Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt
Gerechtigkeit & Loseblatt

#107: Brosius-Gersdorf im Interview, Abschiebung trotz Gerichtsbeschluss, liberalere Kanzleipflicht?

Die Woche im Recht

Frauke Brosius-Gersdorf spricht über ihr Buch, die gescheiterte Richterwahl, Vorschlagsrechte für AfD und Linke und Klarnamen im Netz. Außerdem: Abschiebung trotz Gerichtsbeschluss in Schleswig-Holstein und der DAV will die Kanzleipflicht reformieren.

 

Wahl und Wahrheit: Ein Jahr, nachdem ihre Wahl zur Bundesverfassungsrichterin nach einer beispiellosen öffentlichen Debatte im Bundestag abgesagt wurde, spricht Frauke Brosius-Gersdorf mit Hendrik Wieduwilt und Pia Lorenz über ihr neues Buch. Sie beschreibt, wie aus einer eigentlich vertraulichen, juristisch geprägten Personalentscheidung eine politisierte, an US-Supreme-Court-Kämpfe erinnernde Kampagne wurde – und warum das aus ihrer Sicht dem Ansehen und der Funktionsfähigkeit des Bundesverfassungsgerichts schadet. Ihr Vorschlag: die Richterwahl faktisch wieder dem kleinen, vertraulich tagenden Richterwahlausschuss überlassen. Außerdem: scharfe Kritik an einer FAZ-Rezension ihres Buchs von Jürgen Kaube. Und natürlich geht es um die Frage, ob ihr Geschlecht bei der Kampagne gegen sie eine Rolle spielte.

Abschiebung trotz Gerichtsbeschluss: Im Kreis Herzogtum Lauenburg wurde ein Mann in die Türkei abgeschoben, obwohl das VG Schleswig zuvor telefonisch einen sogenannten Hängebeschluss verkündet hatte, der die Abschiebung stoppen sollte. Das Flugzeug hob trotzdem ab. In seinem Eilbeschluss wird das VG deutlich: Die Missachtung eines wirksam bekanntgegebenen Hängebeschlusses verstoße eklatant gegen das Verwaltungsprozessrecht und sei mit dem Grundrecht auf effektiven Rechtsschutz aus Art. 19 Abs. 4 GG nicht vereinbar. Der Kreis spricht von einem Irrtum. Was da los war im Norden, hat Maximilian Amos recherchiert. 

Außerdem: Karin Angerer ist neue BGH-Präsidentin und tritt die Nachfolge von Bettina Limperg an, die nach zwölf Jahren als erste Frau an der BGH-Spitze in den Ruhestand geht. Samsung hat vor dem OLG Düsseldorf eine auf Apple zugeschnittene Schul-iPad-Ausschreibung der Stadt Datteln gekippt – mit möglicher Bedeutung weit über Datteln hinaus. Zwei Umweltorganisationen sind vor dem EuG mit einer Klage gegen die europäischen Klimaziele gescheitert. Und: Der Deutsche Anwaltverein will die Kanzleipflicht reformieren, während der BGH einem LG ins Stammbuch schreibt, dass 295 Seiten Urteilsgründe in einer BtM-Sache mit geständigem Angeklagten einen „bedenklichen Umgang mit den Ressourcen der Strafjustiz“ zeigen.

Kei­ne Fol­ge mehr ver­pas­sen

Gerechtigkeit & Loseblatt hören Sie über alle gängigen Podcast-Apps, hier finden Sie den Podcast bei Spotify und bei Apple Podcasts. Dort gibt es auch detaillierte Zeitangaben zu den einzelnen Themen, sodass Sie bei Bedarf ein Thema überspringen können, wenn Sie es eilig haben. Außerdem sehen Sie dort auch die Shownotes, also die weiterführenden Links, auf die die Hosts sich in den Episoden beziehen. Wenn Sie keine Folge mehr verpassen wollen, "folgen" Sie Gerechtigkeit & Loseblatt (natürlich kostenlos) einfach in der jeweiligen App, neue Folgen werden Ihnen dann angezeigt, wenn sie erschienen sind.

Kri­tik? Her da­mit!

Viele Sterne und Bewertungen in den Podcast-Apps freuen uns, weil sie den Podcast für andere Hörerinnen und Hörer noch sichtbarer machen. Feedback – Lob, Kritik und Vorschläge – an gerechtigkeit-loseblatt@njw.de ist sehr willkommen, landet direkt bei den Hosts und wird, versprochen, beantwortet.

In eigener Sache: So sehen Sie mehr von beck-aktuell bei Google
Bessere Suchergebnisse für Juristen

In eigener Sache: So sehen Sie mehr von beck-aktuell bei Google

Eine neue Google-Funktion kann die eigenen Suchergebnisse besser machen. Gegen die Informationsüberflutung können Sie jetzt selbst bestimmen, welche Webseiten Sie bevorzugen. Wie Sie beck-aktuell zu Ihren Favoriten hinzufügen, sehen Sie hier.