das aber noch nicht.

Bei US-Ehepaar auch in Deutschland erlaubt
Namens-Meshing

Bei US-Ehepaar auch in Deutschland erlaubt

In den USA ist es gang und gäbe, dass Frischvermählte ihre Familiennamen zu einem neuen verschmelzen können. Das deutsche Namensrecht ist da trotz einer Reform in diesem Jahr strenger. Einem in den USA lebenden Paar gelang die Eintragung des neuen Mix-Namens nun trotzdem.

Leitlinien in NRW neu gefasst
Unterhaltsrecht

Leitlinien in NRW neu gefasst

Für 2025 hatten die Familiensenate der Oberlandesgerichte Düsseldorf, Hamm und Köln erstmals gemeinsame unterhaltsrechtliche Leitlinien festgelegt. Jetzt gibt es eine aktuelle Version, die ab dem kommenden Jahr gilt.