Neue Haftstrafe für Demokratieaktivisten Joshua Wong

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Neue Haftstrafe für Demokratieaktivisten Joshua Wong. beck-aktuell, 05.11.2026 (abgerufen am: 05.11.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/209171)
Einst führte Joshua Wong als Teenager Proteste in Hongkong für mehr Demokratie an. Nun muss er nach einem neuen Urteil weitere zehn Jahre in Haft bleiben.
Der inhaftierte Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist in einem weiteren Gerichtsverfahren zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das geht aus der veröffentlichten Strafmaßbegründung des Hohen Gerichts der chinesischen Sonderverwaltungsregion im Verfahren gegen den 30-Jährigen hervor.
Wong hatte sich im September schuldig bekannt, sich mit ausländischen Kräften verschworen und damit die nationale Sicherheit gefährdet zu haben. Es war das zweite Verfahren gegen Wong unter Hongkongs nationalem Sicherheitsgesetz, das Peking 2020 nach einer Protestwelle verabschiedet hatte. Kritikern zufolge wird es von den Behörden für politische Repressionen instrumentalisiert.
Die Strafverfolgung warf Wong vor, zwischen Juli und November 2020 mit dem heute im Exil lebenden Aktivisten Nathan Law und weiteren Personen zusammengearbeitet zu haben, um andere Länder und ausländische Organisationen zu Sanktionen und anderen feindseligen Handlungen gegen Hongkong und China zu bewegen.
Im Juni 2025 erhoben die Behörden in dem Fall Anklage gegen Wong. International bekannt geworden war der frühere Studentenführer als eines der Gesichter der sogenannten Regenschirmbewegung von 2014, die sich für freie Wahlen in Hongkong einsetzte.
Vom Protestführer zum Häftling
Wong sitzt im Zusammenhang mit verschiedenen Verfahren bereits seit November 2020 hinter Gittern. Im November 2024 wurde er im viel beachteten Prozess gegen die "Hongkong 47" zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. In dem Verfahren ging es um eine inoffizielle Vorwahl des demokratischen Lagers für das Hongkonger Parlament im Jahr 2020. Wong hatte sich auch damals schuldig bekannt. Die Hongkonger Zeitung South China Morning Post rechnete vor, dass Wong nun voraussichtlich erst Ende 2036 auf freien Fuß kommen wird.
Laut der Strafmaßbegründung werden zwei Monate und zwei Tage der neuen Strafe gleichzeitig mit der verbleibenden Haftstrafe aus dem Vorwahlverfahren verbüßt. Der Richter ging bei der Strafzumessung von 13 Jahren aus und reduzierte die Strafe unter Berücksichtigung von Wongs Schuldbekenntnis und weiteren Strafmilderungsgründen auf zehn Jahre.
Kritik an Sicherheitsgesetz
Die frühere britische Kronkolonie Hongkong war 1997 an China zurückgegeben worden und wird seither als Sonderverwaltungsregion geführt. Nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" wurden ihr weitgehende Autonomie sowie der Fortbestand ihres eigenen Rechts- und Wirtschaftssystems für 50 Jahre zugesichert.
Menschenrechtsorganisationen werfen den Behörden vor, mit dem Sicherheitsgesetz die prodemokratische Opposition zum Schweigen zu bringen und friedliche politische Aktivitäten zu kriminalisieren. Die Hongkonger Regierung weist dies zurück.
Auch andere prominente Vertreter der prodemokratischen Bewegung wurden in viel beachteten Verfahren verurteilt. Der frühere Medienunternehmer Jimmy Lai erhielt im Februar eine Haftstrafe von 20 Jahren. Er war wegen Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften sowie zur Veröffentlichung aufrührerischer Publikationen schuldig gesprochen worden.
- Redaktion beck-aktuell, js
- dpa
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Neue Haftstrafe für Demokratieaktivisten Joshua Wong. beck-aktuell, 05.11.2026 (abgerufen am: 05.11.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/209171)



