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Netzpolitik.org-Affäre

Spitzenjuristen üben Kritik und fordern Aufklärung

Rentenrebellen

Spitzenjuristen am Bundesgerichtshof haben die Vorgänge in der Landesverrats-Affäre scharf kritisiert und Aufklärung gefordert. "Wir sehen den Rechtsstaat beschädigt", sagte Harald Reiter vom Verein der Bundesrichter und Bundesanwälte beim BGH am 05.08.2015. Es sei der Eindruck entstanden, dass in laufende Ermittlungen eingegriffen wurde, um ein politisch gewolltes Ergebnis zu erreichen. Die Einflussnahme des Justizministeriums müsse daher näher geprüft werden.

Generalbundesanwalt muss nach Vorwürfen gegen Maas Posten räumen

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die Affäre um Landesverrats-Ermittlungen gegen Journalisten durch eine Strafanzeige ins Rollen gebracht. Nach schweren Vorwürfen gegen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) muss Generalbundesanwalt Harald Range nun seinen Posten räumen. Range hatte kritisiert, das Ministerium habe ihm am 03.08.2015 eine Weisung erteilt und damit in die verfassungsrechtlich verbriefte Unabhängigkeit der Justiz eingegriffen. Maas widersprach dieser Darstellung.

Verein: Auch Amt des Generalbundesanwalts beschädigt

Auch das Amt des Generalbundesanwalts sei beschädigt worden, kritisierte der Verein der Bundesrichter und Bundesanwälte beim BGH, der zum Deutschen Richterbund gehört. Range habe bei der Einleitung der Ermittlungen nach den Gesetzen gehandelt. Eine Weisung müsse sich jedoch auch im Rahmen der Gesetze halten. Durch derartige Weisungen würde verhindert, dass Fälle wie der vorliegende – die auch die Sicherheit Deutschlands beträfen – von unabhängigen Gerichten beurteilt werden könnten.