Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt
Gerechtigkeit und Loseblatt

#108: Die ehemalige BGH-Präsidentin Bettina Limperg im Interview

Die Woche im Recht

Bettina Limberg blickt zum Abschied auf zwölf Jahre an der Spitze des BGH zurück. Mit Pia Lorenz spricht sie über den Wandel des Gerichtshofs, den Reformbedarf der Justiz, den Schutz angegriffener Richterinnen und Richter – und darüber, was eine gute Richterin ausmacht.

 

Sonderfolge! Und eine ziemlich hochkarätige - zu Gast im Interview ist heute Bettina Limperg, die zwölf Jahre lang als erste Frau als Präsidentin an der Spitze des BGH stand. Kurz vor ihrem Ruhestand spricht sie mit Pia Lorenz über Zweifel, Führung und die Veränderungen, die der BGH in dieser Zeit erlebt hat. Limperg erzählt, warum sie bei Führungsangeboten zunächst eher dachte: "Warum ich?" – und weshalb sie trotzdem immer wieder Ja sagte. Für sie gehören Zweifel zum Richterberuf dazu, genauso wie die Fähigkeit, ihn zu überwinden und am Ende eine Entscheidung zu treffen.

Der BGH sei heute ein anderer Gerichtshof als 2014, sagt Limperg: größer, digitaler und in seinen Arbeitsweisen flexibler. Neue Senate, elektronische Akten und gefilmte Urteilsverkündungen hätten den Alltag verändert. Limperg sieht die Fortschritte, warnt aber zugleich vor einem Gericht als "Court TV". Was einen Auftritt der obersten Bundesgerichte in sozialen Medien angeht, hat sie noch Bedenken.

Im Gespräch geht es außerdem um eine Justiz, die vielerorts unter langen Verfahrensdauern, alternden Prozessordnungen und fehlender technischer Ausstattung leidet. Limperg fordert Reformen, schnellere Verfahren und bessere digitale Werkzeuge, hält aber an der mündlichen Verhandlung fest. Zugleich müsse die Justiz Richterinnen und Richter besser gegen persönliche Angriffe schützen. Nach ihrem Abschied will sie sich weiter für rechtsstaatliche Themen engagieren, mehr Zeit für Familie und Ehrenämter haben – und denkt sogar über einen Omnibusführerschein nach.

Kei­ne Fol­ge mehr ver­pas­sen

Gerechtigkeit & Loseblatt hören Sie über alle gängigen Podcast-Apps, hier finden Sie den Podcast bei Spotify und bei Apple Podcasts. Dort gibt es auch detaillierte Zeitangaben zu den einzelnen Themen, sodass Sie bei Bedarf ein Thema überspringen können, wenn Sie es eilig haben. Außerdem sehen Sie dort auch die Shownotes, also die weiterführenden Links, auf die die Hosts sich in den Episoden beziehen. Wenn Sie keine Folge mehr verpassen wollen, "folgen" Sie Gerechtigkeit & Loseblatt (natürlich kostenlos) einfach in der jeweiligen App, neue Folgen werden Ihnen dann angezeigt, wenn sie erschienen sind.

Kri­tik? Her da­mit!

Viele Sterne und Bewertungen in den Podcast-Apps freuen uns, weil sie den Podcast für andere Hörerinnen und Hörer noch sichtbarer machen. Feedback – Lob, Kritik und Vorschläge – an gerechtigkeit-loseblatt@njw.de ist sehr willkommen, landet direkt bei den Hosts und wird, versprochen, beantwortet.

In eigener Sache: So sehen Sie mehr von beck-aktuell bei Google
Bessere Suchergebnisse für Juristen

In eigener Sache: So sehen Sie mehr von beck-aktuell bei Google

Eine neue Google-Funktion kann die eigenen Suchergebnisse besser machen. Gegen die Informationsüberflutung können Sie jetzt selbst bestimmen, welche Webseiten Sie bevorzugen. Wie Sie beck-aktuell zu Ihren Favoriten hinzufügen, sehen Sie hier.