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Legal-AI Legora wirbt mit Jude Law

"Law just got more attractive"

Jude Law steht in einem Anzug hinter einem Schreibtisch in einem Büro und blickt in die Kamera. Vor sich auf dem Schreibtisch steht ein Laptop, dessen Bildschirm die Legora-Webseite zeigt.
Wirbt jetzt für Legal AI: Jude Law © Legora

Die schwedische Legal-AI-Firma Legora hat Hollywood-Superstar Jude Law als globales Gesicht einer neuen Markenkampagne vorgestellt. Die Spots der in den sozialen Medien schon jetzt gefeierten Kampagne zur eher trockenen Rechtsmaterie strotzen vor Selbstironie.

“Oh hello” sagt das attraktive Gesicht mit den markanten blauen Augen, das so viele aus Film und Fernsehen kennen. Man reibt sich kurz die Augen – ja, er ist es. Jude Law. DER Jude Law. “It’s fair to assume I know quite a bit about law”, sagt er – “after all, my name is Jude.” 

Die Sequenz stammt nicht aus einem aktuellen Kino-Trailer, in dem Law einen Anwalt spielt, sondern aus der ersten Sequenz der neuen globalen Markenkampagne des schwedischen Legal-AI-Anbieters Legora, deren Gesicht Jude Law ist. Das Wortspiel mit dem Nachnamen des Oscar-nominierten britischen Schauspielers ist ebenso von deutlicher Selbstironie geprägt wie die gesamten bisher bekannten Spots – sowohl von Law als auch von Legora.

"Law just got more attractive" heißt der neue Slogan des Unternehmens, das sich in einem rasant wachsenden Rechts-KI-Markt offenbar nicht mehr nur als bloßes Effizienztool, sondern auch als Lifestyle-Produkt für Juristinnen und Juristen präsentieren will.

Jede Menge Selbstironie

Im ersten Spot spricht der Superstar affektiert in die Kamera, erklärt selbst, er sei von Legora angefragt worden, das Gesicht der neuen Kampagne zu werden. Nun werde sein Gesicht eben gezeigt. Und so läuft es – die Kamera in der Totale, übertriebene Hollywood-Mimik und -Gestik. Mit ebenso absichtlich übertriebener und zum Thema völlig unpassender Dramatik sagt Law Features der AI-Software auf ("Review … confidently! Draft …precisely! Research … thorougly!") und wandert dabei mit extra-dramatischen Bewegungen durch eine etwas überdimensionierte Villa.

In einem zweiten mittlerweile viral gehenden Spot geht es um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der Software ("Collaborative AI Work Space"). Law, der im Anzug an einem teuer anmutenden Schreibtisch steht, liest die Vorteile der Software zunehmend genervt ab wie aus einem schlechten Drehbuch, dann legt er den Text weg. "Das könnte ich sagen", erklärt er sichtlich ablehnend und geht aus dem Bild. Schnitt. Nun lehnt er an einer Wand, hat das Jackett abgelegt, die Kamera geht in die Totale. Er bohrt den Blick in den des Zuschauers: "Or you look at me … looking at you … looking at me …that’s collaboration!"

Das Legora-Team kommentiert dazu bei Instagram: "Juristisches Arbeiten funktioniert besser, wenn alle an einem Strang ziehen. Wenn die Chemie stimmt. Wenn die Zusammenarbeit einfach … funktioniert. Anwälte, Mandanten und Dokumente. Gemeinsam. Moment, sind Sie etwa schon wieder abgelenkt?"

Legora sammelte zuletzt 550 Millionen Dollar ein

Hinter der Kampagne steckt laut Medienberichten die Stockholmer Agentur Akestam Holst NoA. Regie führte demnach der britische Regisseur und Comedian Rhys Thomas, eher ein Filmemacher als ein Werbe-Kommunikator.

Geld für eine solche Kampagne ist bei Legora offenbar da: In einer neuen Finanzierungsrunde Anfang des Jahres hatte das Unternehmen 550 Millionen Dollar eingesammelt und wird jetzt mit 5,55 Milliarden Dollar bewertet. Nach Angaben des Unternehmens richtet sich die Kampagne an zentrale Märkte wie die USA, Kanada, das Vereinigte Königreich und die EU. Sie wird über mehrere Kanäle ausgerollt und soll die Plattform bei den Zielgruppen in Kanzleien und Rechtsabteilungen weiter bekannt machen.

Die Plattform werde nach Unternehmensangaben täglich von zehntausenden Juristinnen und Juristen genutzt, schreibt Legora in einem Statement zur neuen Kampagne. CEO und Mitgründer Max Junestrand erklärt, man erlebe derzeit "the most exciting time in history to be a lawyer". Künstliche Intelligenz verändere die Art und Weise, wie juristische Arbeit organisiert werde, hin zu stärkerer Zusammenarbeit und Vernetzung. Diesen Anspruch solle die Kampagne widerspiegeln.