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Klage in den USA

Amazon soll Werbeplätze künstlich verteuert haben

Website von Amazon in einem Browser aufgerufen
Mehr Geld durch Manipulation? © michelangeloop / Adobe Stock

Amazon verdient Milliarden mit Werbung. Doch laut US-Wettbewerbsbehörde FTC und mehreren Bundesstaaten geht es dabei nicht immer mit rechten Dingen zu. Sie verklagen den Internet-Riesen wegen des Vorwurfs künstlich verteuerter Werbeplätze.

Über sieben Jahre hinweg habe der Konzern bei Auktionen von Werbeanzeigen heimlich die Preise nach oben getrieben und so wahrscheinlich zweistellige Milliardenbeträge verdient, teilte die Behörde mit. Die Generalstaatsanwälte von 22 Bundesstaaten schlossen sich der Klage an. "Diese höheren Kosten wurden größtenteils an die amerikanischen Verbraucher weitergegeben", erklärte der FTC-Vorsitzende Andrew Ferguson. 

Wenn einer der weltweit größten Online-Händler unlautere Praktiken anwende, könnten die Folgen verheerend sein, so Ferguson weiter. Die Aktien des Konzerns notierten am Montag rund 2,5% im Minus. Eine Anfrage bei Amazon zu den Vorwürfen blieb zunächst unbeantwortet.

Unternehmen können Amazon dafür bezahlen, dass ihre Werbung bei bestimmten Suchergebnissen auftaucht. Welches Unternehmen den Werbeplatz bekommt, wird per Auktion entschieden. Laut Darstellung der FTC muss der Höchstbietende dafür aber nicht den tatsächlichen Preis seines Gebots zahlen, sondern nur einen Cent mehr als der Zweitplatzierte. Das heißt: Wenn eine Firma 200 Dollar bietet und eine andere 190 Dollar, muss die erste Firma nur 190,01 Dollar für den ersteigerten Werbeplatz zahlen. Bei der Produktwerbung habe Amazon aber in nahezu vier von fünf Fällen doch das volle Gebot des Erstplatzierten einkassiert, so der Vorwurf - und damit gegen die eigenen Regeln verstoßen.

Laut der FTC gibt es für diese Praxis auch Beweise in firmeninternen Dokumenten, in denen von einem "versteckten Aufschlag" die Rede sei. Zudem habe der Konzern die Preise mit fiktiven Auktionsteilnehmern selbst in die Höhe getrieben. Der Klage zufolge nahm Amazon die heimliche Änderung vor, weil der Tech-Riese unzufrieden mit den Einnahmen aus den Werbeauktionen war.