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AG Hamburg

Gefängnisstrafe für 87-jährige Holocaust-Leugnerin

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Das Internationale Auschwitz-Komitee hat das Urteil gegen eine 87-jährige Holocaust-Leugnerin begrüßt. Die in rechtsextremen Kreisen populäre Ursula Haverbeck war am 12.11.2015 vom Hamburger Amtsgericht wegen Volksverhetzung in zwei Fällen zu zehn Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden.

Auschwitz als "Arbeitslager" bezeichnet

Haverbeck hatte im April 2015 am Rande des Lüneburger Prozesses gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning vor Journalisten gesagt, das KZ Auschwitz sei kein Vernichtungs-, sondern ein Arbeitslager gewesen. In einem Fernsehinterview des NDR-Magazins "Panorama" verneinte sie zudem, dass es dort Massenvernichtung gab.

Auschwitz-Komitee spricht von deutlichem Warnsignal

"Wenn man sich vor Augen führt, wie viele junge Menschen Ursula Haverbeck über rechtsextreme Netzwerke in den vergangenen Jahrzehnten mit ihren Lügen infiltriert, belogen und zum Hass verführt hat, ist dieses Urteil in seiner Konsequenz und Deutlichkeit mehr als gerechtfertigt", erklärte der Exekutiv-Vizepräsident des Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner, in Berlin. Er fügte hinzu: "Darüber hinaus ist es ein deutliches Warnsignal für all jene, die heute in sozialen Netzwerken zynisch ein neues Auschwitz im Munde führen." Nach Medienberichten will Haverbeck in Berufung gehen, eine Gerichtssprecherin konnte das am 13.11.2015 zunächst nicht bestätigen.