Gegner der Vorratsdatenspeicherung beantragen einstweilige Anordnung

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Gegner der Vorratsdatenspeicherung beantragen einstweilige Anordnung. beck-aktuell, 09.11.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/185226)
Nach Zustimmung auch des Bundesrates zur Wiedereinführung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung schalten die Gegner umgehend die Gerichte ein. Die grüne Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner beantragte am 06.11.2015 zusammen mit anderen Politikern, Journalisten- und Medienverbänden sowie einer Rechtsanwaltskanzlei beim Bundesverfassungsgericht den Erlass einer einstweiligen Anordnung, um das Gesetz zu stoppen.
Verfassungsbeschwerde soll folgen
Sie hätten den Antrag als betroffene Berufsgeheimnisträger gestellt, teilten die Anwälte Carl Christian Müller und Sören Rößner mit. Mit einem Erlass einer einstweiligen Anordnung solle erreicht werden, dass die Speicherpflicht der Telekommunikationsanbieter bis zur Entscheidung über eine Verfassungsbeschwerde ausgesetzt wird. Die Verfassungsbeschwerde werde noch eingereicht.
Datenspeicherung für zehn Wochen
Das am 06.11.2015 im Bundesrat durchgewunkene Gesetz sieht vor, dass Telekommunikationsdaten künftig für zehn Wochen aufbewahrt werden, damit Ermittler bei der Bekämpfung von Terror und schweren Verbrechen darauf zugreifen können.
Antrag auf Anrufung des Vermittlungsausschusses gescheitert
Für den Antrag der rot-rot-grünen Thüringer Landesregierung, den Vermittlungsausschuss anzurufen, gab es in der Länderkammer keine Mehrheit. Aus Sicht Thüringens ist die verdachtsunabhängige Speicherung von Kommunikationsdaten mit der Charta der Grundrechte der Europäischen Union nicht vereinbar.
Kritiker halten geplante Speicherung für unverhältnismäßig
Linke, Grüne, Piratenpartei, FDP und Netzaktivisten halten das Vorhaben für verfassungswidrig und unverhältnismäßig. Mehrere Politiker und Initiativen hatten bereits in der Vergangenheit angekündigt, gegen das Gesetz zu klagen. Die Piratenpartei will nach eigener Aussage nach dem Scheitern des Antrags auf ein Vermittlungsverfahren zunächst an den Bundespräsidenten appellieren, die Unterschrift unter das Gesetz zu verweigern.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Gegner der Vorratsdatenspeicherung beantragen einstweilige Anordnung. beck-aktuell, 09.11.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/185226)



