Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt
Zusammenbruch vor Gericht

Alkoholisierter britischer Anwalt muss Strafe zahlen

Ein Mann mit weißem Hemd und loser Krawatte hebt ein Glas mit Whiskey oder Ähnlichem. Er wirkt benommen.
Vor der Verhandlung noch 1-3 Gläschen? Keine gute Idee. © TheVisualsYouNeed / Adobe Stock

In England erscheint ein Rechtsanwalt betrunken vor Gericht – und bricht dort zusammen. Jetzt ist er zu einer Geldstrafe von 1.000 britischen Pfund verurteilt worden.

Wie das britische Nachrichtenportal Legal Cheek berichtet, war ein Barrister während einer Verhandlung vor einem Gericht in Maidstone alkoholbedingt zusammengebrochen. Die Anhörung musste deswegen vertagt werden. Der Prozessanwalt zeigte sich nach dem Vorfall selbst beim Bar Standards Board (BSB) an. Dabei handelt es sich um die Berufs‑ und Aufsichtsbehörde für Barrister in England und Wales.

Das BSB wertete den alkoholbedingten Zusammenbruch als berufliche Pflichtverletzung. Nicht nur habe der Anwalt gegen seine Pflicht gegenüber dem Gericht bei der Rechtspflege verstoßen und die Interessen seines Mandanten verletzt. Das BSB warf ihm laut Legal Cheek zudem vor, sein Verhalten könne das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Berufsstand untergraben.

Die Aufsichtsbehörde berücksichtigte mildernd, dass der Barrister den Vorfall selbst gemeldet und mit ihr zusammengearbeitet hatte. Außerdem hielt das BSB dem Mann zugute, dass er seine anwaltliche Tätigkeit nach dem Vorfall vorerst eingestellt und seiner Kanzlei toxikologische Gutachten vorgelegt hatte. Es stellte zudem fest, dass es sich um einen Einzelfall handelte – in der Aufsichtsakte des Anwalts fänden sich keine entsprechenden weiteren Einträge.

Eine vollständige Disziplinarverhandlung fand nach Angaben von Legal Cheek nicht statt. Vielmehr sei der Fall im Wege "gegenseitigen Einvernehmens" abgeschlossen worden. Will heißen: Der Barrister erkannte sein Fehlverhalten an und einigte sich mit der Aufsichtsbehörde auf eine angemessene Sanktion.