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Kurswechsel in Budapest

Ungarn stoppt Austritt aus dem IStGH

Die ungarische Flagge weht an einem Mast am Parlamentsgebäude in Budapest, dessen Fassade in einem Ausschnitt im Hintergrund zu sehen ist.
In Ungarns Parlament weht ein IStGH-freundlicherer Wind. © majorosl66 / Adobe Stock

Unter seinem Vorgänger Viktor Orban kündigte Ungarn den Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof an. Diesen Schritt macht der neue Regierungschef Peter Magyar nun rückgängig.

Ungarns neue Regierung zieht eigenen Angaben nach die Absicht zum Austritt des Landes aus dem IStGH zurück. Das erklärte der neue Ministerpräsident in einem Post auf der Plattform X. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Das Gericht mit Sitz in Den Haag verfolgt seit 2002 schwerste Verbrechen wie Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zu den mehr als 100 Vertragsstaaten des IStGH gehören alle EU-Staaten. Ungarn hatte vor mehr als einem Jahr unter der alten Regierung des Rechtspopulisten und Langzeit-Premiers Viktor Orban angekündigt, sich aus dem Weltstrafgericht zurückzuziehen, und eine entsprechende Absichtserklärung in Den Haag eingereicht. Ungarns Parlament hatte den Schritt zuvor gebilligt. Der Austritt sollte nach damaligen Angaben nach rund einem Jahr wirksam werden.

Diese Ankündigung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf Einladung Orbans Budapest besuchte. Gegen Netanjahu liegt ein Haftbefehl des IStGH wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen israelischer Truppen im palästinensischen Gazastreifen vor. Orban hatte klargestellt, dass Ungarn diesen ignorieren werde. Den Austritt aus dem Weltstrafgericht begründeten er und andere damalige Regierungsmitglieder mit den Haftbefehlen gegen Netanjahu sowie den israelischen Ex-Verteidigungsminister Joav Galant.