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Safer Internet Day 2016

Maas will Einschränkung bei Verwendung von Fitness-Tracker-Daten prüfen

Rechtspartnerschaften in Zeiten des Krieges

Immer mehr Menschen nutzen Fitness-Armbänder, Smartphones mit Gesundheits-Apps und Smartwatches zur Aufzeichnung von Gesundheitswerten. Auf einer Veranstaltung am Safer Internet Day 2016 zu diesem Thema betonte Bundesjustiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) die besondere Schutzbedürftigkeit dieser Daten vor Missbrauch und kündigte an, eine Einschränkung bei der Verwendung bestimmter Gesundheitsdaten zu prüfen.

Bitkom-Umfrage: Ein Drittel der Bürger nutzt "Wearables" und Gesundheits-Apps

Nach einer Umfrage des Branchenverbands der deutschen IT-Industrie Bitkom nutzen bereits 31% der Bundesbürger ab 14 Jahren Fitness-Armbänder, Smartphones mit Gesundheits-Apps und Smartwatches zur Aufzeichnung von Gesundheitswerten.  

Maas will Einschränkung der Verwendung bestimmter Gesundheitsdaten prüfen  

Maas unterstrich laut Pressemitteilung vom 09.02.2016, dass Fitness- und Gesundheitsdaten Teil der Privatsphäre seien. Daher dürfe es einem zum Beispiel bei der Krankenversicherung nicht zum Nachteil gereichen, wenn man seine Gesundheitsdaten nicht an die Krankenkasse weitergibt. Maas wies auch auf die besondere Schutzbedürftigkeit dieser Daten hin und erklärte: "Es darf nicht sein, dass Informationen über individuelle körperliche oder seelische Schwächen auf dem Datenmarkt  die Runde machen." Er kündigte an, eine Einschränkung der Verwendung bestimmter Gesundheitsdaten auf Grundlage der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung zu prüfen.  

75% der Befragten würden Daten an ihren Arzt weitergeben  

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sieht das größte Potenzial von Wearables in der Prävention von Krankheiten und in der medizinischen Versorgung von Patienten. 75% aller Befragten würden im Krankheitsfall ihre mit einem Fitness-Tracker gemessenen Vitalwerte an ihren Arzt übermitteln. Unter chronisch Kranken seien es sogar 93%.  

Verbraucherschützer sehen Vorteile für Patienten, fordern aber Standards für Qualität und Datenschutz 

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht laut Pressemitteilung vom 08.02.2016 in Wearables und Gesundheits-Apps Anwendungen, die das Leben von Patienten verbessern können. Blut- und Herzwerte könnten einfacher überwacht und dokumentiert werden. Über telemedizinische Anwendungen könnten Ärzte auch nach dem Erstkontakt mit den Patienten in Kontakt bleiben. Zudem würden Gesundheits-Apps und andere digitale Angebote inzwischen für einen echten Wettbewerb um Versorgungsqualität unter den Gesetzlichen Krankenversicherungen sorgen. Telematiktarife der Krankenversicherungen lehnt der vzbv allerdings ab. Außerdem müssten zügig Standards für Qualität, Datenschutz und Datensicherheit entwickelt werden.  

Bitkom-Hauptgeschäftsführer mahnt höchste Datenschutz- und Sicherheitsstandards an 

Rohleder mahnt an, dass bei der Verarbeitung der besonders sensiblen Gesundheitsdaten die höchsten Standards für Datenschutz und technische Sicherheit der Geräte eingehalten werden müssten. So sollte zum Beispiel die Speicherung und Auswertung der Daten für den Nutzer so transparent wie möglich erfolgen und Daten nur nach Einwilligung an Dritte weitergeben werden. "Die Weitergabe von Daten kann zum Beispiel für individuelle Gesundheitshinweise sinnvoll oder sogar notwendig sein", sagte Rohleder. Auch an die technische Sicherheit seien hohe Anforderungen zu stellen (Datenverschlüsselung, Geräteidentifizierung und -authentifizierung).