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Nach Reformen im Land

EU-Kommission will 4,2 Milliarden Euro für Ungarn freigeben

Das ungarische Parlament in Budapest an einem sonnigen Tag.
Seit Mai 2026 wird Ungarn neu regiert - Grund für die EU, Sanktionen aufzuheben. © Mistervlad / Adobe Stock

Bald könnten von der EU zurückgehaltene Milliarden an Ungarn fließen. Auch für Studierende gibt es nach einer Ankündigung aus Brüssel gute Nachrichten.

Die Europäische Kommission hat nach Reformen der ungarischen Regierung die Freigabe von eingefrorenen EU-Mitteln in Höhe von 4,2 Milliarden Euro für das Land vorgeschlagen. "Ungarn hat wichtige Maßnahmen ergriffen, um die Rechtsstaatlichkeit zu stärken und die finanziellen Interessen der Union zu schützen", sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen laut einer Mitteilung. Noch müssen die EU-Staaten den Plänen zustimmen. Sie haben einen Monat Zeit, um darüber zu entscheiden.

Wegen Verstößen gegen rechtsstaatliche Prinzipien und EU-Grundwerte unter der Regierung von Viktor Orban hatte die EU Fördermittel in zweistelliger Milliardenhöhe für Ungarn zurückgehalten. Mit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Peter Magyar und seiner Regierung begann ein politischer Kurswechsel.

EU sieht Fortschritte bei Korruptionsbekämpfung und Vergaben

Nach Einschätzung der EU-Kommission haben die Maßnahmen aus Budapest Mängel in Bereichen wie der Vergabe öffentlicher Aufträge, Korruptionsbekämpfung, dem Risiko von Interessenkonflikten und der Wirksamkeit von Strafverfolgungsmaßnahmen behoben.

Demnach werden etwa die Verwendung von EU-Mitteln besser kontrolliert sowie öffentliche Ausschreibungen und Ausgaben transparenter gestaltet. Laut der Brüsseler Behörde stärkt auch Ungarns Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft den Kampf gegen Korruption.

Das Geld für Ungarn soll aus dem EU-Budget für Strukturförderung fließen. Darüber hinaus sollen ungarische Studierende und Forschende laut Kommission wieder uneingeschränkten Zugang zum Erasmus-Austauschprogramm und dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe erhalten.

Die Kommission hatte im Mai signalisiert, festgesetzte Mittel von insgesamt 16,4 Milliarden Euro freigeben zu wollen, wenn Reformen erfolgreich umgesetzt werden. 4,2 Milliarden sollten nach den – nun erfolgten – Reformen zur Korruptionsbekämpfung ausgezahlt werden. Weitere zehn Milliarden sollen aus dem Corona-Aufbaufonds der EU kommen. Darüber hinaus sagte Ungarn Reformen im Bereich der Wissenschaftsfreiheit zu, die Budapest weitere 2,2 Milliarden bringen könnten.

Rund 1,3 Milliarden sind zusätzlich wegen Verstößen in den Bereichen Antidiskriminierung, Asylrecht und Armutsbekämpfung eingefroren. Hierzu hat die Regierung laut einem Sprecher der EU-Kommission noch keine Reformpläne übermittelt.

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