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Italiens Abgeordnetenhaus stimmt Gesetz zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zu

„Das unsichtbare Recht“

Nach jahrzehntelangen Diskussionen und Debatten hat Italiens Regierung am 11.05.2016 einen Entwurf zur gesetzlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften durchgesetzt. Das Abgeordnetenhaus stimmte dem umstrittenen Gesetzentwurf am Abend zu. Damit kann das Gesetz, das bereits im Februar 2016 vom Senat abgesegnet worden war, offiziell in Kraft treten. Italien galt als das letzte westeuropäische Land, in dem homosexuelle Partnerschaften noch keine rechtliche Grundlage hatten. Auch der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hatte dies kritisiert.

Eintragung der Partnerschaft wird möglich

Zuvor hatte die Regierung von Matteo Renzi am 11.05.2016 eine Vertrauensabstimmung zu dem Gesetz gewonnen und damit verhindert, dass nochmals über weitere Änderungsvorschläge beraten werden muss. Am Ende stimmten in der größeren Parlamentskammer 372 Abgeordnete für das Gesetz und 51 dagegen. 99 Parlamentarier enthielten sich der Stimme. Das neue Gesetz soll homosexuellen Paaren in Italien zukünftig die gesetzliche Anerkennung und Eintragung ihrer Partnerschaft ermöglichen. Darüber war in dem katholisch geprägten Land lange gestritten worden, vor allem Konservative kritisierten die Pläne scharf. Der Entwurf war daraufhin mehrmals verändert und verwässert worden. "Heute ist ein Feiertag für viele", schrieb Renzi nun auf Facebook.