Abgelehnte Asylbewerber sollen schneller abgeschoben werden

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Abgelehnte Asylbewerber sollen schneller abgeschoben werden. beck-aktuell, 03.07.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/191326)
Verbessertes Bleiberecht für gut integrierte Ausländer, aber auch schärfere Regeln bei der Abschiebung: Der Bundestag hat am 02.07.2015 eine umfassende Reform des Aufenthaltsgesetzes verabschiedet. Ausländer, die bislang nur geduldet sind, dürfen in Zukunft längerfristig in Deutschland bleiben, wenn sie die Sprache gut beherrschen und ihren Lebensunterhalt selber sichern können. Auf der anderen Seite sollen Menschen, die keinerlei Aussicht auf ein Aufenthaltsrecht haben, schneller als bisher abgeschoben werden.
Innenminister spricht von notwendigen Reformen
Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach in der Debatte von notwendigen Regelungen, um Deutschlands Aufnahmefähigkeit für Schutzsuchende zu erhalten. "Es muss klar unterschieden werden zwischen jenen, die Anspruch auf Schutz haben, und jenen, die diesen Anspruch nicht haben." Es könne nicht richtig sein, dass Ausreisepflichtige dauerhaft im Land bleiben, erklärte de Maizière. "Da macht sich der Rechtsstaat lächerlich."
Flüchtlingsverbände kritisieren Aufteilung in richtige und falsche Flüchtlinge
Von Flüchtlingsverbänden und der Opposition kam hingegen massive Kritik. Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, sagte, die Aufteilung in richtige und falsche Flüchtlinge sei "beschämend und brandgefährlich". Die Kritik entzündet sich vor allem an der Neuordnung des Ausweisungsrechts. So bekommen die Behörden mehr Möglichkeiten als bisher, Einreise- und Aufenthaltsverbote zu verhängen. Zur Abwicklung von Abschiebungen wird zudem ein neuer «Ausreisegewahrsam» eingeführt. Wenn eine Abschiebung anberaumt ist, der Betroffene aber im Verdacht steht, dass er sich dem entziehen will, kann er bis zu vier Tage in Gewahrsam kommen. Jelpke beklagte eine "uferlose" Ausweitung der Abschiebehaft, und die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl bemängelte: "Haft ist eine völlig unangemessene Maßnahme gegenüber Schutzsuchenden - denn Flucht ist kein Verbrechen." Volker Beck von den Grünen beklagte zudem, die Verbesserungen beim Bleiberecht würden mit Verschärfungen bei der Abschiebehaft erkauft.
Erleichterungen für Geduldete
Besagte Erleichterungen soll es für die rund 125.000 Geduldeten in Deutschland geben - also für jene Menschen, deren Asylantrag keinen Erfolg hatte, die aus verschiedenen Gründen aber nicht abgeschoben werden. Sie bekommen nun die Chance auf ein sicheres Bleiberecht. Voraussetzung ist, dass der Betroffene schon seit Jahren im Land lebt, ausreichend Deutsch spricht und seinen Lebensunterhalt selber sichern kann. Mehrere zehntausend Menschen sollen davon profitieren. Den Kritikern gehen diese Regelungen aber nicht weit genug.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Abgelehnte Asylbewerber sollen schneller abgeschoben werden. beck-aktuell, 03.07.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/191326)



