Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge meldet starken Anstieg bei Asylanträgen im September 2015

Berufe mit Haltung

Im September 2015 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt 43.071 Asylanträge gestellt. Dies bedeutet einen Anstieg von 126,2% gegenüber dem September 2014, wie das Bundesinnenministerium am 07.10.2015 mitteilte. Die tatsächliche Zahl der in die Bundesrepublik eingereisten Asylsuchenden sei aber noch deutlich höher. Die Diskrepanz beruhe auf Verzögerungen bei der Asylantragstellung.

Flüchtlingsstatus in 37,8% aller Asylentscheidungen anerkannt

Entschieden hat das Bundesamt im September 2015 über die Anträge von 22.983 Personen. Dies bedeutet einen Anstieg von 166,8% gegenüber dem Vorjahresmonat (8.615 Entscheidungen). 8.690 Personen erhielten die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Das sind 37,8% aller Antragsteller. Zudem erhielten 262 Personen (1,1%) subsidiären Schutz im Sinne der EU-Richtlinie 2011/95/EU. Bei 154 Personen (0,7%) wurden Abschiebungsverbote nach § 60 Abs. 5 oder Abs. 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Tatsächlich noch mehr Asylsuchende nach Deutschland eingereist

Die Zahl der tatsächlichen Einreisen von Asylsuchenden nach Deutschland habe im September 2015 deutlich höher gelegen, da die formale Asylantragstellung teilweise erst zeitlich verzögert möglich sei, so das Innenministerium. So seien im EASY-System im Monat September 2015 bundesweit etwa 164.000 Zugänge von Asylsuchenden registriert worden. Von Januar bis September 2015 seien es insgesamt circa 577.000 gewesen. Das EASY-System ist eine IT-Anwendung zur Erstverteilung der Asylbegehrenden auf die Bundesländer.

Großteil der Asylsuchenden kam aus Syrien

Die meisten Asylsuchenden kamen mit 16.838 Anträgen im September 2015 aus Syrien, gefolgt von Albanien und Afghanistan. Insgesamt 11.712 Anträge wurden von Staatsangehörigen der sechs Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien gestellt. Das sind laut Bundesinnenministerium 27,2% aller in Deutschland gestellten Asylanträge.

Weniger Asylfolgeanträge

Die Zahl der Asylfolgeanträge sank im September 2015 (2.584) laut Innenministerium im Vergleich zum Vorjahresmonat (2.829) um 8,7% und gegenüber dem Vormonat (2.975) um 13,1%. Hauptherkunftsländer seien hier Serbien, Mazedonien und Syrien gewesen.