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Papua-Neuguinea

Gericht befindet australisches Flüchtlingslager für illegal

Schüler entlasten Jugendrichter

Das oberste Gericht des pazifischen Inselstaats Papua-Neuguinea hat die dortige Internierung von Asylbewerbern in australischen Lagern für illegal erklärt. Die Unterbringung auf der Insel Manus verstoße gegen das verfassungsmäßig garantierte Recht auf persönliche Freiheit, begründeten die fünf Richter am 26.04.2016 ihre Entscheidung. Das Gericht wies die Regierungen des Inselstaats und Australiens an, die Praxis zu beenden. In dem Lager leben derzeit rund 850 Männer, die in Australien Asyl suchen.

Asylsuchende sitzen teils jahrelang in Lagern fest

Flüchtlinge, die versuchen, aus Indonesien oder Sri Lanka per Boot nach Australien zu gelangen, werden in Flüchtlingslager gebracht, die das Land auch auf der Weihnachtsinsel oder im mikronesischen Nauru betreibt. Erhalten sie Asyl, will Australien sie in Drittländer schicken. Verhandlungen darüber laufen aber stockend. Manche Menschen sitzen seit mehr als zwei Jahren in den Lagern fest. Menschenrechtler kritisieren die Zustände dort scharf. Im Februar 2016 hatte Australiens höchstes Gericht geurteilt, die Praxis verstoße nicht gegen die Verfassung.