Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt
Elon Musk vs. Sam Altman

Klage gegen OpenAI-Chef ist verjährt

ChatGPT auf dem Handy geöffnet, im Hintergrund OpenAI Schriftzug
In der Vergangenheit hatte Musk OpenAI finanziell unterstützt © Timon / Adobe Stock

Elon Musk gründete einst den ChatGPT-Entwickler OpenAI mit - und schied dann im Streit aus. Sein Versuch, die heutige Führung des KI-Vorreiters zu entmachten, schlägt fehl.

Der US-Tech-Milliardär Elon Musk ist mit seiner Klage gegen die Führung des ChatGPT-Entwicklers OpenAI gescheitert. Geschworene in Kalifornien kamen zu dem Schluss, dass Musk erst nach Ablauf der Verjährungsfrist vor Gericht gezogen war. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers urteilte entsprechend.

Musk wollte unter anderem erreichen, dass OpenAI-Chef Sam Altman und Top-Manager Greg Brockman ihre Posten verlieren und die Struktur des KI-Entwicklers geändert wird. Musks Anwalt Marc Toberoff kündigte bereits an, in Berufung gehen zu wollen. "Dieser Krieg ist nicht vorbei", sagte er in einem Interview des Senders CNBC vor dem Gericht.

Späte Klage

Der Tech-Milliardär, ein früher Geldgeber von OpenAI, warf Altman und Brockman vor, sie hätten "eine wohltätige Organisation gestohlen". OpenAI besteht aus einem gemeinnützigen Kern und einer auf Gewinn ausgerichteten Firma, die laut Satzung untergeordnet ist. Der Tech-Milliardär behauptete in seiner im August 2024 eingereichten Klage, er sei von Altman und Brockman hinters Licht geführt worden. Er habe das Geld ausdrücklich für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz in einer Non-Profit-Struktur gespendet, argumentierten Musk und seine Anwälte. Inzwischen stecke der Wert aber größtenteils in der gewinnorientierten Firma - und davon profitierten nun Altman, Brockman und der Großinvestor Microsoft.

Um diesen Vorwurf ging es zentral in dem mehrwöchigen Prozess im kalifornischen Oakland. Am Ende entscheidend war aber der Zeitpunkt von Musks Klage im Jahr 2024. Er hatte die Unterstützung von OpenAI bereits 2020 vollständig eingestellt - und konnte die Geschworenen nicht überzeugen, dass er erst später von dem Verhalten seiner einstigen Mitstreiter erfahren hatte, das er ihnen in der Klage vorwarf. In Kalifornien verjähren solche Vorwürfe nach drei Jahren.

Die Geschworenen hatten in dem Verfahren zwar eigentlich nur eine beratende Rolle. Richterin Gonzalez Rogers hatte aber schon vorab angekündigt, dass sie deren Entscheidung zur Verjährungsfrist folgen werde. Es gebe hinreichende Belege, die die Einschätzung der neunköpfigen Jury stützten, sagte sie. Angesichts der Verjährung äußerten sich die Geschworenen auch gar nicht erst zum Kern von Musks Vorwürfen.

Für OpenAI stand viel auf dem Spiel

Ein Erfolg Musks hätte OpenAI bei der Finanzierung zurückwerfen und damit den Wettbewerb in der boomenden KI-Industrie umkrempeln können. Denn mit rund 700 Millionen Nutzern pro Woche ist ChatGPT ein führender Player, während Musks Konkurrenzsoftware Grok weniger populär ist. Nach Berechnungen des Branchendienstes The Information landen bei OpenAI und dem Rivalen Anthropic aktuell fast 90% der Erlöse der KI-Branche. Anthropic liege dabei leicht vorn.

Musk war in der Anfangszeit ein wichtiger Geldgeber von OpenAI. Insgesamt trug er rund 38 Millionen Dollar zur Finanzierung bei. Bis Mitte 2017 unterstützte er die KI-Entwicklung mit etwa 25 Millionen Dollar an vierteljährlichen Zahlungen und übernahm bis 2020 die Miete im Umfang von gut 12 Millionen Dollar. Ferner gab es vier Fahrzeuge des von ihm geführten Elektroauto-Herstellers Tesla für Top-Mitarbeiter.

OpenAI widersprach den Vorwürfen und betonte, dass der Non-Profit-Kern weiterhin die Kontrolle habe. Ohne eine zusätzliche auf Gewinn ausgerichtete Firma wäre es unmöglich gewesen, die nötigen Milliarden-Investitionen zu heben, argumentiert OpenAI.