Mehr Anwältinnen und Syndizi, weiter weniger Einzelzulassungen

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Mehr Anwältinnen und Syndizi, weiter weniger Einzelzulassungen. beck-aktuell, 15.04.2026 (abgerufen am: 15.04.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/196366)
Die Anwaltskammern haben immer mehr weibliche Mitglieder. Auch der Anteil der Syndizi und der Berufsausübungsgesellschaften an der – leicht gestiegenen – Gesamtmitgliederzahl nimmt zu. Einzelzulassungen dagegen liegen nicht im Trend.
Nach der aktuellen Mitglieder- und Fachanwaltsstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) zählten die 28 Rechtsanwaltskammern zum Stichtag 1. Januar 2026 insgesamt 173.504 Mitglieder. Das sind 1.420 mehr als im Vorjahr und entspricht einem Zuwachs von 0,83%. Die Entwicklung führt die BRAK vor allem auf steigende Zahlen bei Syndikusrechtsanwältinnen und ‑anwälten sowie bei Mitgliedern aus Geschäftsführungs‑ und Aufsichtsorganen von Berufsausübungsgesellschaften zurück.
Die Gesamtzahl der zugelassenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte stieg bundesweit um 0,63% auf 167.547. Gleichzeitig setzte sich der Rückgang der Einzelzulassungen fort. Zum Stichtag waren 138.420 Anwältinnen und Anwälte einzeln zugelassen – 295 weniger als im Vorjahr. Der seit 2017 anhaltende Abwärtstrend dieser Zulassungsform hält damit weiter an.
Unabhängig davon nahm die Zahl der Rechtsanwältinnen insgesamt zu. Zum 1. Januar 2026 waren 48.910 Frauen zugelassen, ein Plus von 0,69%. Der Frauenanteil an allen zugelassenen Anwältinnen und Anwälten stieg damit auf 37,9%. Der Zuwachs entfiel allerdings nicht auf die Einzelzulassung, sondern vor allem auf andere Zulassungsformen.
Besonders deutlich wuchs die Zahl der Syndikusrechtsanwältinnen und ‑anwälte. Ihre Gesamtzahl stieg um 9,15% auf 8.279. Der Frauenanteil lag hier weiterhin deutlich höher als in anderen Zulassungsarten. Auch die Zahl der doppelten Zulassungen stieg, und zwar um 3,19%; bei den Frauen lag der Anstieg bei gut 3%.
Mehr Berufsausübungsgesellschaften und ausländische Anwälte
Die Zahl der zugelassenen Berufsausübungsgesellschaften erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 6,55% auf 5.462. Den größten Anteil stellen weiterhin Partnerschaftsgesellschaften mit beschränkter Berufshaftung, gefolgt von GmbHs. Auch die Zulassungen von GmbH & Co. KGs nahmen weiter zu.
Weiter gewachsen ist zudem die Zahl der in Deutschland niedergelassenen ausländischen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Mit 1.485 lag sie um 7,61% über dem Vorjahreswert. Der Anstieg betraf vor allem Anwältinnen und Anwälte nach § 206 BRAO.
Mehr Fachanwältinnen, weniger Titel insgesamt
Die Zahl der Fachanwältinnen und Fachanwälte stieg weiter leicht auf 47.436. Besonders deutlich nahm dabei die Zahl der Fachanwältinnen zu, sodass ihr Anteil bei den Fachanwaltschaften nun 25,18% beträgt. Bezogen auf alle zugelassenen Anwältinnen ist inzwischen gut jede vierte auch Fachanwältin.
Gleichzeitig ging die Gesamtzahl der erworbenen Fachanwaltstitel leicht zurück. Die Titel verteilten sich weiterhin überwiegend auf Arbeits‑, Familien‑ und Steuerrecht. Die stärksten Zuwächse verzeichneten die Fachanwaltschaften für Vergaberecht, Migrationsrecht und Informationstechnologierecht, während unter anderem Urheber‑ und Medienrecht sowie Sozialrecht rückläufig waren.
- Redaktion beck-aktuell, js
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Mehr Anwältinnen und Syndizi, weiter weniger Einzelzulassungen. beck-aktuell, 15.04.2026 (abgerufen am: 15.04.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/196366)



