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Millionenklage vor LG Schwerin

Kosten für Wal-Bergung sorgen für Streit

Wal wird mit in einer Barge - einer Art Lastkahn - durch das Meer transportiert
"Rettungsfahrzeuge" für Wale haben ihren Preis © picture alliance/dpa | Christoph Reichwein

Der im Frühjahr gestrandete Buckelwal "Timmy" war abtransportiert und kurz darauf tot angespült worden. Der Streit um die Kosten der Aktion geht weiter - aber nicht nur darum.

Die Kosten für den Transport des im Frühjahr an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwals "Timmy" sorgen für Streit. Der maßgeblich beteiligte Unternehmer Fred Babbel hat eine Klage gegen Karin Walter-Mommert eingereicht, die als Geldgeberin der Aktion in Erscheinung trat. Babbel fordert rund 1,35 Millionen Euro von Walter-Mommert, wie das LG Schwerin bestätigte. Die Klage sei Anfang September eingegangen. Zuerst hatte die "Ostsee-Zeitung" berichtet.

Babbels Tauchunternehmen kümmert sich etwa um Bootsstege, Taucharbeiten oder Kaianlagen. Er beschaffte im Rahmen der Bergungsaktion Technik und war selbst mit eigenem Personal vor Ort. Er habe außerdem die maßgeblichen Bergungskonzepte erstellt und auch andere Unternehmen eingebunden, etwa um benötigte Schiffe zu organisieren, sagte Babbel der dpa. Er sei bei anderen Firmen teils in Vorleistung gegangen und sitze nun Monate nach der Aktion weiter auf Kosten.

Walter-Mommert wiederum sagte der dpa, sie habe Vertrauen in die Rechtsprechung. Es gehe ihr insgesamt um Aufklärung. Sie verwies zudem auf eine Website, auf der ein Anwaltsschreiben veröffentlicht wurde. Demnach macht sie Mängel bei der Bergungsaktion geltend. Babbel sagte, Walter-Mommert habe zwar noch während der Aktion 400.000 Euro gezahlt. "Die sind aber auch gleich wieder weitergegangen an die Schiffe und Barge." Der Wal war mit in einer Barge - einer Art Lastkahn - transportiert worden.

Weitere Unstimmigkeiten in Sachen Kosten

Als weiterer Geldgeber der umstrittenen Aktion war der Unternehmer Walter Gunz in Erscheinung getreten. Er habe freiwillig 300.000 Euro beigesteuert, teilte sein Anwalt auf Anfrage mit. Es gebe aber weitere Forderungen seitens Walter-Mommert, die Gunz nicht zahlen werde. Es seien Kosten in erheblichem Umfang ohne vorherige Rücksprache, Abstimmung oder Genehmigung durch Herrn Gunz veranlasst worden. Walter-Mommert sagte hingegen, sie stelle keine Forderungen mehr an Gunz. Die Sache sei für sie beendet.

Auch das Schweriner Umweltministerium fordert weiterhin Geld. Dabei geht es um rund 140.000 Euro, vor allem für Personalkosten infolge der behördlichen Begleitung der Aktion. Die vom Ministerium geltend gemachte Forderung hat Walter-Mommert nach eigener Aussage mangels Anspruchsgrundlage zurückgewiesen. Eine Rechnung sei bislang nicht gestellt worden.

Das Ministerium verwies auf eine Erklärung, mit der die Initiative sich bereit erklärt habe, sämtliche Kosten zu übernehmen, einschließlich der Einsatzkosten von Behörden. Der Anwalt von Gunz erklärte, eine Kostenzusage, die eine Anwältin an das Ministerium geschickt habe, habe Gunz nicht gekannt. Er habe den Text weder gesehen noch freigegeben.

Der von Fachleuten als schwer krank eingestufte Buckelwal war von der privaten Initiative zur Nordsee gebracht und dort ins Wasser gelassen worden. Kurz darauf wurde er tot vor der dänischen Insel Anholt angespült. Experten hatten von Anfang an einhellig dazu geraten, das Tier in Ruhe sterben zu lassen.

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