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Kabinett beschließt Reform der Pflegeausbildung

Schüler entlasten Jugendrichter

Das Bundeskabinett hat am 13.01.2016 die Reform der Pflegeausbildung beschlossen. Dies teilte die Regierung mit. Der Gesetzentwurf sieht anstelle der bisherigen drei getrennten Ausbildungen in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege eine einheitliche Ausbildung für alle Pflegebereiche vor.

Ziele: Verändertem Pflegebedarf gerecht werden und Fachkräftesicherung

Mit der Reform will die Regierung insbesondere einem veränderten Pflegebedarf Rechnung tragen: So werde in den Pflegeheimen immer mehr medizinische Pflege für chronisch oder mehrfach Erkrankte erbracht. In Krankenhäusern müssten zunehmend die Belange älterer Menschen in der Pflege berücksichtigt werden, etwa bei Demenzkranken. Außerdem will die Regierung zum Zweck der Fachkräftesicherung die Attraktivität des Pflegeberufs steigern.

Einheitliche Ausbildung mit Schwerpunktbildung

Eine einheitliche dreijährige Ausbildung zur "Pflegefachfrau" oder zum "Pflegefachmann" soll künftig übergreifende Qualifikationen vermitteln. Die Ausbildung besteht aus Unterricht an Pflegeschulen und einer praktischen Ausbildung. Bei der praktischen Ausbildung können die Auszubildenden einen Schwerpunkt – etwa Altenpflege – wählen, der auch auf dem Abschlusszeugnis als "Vertiefungseinsatz" ausgewiesen wird. Die Ausbildung ist auch in Teilzeit möglich und dauert dann fünf Jahre. Der erste Jahrgang des neuen Ausbildungsberufs kann laut Regierung voraussichtlich Anfang 2018 starten.

Ausbildung kostenlos

Das geplante Pflegeberufsgesetz regelt die einheitliche Finanzierung der Ausbildung. Für Auszubildende ist sie kostenlos. Derzeit fielen demgegenüber für Auszubildende an vielen Pflegeschulen Gebühren an. Ferner erhalten alle Auszubildenden künftig eine angemessene Ausbildungsvergütung.

Berufsqualifizierendes Pflegestudium geplant

Außerdem schafft der Gesetzentwurf die Voraussetzungen für ein berufsqualifizierendes Pflegestudium, das unmittelbar eine Berufstätigkeit in der Pflege ermöglicht. Die Einführung eines solchen Studiums unterstreiche die zunehmende Bedeutung der Pflegeberufe.