Junger Österreicher wegen IS-Mitgliedschaft zu Gefängnis verurteilt

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Junger Österreicher wegen IS-Mitgliedschaft zu Gefängnis verurteilt. beck-aktuell, 16.07.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/190711)
Ein österreichischer Jugendlicher muss für zweieinhalb Jahre hinter Gitter, weil er sich in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen hatte. Der heute 17-Jährige Oliver N. wurde am 15.07.2015 vom Landesgericht in Wien der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und Aufforderung zu terroristischen Straftaten für schuldig befunden.
Freispruch von aktiver Teilnahme an Kampfhandlungen
Vom Vorwurf der aktiven Teilnahme an Kampfhandlungen sprach ihn die Vorsitzende Richterin Alexandra Skrdla mangels Beweisen frei. Das Gericht akzeptierte die Aussage des Angeklagten, wonach er vom IS lediglich als Rettungswagenfahrer im Kampfgebiet eingesetzt worden sei. N. war als 16-Jähriger im Mai 2014 zum Islam konvertiert und dann Ende August 2015 über die Türkei ins IS-Gebiet nach Syrien gereist.
Gefängnisstrafe als Signal nach Außen
Dass der nicht vorbestrafte Teenager ins Gefängnis muss, begründete die Richterin so: "Vor allem Jugendliche wie Sie sind anfällig für solche Ideologien und laufen Gefahr, dasselbe zu tun wie Sie. Dem muss auf jeden Fall Einhalt geboten werden. Es muss ein Signal nach außen geben, was passiert, wenn man sich auf so etwas einlässt." Zudem sei der Angeklagte immerhin sechs Monate lang beim IS geblieben und kaum wegen veränderter Ansichten, sondern vor allem wegen einer Verletzung nach Österreich zurückgekehrt.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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Junger Österreicher wegen IS-Mitgliedschaft zu Gefängnis verurteilt. beck-aktuell, 16.07.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/190711)



