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Osteranschläge in Sri Lanka

200 bis 260 Jahre Haft für 15 Personen

Die Skyline Colombos ist zu sehen, ein Fluss fließt durch die Stadt.
In Colombo wurden 15 der 24 Angeklagten zu langen Haftstrafen verurteilt. © MSM / Adobe Stock

Luxushotels und Kirchen in Sri Lanka waren vor sieben Jahren Ziel der sogenannten Osteranschläge. Jetzt wurden zahlreiche Personen verurteilt.

In einem mehrjährigen Prozess um die Bombenanschläge am Ostersonntag 2019 in Sri Lanka mit Hunderten Toten und Verletzten sind nach Medienberichten 15 Personen zu Haftstrafen von 200 bis 260 Jahren verurteilt worden. Das Richtergremium am Obergericht in Colombo habe die Angeklagten für schuldig befunden, an den Anschlägen vor sieben Jahren beteiligt gewesen zu sein, wie der Sender Ada Derana und andere einheimische Medien berichteten. Zudem würden die Besitztümer und Vermögenswerte der Verurteilten mit sofortiger Wirkung beschlagnahmt. Von den 24 männlichen Angeklagten wurden neun freigesprochen.

Am Ostersonntag vor sieben Jahren hatten mehrere Selbstmordattentäter Anschläge unter anderem auf drei Kirchen und drei Luxushotels in dem mehrheitlich buddhistischen Inselstaat verübt. Laut Gerichtsdokumenten wurden dabei 279 Menschen, einschließlich zahlreicher Ausländer, getötet. Etwa 500 Menschen wurden verletzt. Bei den Attentätern handelte es sich nach Angaben der Regierung um einheimische Islamisten. Sie standen demnach in Verbindung zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Indische Geheimdienste hatten das südliche Nachbarland Sri Lanka vorab über die Anschlagspläne gewarnt. Nach den Anschlägen, die zu den verheerendsten in Sri Lanka gehörten, war es in dem Land zu Unruhen gekommen.

Drahtzieher der Anschläge

Unter den Verurteilten befanden sich auch der als extremistisch eingestufte islamische Geistliche Mohamed Naufer alias Naufer Moulavi, der die Anschläge geplant haben soll, sowie mehrere Verwandte der Attentäter. Das Gericht erklärte, die langen Haftstrafen seien auf der Grundlage der einzelnen Anklagepunkte festgelegt, in denen sie schuldig gesprochen worden seien.

Das Verfahren gegen ursprünglich 25 Angeklagte hatte den Berichten zufolge fast fünf Jahre gedauert. Damit sei eines der längsten und komplexesten Verfahren des Landes zum Abschluss gekommen. Eine der angeklagten Personen starb demnach in Untersuchungshaft. Beschuldigt wurden sie unter anderem der Verschwörung, der Beihilfe zu den Anschlägen sowie der Beschaffung von Waffen und Munition. Insgesamt wurden 23.270 Anklagepunkte vorgebracht und etwa 2.300 Zeugen gehört.