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Algorithmus statt Anwalt

KI-Kanzlei gewinnt ersten Prozess

Eine Frau tippt auf ihrem Laptop. Über das Bild gelegt ist das Logo einer Waage und die Abkürzung "AI".
Einer Freiberuflerin gelang es mithilfe der KI-Kanzlei, ausstehendes Honorar zugesprochen zu bekommen. © AucArtStudio / Adobe Stock (KI-generiert)

In Großbritannien hat erstmals eine KI-gestützte Kanzlei einen Gerichtsprozess gewonnen – ohne, dass ein einziger Anwalt an der vorgerichtlichen Arbeit beteiligt war.

Die KI-Kanzlei Garfield AI hat ihren ersten Prozess vor einem Bezirksgericht in Wandsworth, Großbritannien gewonnen. Wie Legal Cheek berichtete, setzte die Kanzlei für eine freiberufliche HR-Beraterin rund 7.000 Pfund an ausstehenden Honoraren gegen einen Gastronomiebetrieb durch – und wehrte zugleich eine gegen sie gerichtete Widerklage ab.

Garfield AI ist seit vergangenem Jahr von der britischen Anwaltsaufsicht zugelassen und gilt als erste KI-gestützte Anwaltskanzlei des Landes. Gegründet wurde sie vom früheren Baker McKenzie Juristen Philip Young und dem Quantenphysiker Daniel Long, die ihr Unternehmen als "erste reine KI-Anwaltskanzlei der Welt" bezeichnen.

Im zugrunde liegenden Fall hatte der Gastronomiebetrieb sämtliche Honorarzahlungen an die Freelancerin verweigert. Die Frau nutzte daraufhin Garfields Plattform, um Mahnschreiben zu erstellen und das gerichtliche Verfahren gegen den Betrieb einzuleiten. Auch nach Klageerhebung übernahm Garfields Technologie große Teile der Prozessarbeit – von der Offenlegung von Dokumenten über Zeugenaussagen bis hin zur allgemeinen Vorbereitung des Prozesses. 

Für die Vertretung vor Gericht mandatierte Garfield einen menschlichen Anwalt – der später bestätigte, die KI-Dokumente seien "für die Zwecke dieses Verfahrens mehr als ausreichend" gewesen. Die Kanzlei bezeichnet den Erfolg als juristischen Meilenstein. Mitgründer Young bezeichnete das Ergebnis als "Beginn eines neuen Zeitalters des Zugangs zur Justiz".