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LG Stuttgart

Museum gewinnt Streit um Gemälde-Fotos in Wikipedia

Berufe mit Haltung

Es geht um die Rechte an Fotos von Kunstwerken, die selbst keinen Urheberschutz mehr beanspruchen können: Die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen haben sich im Streit um die unabgesprochene Veröffentlichung von Bildern im Online-Lexikon Wikipedia vor Gericht gegen einen Besucher durchgesetzt. Nach dem Urteil des Landgerichts Stuttgart darf allein das Museum darüber entscheiden, wer Fotos von Ausstellungsgegenständen ins Netz stellen darf – sofern das Museum auch das Eigentumsrecht an den Gegenständen besitzt. Das Gericht bestätigte eine entsprechende Mitteilung der Berliner Kanzlei MMR vom 11.10.2016, die das Museum vor Gericht vertreten hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Gegenstände abfotografiert und bei Wikipedia hochgeladen

Ein Besucher hatte Gegenstände wie antike Vasen und Münzen abfotografiert und die Bilder auf die Mediendatenbank Wikimedia des Onlinelexikons Wikipedia hochgeladen. Zudem scannte er Fotografien von Kunstobjekten ein, die das Museum für eigene Publikationen in Auftrag gegeben hatte. Mit der Veröffentlichung bei Wikipedia und der dort verwendeten Creative-Commons-Lizenz war auch eine unentgeltliche kommerzielle Nutzung möglich. Hiergegen ging das Museum vor.

Museum will über Bildfreigabe entscheiden

"Wir haben nichts gegen Wikipedia“, kommentierte Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Museen, das Urteil. "Aber wir entscheiden, für welche Fälle die Freigabe erteilt wird, und wann das als Motiv für Merchandise verwendet werden darf und wann nicht.“ Das Landgericht Berlin hatte im Sommer 2016 bereits in einem ähnlichem Prozess zugunsten des Mannheimer Museums entschieden.