Schüler nach Bedrohung eines Studenten mit Butterflymesser verurteilt

Zitiervorschlag
Schüler nach Bedrohung eines Studenten mit Butterflymesser verurteilt. beck-aktuell, 22.03.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/178776)
Ein 18-jähriger Schüler, der einen Studenten mit einem Butterflymesser bedroht hat, ist wegen Bedrohung und Führens einer verbotenen Waffe zu einer Woche Dauerarrest und zur Teilnahme an einer Suchtberatung über drei Monate verurteilt worden. Dies geht aus einem rechtskräftigem Urteil des Amtsgerichts München vom 07.01.2016 hervor (Az.: 2034 LS 468 Js 218337/15).
Sachverhalt
Der verurteilte Heranwachsende war am 29.09.2015 mit einem Bekannten in der Franzstraße in München-Schwabing unterwegs. Auf dem Bürgersteig vor einem Gasthaus forderte er einen 25-jährigen Studenten, der dort gerade eine Zigarette rauchte, wiederholt auf, ihm eine Zigarette zu geben. Der Student sagte zu ihm: Es kann nicht sein, dass man so nach einer Zigarette fragt! Daraufhin ging der verurteilte Schüler mit seinem Begleiter weiter. Kurze Zeit später kam er mit dem Freund zurück und forderte von dem Studenten erneut Zigaretten. Dieser sagte ihm, dass er keine Zigaretten habe. Daraufhin zog der Schüler ein Butterflymesser aus der rechten Hosentasche und klappte es mit einer Schwingbewegung auf.
Schüler hielt Opfer Messerklinge an den Hals
Es hatte eine Klingenlänge von etwa 10 Zentimetern. Er hielt die Messerspitze circa 5 cm von der Brust des Studenten entfernt, führte dann das Messer an den Hals des Geschädigten und drückte ihn so an das Fenster der Gaststätte. Als Gäste zu Hilfe kamen, ließ der Angreifer von dem Studenten ab und entfernte sich Richtung Münchner Freiheit. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht München war er geständig. Er gab zu, zuvor mit seinem Kumpel getrunken zu haben. Als später die Polizei eine Atemalkoholkontrolle durchführte, hatte er 0,61 mg/l Atemalkoholgehalt.
AG: Vorfall war nur als einmalige situationsbedingte Entgleisung zu bewerten
Das Amtsgericht hat davon abgesehen, eine Jugendstrafe wegen schädlicher Neigungen des Schülers zu verhängen: Der Angeklagte sei bislang noch nicht erheblich strafrechtlich in Erscheinung getreten. Der hiesige Vorfall könne noch als einmalige, situationsbedingte - wenn auch massive - Entgleisung aufgefasst werden. Eine erhebliche kriminelle Neigung, die eine längere Gesamterziehung des Angeklagten in Form einer Jugendstrafe oder jedenfalls einer damit einhergehenden Bewährungsüberwachung erforderlich macht, könne zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht angenommen werden.
Entschuldigung des Täters strafmildernd berücksichtigt
Berücksichtigt hat das Gericht bei der Höhe der Strafe, dass sich der Schüler schriftlich und mündlich bei dem Studenten entschuldigt hat. Um dem Angeklagten sein Fehlverhalten eindringlich zu Bewusstsein zu bringen und ihn dafür zu sensibilisieren, dass körperliche Gewalt spürbare Konsequenzen, insbesondere einen einschneidenden Freiheitsentzug nach sich ziehen kann, hat es gegen ihn einen einwöchigen Dauerarrest verhängt. Daneben soll die Teilnahme an dem Suchtprojekt ihm ermöglichen, sein Alkoholkonsumverhalten und dessen Zusammenhang mit Aggression und Gewalttätigkeit zu überdenken.
- Redaktion beck-aktuell
- AG München
- Urteil vom 07.01.2016
- 2034 LS 468 Js 218337/15
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Schüler nach Bedrohung eines Studenten mit Butterflymesser verurteilt. beck-aktuell, 22.03.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/178776)



