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Gauck warnt vor Radikalisierung in Deutschland

Rentenrebellen

Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts wachsender Spannungen in der Gesellschaft vor einer Radikalisierung gewarnt und für offene Debatten geworben. Vor über 700 Kommunalpolitikern aus ganz Deutschland sagte er am 23.05.2016, es gebe ein "Gefühl der Unsicherheit oder Ungewissheit" bei vielen Themen, etwa bei Flucht und Einwanderung, aber auch beim Freihandel oder der Zukunft Europas.

Gauck: Mehr Gespräch und Geduld erforderlich

"Wie also umgehen mit Unübersichtlichkeit und Unbehagen?", fragte Gauck. "Es gibt jedenfalls einen Weg, der sich nicht eignet. Das ist die Radikalisierung, die Unfrieden schürt und das öffentliche Klima bis in manche Kommunen hinein vergiften kann", sagte er bei einer Rede zum Tag des Grundgesetzes. "Spannungen löst man nicht, indem man andere ausgrenzt und Meinungen stigmatisiert. Spannungen löst man durch Offenheit und durch Gegenargumente." Gauck erinnerte laut vorab verbreitetem Redemanuskript an den ersten sozialdemokratischen Kanzler der Bundesrepublik. "Wir sollten, wie schon Willy Brandt mahnte, mehr Demokratie wagen. Auch wenn das für manchen heißen mag: mehr Demokratie ertragen. Wir brauchen also Gespräch und Geduld", sagte er. Die Toleranz des demokratischen Staates ende dort, wo zu Hass und Gewalt aufgestachelt werde.