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EGMR

Langer Rechtsstreit um Fotomontage mit Ron Sommer abgeschlossen

Rentenrebellen

16 Jahre nach Abdruck ist der Rechtsstreit um eine satirische Fotomontage mit dem früheren Telekom-Vorstandschef Ron Sommer in der "Wirtschaftswoche" endgültig abgeschlossen. Die Verlagsgruppe Handelsblatt scheiterte am 07.04.2016 in Straßburg. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte lehnte die Beschwerde des Verlags, der sich in seiner Meinungsfreiheit verletzt sah, als unzulässig ab (Az.: 52205/11).

Versteckte Bildmanipulationen erzürnt Sommer

Die Illustration zu einem kritischen Bericht über die Situation der Telekom aus dem Jahr 2000 hatte schon Bundesgerichtshof und Bundesverfassungsgericht beschäftigt. Für das Bild war das Gesicht Sommers auf die Abbildung eines Mannes im Anzug montiert worden, der auf einem bröckelnden, magentafarbenen "T" sitzt. Sommer wollte nicht hinnehmen, dass sein Kopf dafür um 5% gestreckt worden war. Das habe die Wangen fleischiger und den Hals dicker und kürzer gemacht. Die Frage war, ob solch eine Manipulation zulässig ist.

Sachverständiger: Verzerrung war nicht notwendig

Am Ende kam ein Sachverständiger zu dem Schluss, dass der Kopf auch ohne Verzerrung auf den Körper gepasst hätte, die Manipulation also nicht unbedingt notwendig war. Die weitere Veröffentlichung wurde untersagt, Rechtsmittel des Verlags hatten keinen Erfolg. Die Straßburger Richter hatten daran nichts zu beanstanden.