Selbsternannter König Peter Fitzek steht vor Gericht

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Selbsternannter König Peter Fitzek steht vor Gericht. beck-aktuell, 05.11.2026 (abgerufen am: 05.11.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/209151)
Peter Fitzek gründete 2012 sein eigenes Königreich – mit Währung, Pässen und Bankfilialen. Jetzt steht der selbsternannte Souverän wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor dem OLG Düsseldorf. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Am Freitag beginnt vor dem OLG Düsseldorf einer der ungewöhnlichsten Staatsschutzprozesse der vergangenen Jahre. Der 61-jährige Peter Fitzek, gelernter Koch und Karatelehrer aus Halle an der Saale, muss sich gemeinsam mit drei Mitangeklagten wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung nach § 129 StGB verantworten. Das Gericht hat 52 Verhandlungstage bis September 2027 angesetzt; den Vorsitz führt Richter Jan van Lessen.
Fitzek hatte sich im September 2012 bei einer Zeremonie mit Krone und Zepter in Wittenberg zum Oberhaupt des sogenannten Königreichs Deutschland (KRD) ausrufen lassen. Rund 600 Anhänger wohnten der Veranstaltung bei. Auf seinem selbst produzierten Identitätsausweis stand: König von Deutschland.
Dreizehn Jahre beobachteten die Behörden das Treiben, bevor Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) den Verein im Mai 2025 verbot – als bis dahin größte Reichsbürger-Gruppierung des Landes. Die Sicherheitsbehörden schätzten die Mitgliederzahl auf etwa 1.000, die Vereinigung selbst reklamierte 6.000 Anhänger. Bei der Razzia am 13. Mai 2025 durchsuchten mehr als 800 Einsatzkräfte 15 Objekte in acht Bundesländern. Die Ermittler beschlagnahmten Vereinsimmobilien, Fantasiedokumente, Bargeld und Fahrzeuge. Fitzek und die Mitangeklagten wurden festgenommen.
Bankfilialen, Fantasiepässe und eine eigene Währung
Die Bundesanwaltschaft wirft den vier Männern vor, ein System aufgebaut zu haben, das die Bundesrepublik ersetzen sollte. Die Vereinigung betrieb laut Anklageschrift ein Bank- und Versicherungssystem mit Filialen in Dresden, Ulm, Menden und Wittenberg, ein Meldeamt mit fiktiven Ausweisen und eine eigene Währung – die E-Mark, die 1,10 Euro entsprochen haben soll. Das Staatsgebiet wollte die Gruppe auf die Grenzen des Deutschen Reiches von 1871 ausdehnen.
Den Anhängern versprach die Führung Steuer- und Abgabenfreiheit. Zwischen 2020 und 2025 soll die Gruppe rund zehn Millionen Euro eingenommen haben – durch unerlaubte Geschäfte, Spenden und Seminare. Umsätze seien gegenüber den Finanzbehörden nicht erklärt, für Mitarbeiter weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge abgeführt worden. Mehr als zwei Millionen Euro an Steuern seien hinterzogen worden.
Neben der Rädelsführerschaft wirft die Bundesanwaltschaft Fitzek bandenmäßige Urkundenfälschung, Steuerhinterziehung, unerlaubte Einlagen- und Versicherungsgeschäfte sowie das Vorenthalten von Arbeitsentgelt vor. Die Mitangeklagten Benjamin M. und Martin S. gehörten als Stellvertreter der obersten Leitungsebene an. Mathias B. übernahm ab 2018 Finanzen und Meldeamt und soll Fitzek bei den Einlagengeschäften als Gehilfe unterstützt haben.
Bereits 2022 warnte der sächsische Verfassungsschutz vor verschleierten Grundstückskäufen der Gruppe. 2023 ließ die BaFin eine Filiale der vereinseigenen Gemeinwohlkasse in Dresden durchsuchen. Weil eine weitere Filiale zeitweise in Menden lag, fiel die Zuständigkeit an das OLG Düsseldorf.
Verteidiger kündigt Einlassung an
Fitzeks Anwalt Ronald Mayer hat angekündigt, sein Mandant werde die Vorwürfe von sich weisen. Der wegen Körperverletzung vorbestrafte 61-Jährige sitzt seit Mai 2025 in Untersuchungshaft.
Die Szene der sogenannten Reichsbürger und Selbstverwalter umfasste 2025 laut Verfassungsschutz rund 26.000 Personen.
- Redaktion beck-aktuell, hg
- mit Material der dpa
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Selbsternannter König Peter Fitzek steht vor Gericht. beck-aktuell, 05.11.2026 (abgerufen am: 05.11.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/209151)



