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Darknet-Plattform mit Todeslisten

Rechtsextremist zu drei Jahren Haft verurteilt

Vergessene Anrechte

Ein rechtsradikaler Informatiker hat eine Darknet-Plattform betrieben, auf der zu Mordanschlägen auf Politikerinnen und Politiker aufgerufen wurde. Nun ist das Urteil gefallen.

Für den Aufruf im Darknet zur Ermordung deutscher Politikerinnen und Politiker, Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat das OLG Düsseldorf einen 50-jährigen Rechtsextremisten aus Dortmund zu drei Jahren Haft verurteilt (Urteil vom 19.06.2026 – III-6 St 2/26).

Er habe die Plattform "Assassination Politics" (Politik der Attentate) geschaffen und betrieben, auf der Politiker-Todeslisten veröffentlicht, Krypto-Kopfgeld für deren Ermordung eingeworben und Anleitungen zu Mordanschlägen und Bombenbau mitgeliefert wurden. Das Bundeskriminalamt hatte die Plattform abgeschaltet. Der Prozess gegen den Dortmunder, der in U-Haft genommen worden war, lief seit Mai.

"Überzeugter Rechtsextremist"

"Der Angeklagte ist überzeugter Rechtsextremist und vorbestraft", sagte der Vorsitzende Richter. Er habe selbst auf der Plattform geschrieben, dass diese der gewaltsamen Einflussnahme auf die Politik diene. Seine Behauptung im Prozess, es habe sich lediglich um eine Provokation der Justiz gehandelt, sei eine "äußerst fernliegende" Schutzbehauptung. Das Gericht sprach den Deutsch-Polen wegen Terrorfinanzierung, Anleitung zum illegalen Waffenbau und Anleitung zu Terroranschlägen schuldig.

Der 50-Jährige hatte fiktive Strafakten erstellt und zu Attentaten etwa auf die Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Angela Merkel (CDU) aufgerufen. Besucher der Plattform sollten in der Kryptowährung Monero Geld spenden, das an erfolgreiche Attentäter ausgezahlt werden sollte. Die Bundesanwaltschaft hatte für den Angeklagten fünf Jahre Haft gefordert, der Verteidiger Freispruch. Er kündigte Revision an.