Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt

Dobrindt will Hürden für offenes WLAN deutlich absenken

Carl von Ossietzky

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die rechtlichen Hürden für die flächendeckende Einführung freier WLAN-Hotspots in Deutschland deutlich absenken. In der Debatte um ein neues Telemediengesetz stellte sich Dobrindt in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ", Ausgabe vom 21.03.2016) auf die Seite der Netzpolitiker in der schwarz-roten Regierungskoalition, die sich für eine weitgehende Abschaffung der sogenannten Störerhaftung stark machen. Nach dem geltenden Recht haften Anbieter der freien Netze für einen Missbrauch der Hotspots, wenn Nutzer beispielsweise illegal Filme oder Musik aus dem Internet laden. Die Koalition debattiert seit Monaten über eine Neureglung der Störerhaftung.

Hürden in Telemediengesetz nach Ansicht des Verkehrsministers zu hoch

"Die Hürden, die das neue Telemediengesetz stellt, sind zu hoch", sagte Dobrindt im Gespräch mit der "FAZ". "Die Störerhaftung führt meiner Meinung nach nicht dazu, dass wir unkompliziert ein freies WLAN organisieren können." Dobrindt ging auch auf die Stellungnahme des Generalanwalts beim Europäischen Gerichtshof ein, der am 16.03.2016 eine unkomplizierte Regelung in Deutschland angemahnt hatte (BeckRS 2016, 80483). Er werde dem Deutschen Bundestag empfehlen, das Telemediengesetz zu überarbeiten und die Barriere beim freien WLAN für alle deutlich zu senken. "Wir brauchen ein offenes WLAN mit einfachem Zugang für jedermann."

Dobrindt fordert kostenloses WLAN in Zügen und an Bahnhöfen

Dobrindt bekräftigte seine Forderung nach einem kostenlosen WLAN in Zügen. "Die Bahn hat von mir den klaren Auftrag bekommen, die Digitalisierung voranzubringen", sagte der CSU-Politiker. "WLAN in der zweiten Klasse im ICE muss bis Ende des Jahres ausgebaut sein. Ich habe der Bahn auch noch mal gesagt, dass dieses Ziel eingehalten werden muss." Dazu gehörten auch Maßnahmen wie freies WLAN an Bahnhöfen.