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Plastiktüten ab Juli 2016 kostenpflichtig

Rentenrebellen

Die Bundesregierung will den Verbrauch von Plastiktüten senken und das Umweltbewusstsein weiter stärken. Ab Juli 2016 werden Plastiktüten in vielen Geschäften deshalb kostenpflichtig. Das sieht eine freiwillige Vereinbarung zwischen dem Handelsverband Deutschland und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vor. Wie die Bundesregierung am 26.04.2016 mitteilte, soll der Verbrauch an Plastiktüten in den kommenden zehn Jahren um knapp die Hälfte sinken. Erreiche der Handel das vereinbarte Ziel nicht, könne es 2018 zu einem Gesetz kommen, das die Händler zu einem Entgelt verpflichte. "Wir werden genau hinschauen, wie gut die Vereinbarung umgesetzt wird", betonte Hendricks.

Hintergrund: EU-Richtlinie

Das Entgelt wird von den Handelsunternehmen erhoben, die sich an der Vereinbarung beteiligen. Sie betrifft rund zwei Drittel der Tüten im Handel. Hinzu kommen Tüten in Apotheken oder Bäckereien, Tankstellenshops, Wochenmärkten und Imbissbuden. Umgerechnet auf den gesamten Markt erfasst die Vereinbarung etwas weniger als die Hälfte aller gehandelten Tüten. Bis 2018 müssen mindestens 80% aller Tüten kostenpflichtig sein. Was eine Tüte kosten soll, legen die Händler selbst fest. Hintergrund der Vereinbarung ist eine EU-Richtlinie. Sie sieht vor, den Verbrauch von Kunststofftüten in einem ersten Schritt auf 90 und und in einem zweiten Schritt bis Ende 2025 auf 40 Tüten pro Einwohner und Jahr zu reduzieren. Ausgenommen sind dünnwandige Tüten, wie sie etwa an Obsttheken ausliegen.

Tüten-Gebühr soll Tüten-Verbrauch reduzieren

Laut Umweltbundesamt verwendet jeder Einwohner in Deutschland 71 Tüten im Jahr. Auf eine Billion Plastiktüten jährlich schätzen Umweltschützer den weltweiten Verbrauch. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Ländern wie Irland, Dänemark und Finnland sei drastisch gesunken, nachdem diese eine Gebühr eingeführt hatten, hebt Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft der Umwelthilfe, hervor. In Irland etwa habe 2014 jeder Einwohner nur noch 16 Tüten verwendet. 15 Jahre zuvor seien es noch 20 Mal mehr gewesen.