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Gestohlener Hochzeitsschmuck

Verona Pooth verliert Streit um ihr "Lebenswerk"

Eine Frau mit langen, braunen Haaren sitzt in einem Raum, hinter ihr steht jemand mit einem schwarzen Talar. Die Frau hält ein Schriftstück in den Händen.
Da werden Sie nicht geholfen. © dpa | Federico Gambarini

Bei einem Streit vor dem LG Düsseldorf ging es um Verona Pooths "Lebenswerk" und einen sechsstelligen Betrag: Fast viereinhalb Jahre nach dem spektakulären Diebstahl ihres Schmucks hat die Moderatorin ("Da werden Sie geholfen") im Kampf um höheren Schadenersatz eine Niederlage erlitten.

Das LG Düsseldorf hat die Klage der Eheleute Verona und Franjo Pooth (Az: 9a O 382/24) gegen einen Versicherungsmakler abgewiesen. Sie können aber binnen eines Monats Berufung beim OLG Düsseldorf einlegen. Die Pooths waren bei der Verkündung nicht anwesend.

Der Einbruch in die Villa der TV-Moderatorin von Heiligabend 2021 ist bisher unaufgeklärt. Die Ermittlungsbehörden teilten im Juli 2022 mit, dass die Täter nicht identifiziert und die Ermittlungen eingestellt wurden. Von der Beute - darunter laut Pooth ihr Hochzeitsschmuck - fehlte jede Spur. Die Pooths hatten den Einbruch in die Villa im Düsseldorfer Vorort Meerbusch selbst publik gemacht.

Verona und Franjo Pooth hatten der Maklerfirma Pflichtverletzungen vorgeworfen. Erst nach dem Diebstahl des Schmucks aus ihrer Villa in Meerbusch bei Düsseldorf habe sich herausgestellt, dass sie unterversichert gewesen seien, hatte Verona Pooth in der Verhandlung im März erklärt.

Laut Gericht wurde die Versicherungssumme 2020 auf gut 1 Million Euro aufgestockt, wovon 650.000 Euro auf Basis einer Liste auf Wertsachen entfielen. Nach dem Einbruch an Heiligabend 2021 habe die Versicherung zunächst 650.000 Euro für Wertgegenstände und 5.000 Euro für Bargeld angekündigt und schließlich insgesamt aber 975.000 Euro gezahlt.

Schmuck soll über 1 Million Euro wert sein

Nach Ansicht der Eheleute Pooth sei die von der Maklerfirma geführte Liste der Schmuckgegenstände nicht vollständig gewesen, führte das Gericht weiter aus. Deren Gesamtwert solle sich vielmehr auf mehr als 1,3 Millionen Euro belaufen.

Die Pooths werfen nach Gerichtsangaben der Maklerfirma vor, dass die Werte unzutreffend erfasst worden seien. Mit der Klage der Eheleute seien 675.527 Euro gefordert worden. Die Klageabweisung begründete das LG unter anderem damit, dass der Liste der Schmuckstücke nicht früher widersprochen worden sei. Die Maklerfirma hatte die Vorwürfe zuvor zurückgewiesen.

Vergleichsvorschlag vom Tisch

Das LG hatte beim Verhandlungstermin im März eine gütliche Einigung angeregt. Der Vergleichsvorschlag sah laut Gericht ein Drittel des geforderten Schadenersatzes vor. Diesem Vorschlag stimmten der Makler nicht zu. Nur die Eheleute Pooth wollten den Einigungsvorschlag laut Gericht annehmen.

"Ich habe über fünfundzwanzig Jahre mein ganzes Geld in Schmuck investiert. Das war mein Lebenswerk", hatte Verona Pooth im März der "Bild"-Zeitung gesagt. Nach der Verhandlung im März sprach sie von einem sehr belastenden Thema, das sie immer noch mit sich rumtragen müsse. Nur ein Teil des Schadens sei aus ihrer Sicht reguliert worden, ein erheblicher Betrag offen.