Ministerien wollen Kompetenzen bündeln

Zitiervorschlag
Ministerien wollen Kompetenzen bündeln. beck-aktuell, 14.01.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/182331)
Zur Stärkung des digitalen Verbraucherschutzes sollen die Kompetenzen der Ministerien gebündelt werden. Dies hat eine Sitzung des Ausschusses Digitale Agenda am 13.01.2016 ergeben, berichtet der parlamentarische Pressedienst. Ein Internetministerium sei hingegen nicht Gegenstand der Überlegungen.
Zypries: Einrichtung einer Digitalagentur offen
Ob die Überlegungen am Ende in eine Digitalagentur münden, die als zentrales Aufsichtsgremium wirkt, werde sich zeigen, sagte Brigitte Zypries (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Derzeit werde ein Maßnahmeplan auf Arbeitsebene abgearbeitet. Jedes beteiligte Ministerium prüfe aktuell, welche Kompetenzen die zu ihnen gehörenden Behörden in Sachen digitalem Verbraucherschutz haben. Was schließlich getan werden müsse, könne erst nach gründlicher Analyse festgelegt werden, sagte Zypries und fügte hinzu, dass es keinen genauen Zeitplan gebe. In dieser Legislaturperiode seien jedoch keine organisatorischen Änderungen geplant.
Zeit für Prüfung des Änderungsbedarfs bis Ende der Legislaturperiode
Sowohl die Grundrechte als auch die Verbraucherschutzrechte sollen auf diesem Wege gesichert werden, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Ulrich Kelber (SPD). Für die Prüfung, inwieweit Änderungen welcher Art nötig sind, habe man sich im Übrigen die gesamte Legislaturperiode Zeit gegeben und nicht bis Januar 2016, wie in einigen Pressemeldungen zu lesen gewesen sei. Man schaue unter anderem auch darauf, wie die Umgestaltung von Aufsichtsbehörden in anderen Ländern erfolgt sei.
Unionsfraktion: Digitalisierungsprozesse müssen beschleunigt werden
Es gebe verschiedene Vorstellungen, wie das Thema Digitalisierung besser gebündelt und effizienter gemacht werden könne, hieß es von der Unionsfraktion. Da die Digitalisierung fast alle Lebensbereiche und damit fast alle Resorts in der Bundesregierung betreffe, sei die Umsetzung sehr komplex. Der Unions-Vertreter begrüßte es, dass der Prozess eingeleitet wurde. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch, zu einer Beschleunigung der Prozesse der Digitalisierung zu kommen, sagte er mit Blick auf die fünfjährige Dauer der Erstellung der Europäischen Datenschutzverordnung.
Grüne und Linke begrüßen geplante Bündelung
Von einem positiven Ansatz war bei der Linksfraktion die Rede. Einschätzungen könne man aber erst treffen, wenn auch Ergebnisse vorlägen. Auch die SPD-Fraktion verwies darauf, dass das Thema erst ganz am Anfang stehe. Spannend werde es bei der konkreten Ausgestaltung, so der SPD-Vertreter. Eine geplante Bündelung von Kompetenzen wird auch von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßt. Schon die Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" habe die Forderung nach klaren Verantwortlichkeiten erhoben, sagte der Grünen-Vertreter. Kurios mute es aber an, dass man die Änderungen nun "auf laufender Strecke" vorzunehmen plane. Er sei skeptisch, ob es konkrete Ergebnisse geben werde, da die beteiligten Ministerien sich gegenseitig nichts gönnen würden.
- Redaktion beck-aktuell
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Ministerien wollen Kompetenzen bündeln. beck-aktuell, 14.01.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/182331)



