Direkt zum Inhalt
Direkt zum Inhalt
Nach KI-Angriffen

Druck auf OpenAI und Anthropic wächst

Handy-Display mit ChatGPT und Claude-App
Vermehrte KI-Attacken bereiten Experten aktuell Sorgen. © prima91 / Adobe Stock

Unkontrollierte Attacken von Künstlicher Intelligenz bereiten Experten Sorgen. Die Vorfälle könnten für manchen Tech-Riesen Konsequenzen haben. Die EU-Kommission warnt, mahnt und hat Fragen.

Nach mehreren Cyberangriffen durch außer Kontrolle geratene KI-Systeme hat die Europäische Kommission Auskünfte von ChatGPT-Entwickler OpenAI und Claude-Entwickler Anthropic verlangt. Das sagte die EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview des Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom (enr). Auch mehrere chinesische Firmen wurden demnach verbindlich aufgefordert, weitere Informationen zu teilen.

Zuvor hatte die EU-Kommission zwar bestätigt, Auskunftsersuchen an mehr als 30 KI-Firmen gesendet zu haben, aber keine konkreten Unternehmen genannt. Neben Bedenken wegen möglicher Urheberrechtsverletzungen geht es dabei auch um Sicherheitsrisiken. Eigenständige Hacking-Attacken durch KI-Modelle hatten die Sorgen um Gefahren Künstlicher Intelligenz zuletzt hochkochen lassen.

EU-Digitalchefin warnt vor Terroristen mit KI-Modellen

Sowohl OpenAI als auch Anthropic hatten einräumen müssen, dass ihre Software in Testläufen ungeplant andere Unternehmen angegriffen hatte. Einige Branchenvertreter selbst warnten, man könne nicht ganz ausschließen, dass KI in der Zukunft die Menschheit auslösche.

EU-Digitalchefin Virkkunen sagte nun, solche Aussagen könnten Teil des Marketings sein. "Aber wenn ein Unternehmen sagt, dass sein System sehr gefährlich ist, sollte es dieses meiner Meinung nach natürlich nicht auf den Markt bringen."

Der weltweite Wettbewerb sei hart, und einige Unternehmen stünden unter Druck. Es bestehe eindeutig die Gefahr, dass diese Unternehmen Produkte auf den Markt brächten, die sie nicht ausreichend getestet hätten, sagte die finnische Politikerin. "Derzeit konzentrieren sich die Risiken hauptsächlich auf den Bereich der Cybersicherheit", sagte Virkkunen.

Sie warnte jedoch vor schwerwiegenderen Risiken in der Zukunft, etwa die Möglichkeit, dass hochleistungsfähige KI-Modelle zur Entwicklung biologischer Waffen eingesetzt werden oder in die Hände von Terroristen gelangen könnten.

Jetzt auch per WhatsApp immer auf dem Laufenden bleiben
In eigener Sache

Jetzt auch per WhatsApp immer auf dem Laufenden bleiben

Aktuelle Urteile, Gesetzgebung und wichtige Rechtsdebatten direkt aufs Smartphone: Mit dem neuen WhatsApp-Kanal von beck-aktuell verpassen Sie keine wichtige Entwicklung mehr.

Brüsseler Behörde kontrolliert große Modelle

Das KI-Amt der EU-Kommission in Brüssel prüft seit August, ob große Modelle ausreichend kontrolliert werden und keine Cyberangriffe auf eigene Faust ausführen. Die Tech-Konzerne müssen entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen und etwaige Zwischenfälle sofort der EU melden.

Bei Verstößen gegen das KI-Gesetz drohen empfindliche Strafen. Wenn etwa Sicherheitsvorkehrungen mangelhaft sind, können bis zu 15 Millionen Euro oder 3% des weltweiten Jahresumsatzes fällig werden – abhängig davon, welcher Betrag höher ist.