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Bank-Kundendaten an Frankreichs Behörden

Fünf Jahre Haft für Whistleblower

Rechtspartnerschaften in Zeiten des Krieges

In der sogenannten "Swissleaks"-Affäre um an Behörden weitergegebene Kundendaten der HSBC Private Bank in Genf ist ein ehemaliger HSBC-Mitarbeiter in Abwesenheit zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Das Urteil des Schweizer Bundesstrafgerichts in Bellinzona erging am 27.11.2015 wegen Wirtschaftsspionage. Von weiteren Vorwürfen, darunter Verletzung des Geschäftsgeheimnisses, wurde der 43-Jährige freigesprochen.

Aufgrund Kundendaten Ermittlungen gegen viele Prominente

Der frühere Mitarbeiter der HSBC Private Bank, einer Tochter der britischen HSBC, hatte Tausende von Kundendaten den Behörden in Frankreich zugespielt. Die Bank hatte von Diebstahl gesprochen und den Verlust der Daten von bis zu 24.000 Kunden eingeräumt. Der Prozess war von der Frage bestimmt, ob der Mann ein ehrenhafter "Whistleblower" (Hinweisgeber) oder ein gewissenloser Datendieb sei. Auf Grundlage seiner Daten waren weltweit viele Prominente als mögliche Steuersünder in den Fokus der Ermittler geraten.

Bereicherung des Angeklagten ungeklärt

Es konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass für die Übergabe von gestohlenen Kundendaten auch Geld geflossen ist. Der 43-jährige Franzose, der auch die italienische Staatsbürgerschaft hat, war nicht zur Verhandlung erschienen. In Frankreich und Italien kann er sich frei bewegen.