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"Spiegel"

Kanzleramt lässt seine NS-Vergangenheit untersuchen

Vergessene Anrechte

Das Kanzleramt hat nach "Spiegel"-Informationen den jahrelangen Widerstand gegen eine offizielle Aufarbeitung seiner Gründerzeit aufgegeben. Die Aufarbeitung solle nun diskret in einem "ressortübergreifenden Forschungsprogramm" erfolgen, das Kulturstaatsministerin Monika Grütters zurzeit vorantreibe, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner Ausgabe vom 30.04.2016.

Untersuchung zu NS-belasteten Beamten im Kanzleramt

Es geht um NS-belastete Beamte und deren Wirken in der Regierungszentrale, die Staatssekretär Hans Globke von 1953 bis 1963 leitete. Globke hatte 1936 einen Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen mitverfasst. Als Chef des Bundeskanzleramtes galt er als einflussreicher Strippenzieher in der Regierungszeit von Kanzler Konrad Adenauer.

Ressortübergreifende Recherchen

Laut "Spiegel“ suchen zurzeit elf Historikerkommissionen nach NS-Wurzeln von Ministerien und anderen Behörden. Wissenschaftler vom Institut für Zeitgeschichte und vom Zentrum für Zeithistorische Forschung hatten kürzlich gefordert, künftig über die Ministeriumsgrenzen hinweg zu recherchieren, etwa Kollektivbiografien aller Staatssekretäre zu erstellen. Ein derartiges Konzept sei auch für das Kanzleramt akzeptabel, heißt es in dem Bericht. Globke wäre dann nur einer von vielen.