Sozialrichter rechnen mit Klagewelle von Flüchtlingen

Zitiervorschlag
Sozialrichter rechnen mit Klagewelle von Flüchtlingen. beck-aktuell, 12.05.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/176291)
Immer mehr Flüchtlinge werden schneller anerkannt. Damit steigt auch die Zahl derer, die Anspruch auf staatliche Leistungen wie Hartz IV haben. Auf Sozialgerichte dürfte nun mehr Arbeit zukommen. "Wir rechnen mit zeitlicher Verzögerung, dass sich die Flüchtlingswelle in der Sozialgerichtsbarkeit bemerkbar machen wird“, sagte die Präsidentin des Landessozialgerichts Baden-Württemberg, Heike Haseloff-Grupp, am 11.05.2016 nach einem Treffen mit ihren Amtskollegen in Eisenach.
Mehr Klagen um Hartz-IV-Leistungen - weniger nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
Dabei werde es wohl in erster Linie um Hartz-IV-Leistungen gehen und weniger um Verfahren nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, erklärte der Vizepräsident des Thüringer Landessozialgerichts, Fritz Keller. Er verwies darauf, dass immer mehr Flüchtlinge anerkannt werden und damit die Zahl der Hartz-IV-Empfänger steigen könnte. Ein erhöhter Anteil der Flüchtlinge werde Sozialleistungen in Anspruch nehmen, prognostizierte auch der rheinland-pfälzische Gerichtspräsident Ernst Merz.
Personalaufstockung setzt valide Daten voraus
"Bisher kann gegenüber den Vorjahren noch nicht von einer wesentlichen Erhöhung ausgegangen werden“, sagte Keller. Nach seinen Worten waren die Gerichtspräsidenten davon ausgegangen, dass es zumindest in den Großstädten und einwohnerstarken Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen einen Anstieg von Klagen gegeben hat. "Ohne valide Daten können wir schlecht an die Ministerien treten und sagen, wir brauchen mehr Personal.“
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Sozialrichter rechnen mit Klagewelle von Flüchtlingen. beck-aktuell, 12.05.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/176291)



