Ein Duisburger kehrt nach Leipzig zurück

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Ein Duisburger kehrt nach Leipzig zurück. beck-aktuell, 24.08.2026 (abgerufen am: 24.08.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/204446)
Gut ein Jahr nach seinem Amtsantritt in Münster soll der dortige OVG-Präsident Carsten Günther an die Spitze des BVerwG rücken. Der Richterwahlausschuss tagt am 15. Oktober. Günther kennt Leipzig gut – er war dort zehn Jahre lang Richter.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat für den 15. Oktober die Richterernennungskommission in Berlin einberufen. Dort soll Carsten Günther (CDU) zum Richter am BVerwG gewählt werden. Anschließend soll das Bundeskabinett den 56-Jährigen zum Präsidenten des BVerwG ernennen. Das berichtet die Tageszeitung "FAZ" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen.
Die Position an der Spitze des höchsten deutschen Verwaltungsgerichts ist seit Juni vakant, als der bisherige Präsident Andreas Korbmacher in den Ruhestand trat. Ursprünglich hatte die schwarz-rote Koalition geplant, den Präsidenten des VG Mannheim, Malte Graßhof (CDU), in dieses Amt zu berufen. Graßhof zog seine Kandidatur wenige Tage vor der für Juni geplanten Wahl jedoch zurück und begründete dies mit dem Wiederauftreten einer orthopädischen Erkrankung sowie der Tatsache, dass er sich nicht mehr in der Lage sehe, die langen täglichen Fahrten nach Leipzig auf sich zu nehmen.
Über den Umweg Münster nach Leipzig
Die geplante Ernennung von Günther hat in Justizkreisen für Überraschung gesorgt. Der aus Duisburg stammende Jurist studierte Rechtswissenschaften in Münster und Barcelona und promovierte 1998 an der Universität Münster; erst seit August 2025 ist er Präsident des OVG Nordrhein-Westfalen. Seinem Amtsantritt war ein mehrjähriger Rechtsstreit vorausgegangen: Benjamin Limbach (Die Grünen), damals Justizminister von Nordrhein-Westfalen, hatte eine andere Kandidatin ausgewählt. Günther hatte Klage eingereicht, die er vor dem VG Münster gewann, vor dem OVG jedoch verlor. Im Jahr 2024 hatte das BVerfG das Auswahlverfahren beanstandet. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Düsseldorf hatte sich mit dem Fall befasst, wobei SPD und FDP Limbach vorwarfen, gegen den Grundsatz der Auswahl der besten Kandidaten verstoßen zu haben. Die konkurrierende Kandidatin zog ihre Kandidatur schließlich zurück.
In Leipzig ist Günther kein Unbekannter. Von 2015 bis 2025 war er am BVerwG als Richter in der 2. Revisionskammer tätig, die für das Beamten- und Wehrdienstrecht zuständig ist. Dort bekleidete er zudem viele Jahre lang das Amt des Präsidialrichters.
Seine juristische Laufbahn hatte er im Jahr 2000 am VG Köln begonnen, bevor er zum Bundesjustizministerium, zur Staatskanzlei von Nordrhein-Westfalen und ans NRW-Justizministerium abgeordnet wurde.
- Redaktion beck-aktuell, hg
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