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Antisemitismus nach AfD-Sieg

Ermittlungen nach Morddrohungen gegen Charlotte Knobloch

Charlotte Knobloch in einem weißen Kostüm mit schwarzem Kragen.
Charlotte Knobloch bei einem Interview mit der dpa im Juli 2026 © dpa | Sven Hoppe

Nach dem AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt wird die Präsidentin der Israelitischen Gemeinde München und Oberbayern zum Opfer einer Gewaltandrohung. Die 93-Jährige zieht Konsequenzen, die Justiz ermittelt.

Nach einer Morddrohung gegen die bundesweit bekannte Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch (93), ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft München. Er habe Ermittlungen wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Sachbeschädigung eingeleitet, sagte der Antisemitismusbeauftragte bei der Generalstaatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Andreas Franck, auf Anfrage der dpa.

Ein Zeuge hatte am Donnerstag auf einer Parkbank und einem Mülleimer im Englischen Garten der Landeshauptstadt die hingeschmierte Drohung entdeckt und die Polizei informiert, wie das Polizeipräsidium mitteilte. Knobloch hatte daraufhin ihre Teilnahme an einer Veranstaltung abgesagt. Darüber hatte zuvor die "Abendzeitung" berichtet.

Die Gewaltandrohung stand in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt, wie eine Sprecherin auf Nachfrage schilderte. Die Kultusgemeinde bestätigte, dass es sich bei der namentlich genannten bedrohten Person um Knobloch handelte. Die 93 Jahre alte Vorkämpferin gegen Antisemitismus und frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden habe daraufhin mitgeteilt, dass sie an einer für den Abend geplanten Veranstaltung nicht teilnehmen werde. Die Absage betreffe aber bisher keine weiteren Veranstaltungen.

Zu den Schmierereien zählte laut Franck unter anderem ein Davidstern. Der Fall betreffe eine der wichtigsten Vertreterinnen des Judentums in Deutschland, erläuterte der Oberstaatsanwalt auf Anfrage.