14 Jahre Haft für Attentat auf heutige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker

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14 Jahre Haft für Attentat auf heutige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. beck-aktuell, 01.07.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/173731)
Einen Tag vor ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin wurde Henriette Reker am 17.10.2016 von einem Attentäter beinahe umgebracht. Der Messerstecher habe mit der Bluttat ein Zeichen setzen wollen, erläuterte die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza vom Düsseldorfer Oberlandesgericht. Ihre Kammer verhängte am 01.07.2016 wegen der Tat eine Haftstrafe von 14 Jahren. Das Gericht sprach den 45-jährigen Attentäter am 01.07.2016 wegen versuchten Mordes schuldig. "Er wollte ein Signal gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung setzen, ein Klima der Angst schaffen und die Politik beeinflussen", sagte die Vorsitzende Richterin.
Luftröhre fast vollständig durchtrennt
Attentäter Frank S. hatte Reker ein großes Jagdmesser in den Hals gerammt. Die 59-Jährige schwebte in akuter Lebensgefahr und lag mehrere Tage im künstlichen Koma. Die Klinge hatte ihre Luftröhre fast vollständig durchtrennt und einen Brustwirbel getroffen. Die Bundesanwaltschaft hatte lebenslange Haft, der Verteidiger maximal 15 Jahre gefordert. Bei der Verlesung des Urteils schüttelte Frank S. auf der Anklagebank kurz den Kopf. Er hatte in den 1990er Jahren in Bonn der rechten Szene angehört und wegen einer Reihe überwiegend rechtsradikal motivierter Gewalttaten bereits drei Jahre im Gefängnis gesessen. Er hatte auch an Neonazi-Aufmärschen für Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß teilgenommen.
"Extremes und brutales Zeichen" gegen Flüchtlingspolitik der Bundesregierung
Im Prozess hatte Frank S. das Attentat gestanden, er sagte aber auch, er habe Reker nicht töten wollen. Er habe sie, der er eine "linksradikale Esoterik-Politik" vorwarf, lediglich als Oberbürgermeisterin verhindern wollen. Die parteilose Reker war im Wahlkampf von CDU, FDP und Grünen unterstützt worden. "Er hielt die Bundesregierung nicht für berechtigt, Flüchtlinge ins Land zu lassen", sagte Richterin Havliza. "Seiner Meinung nach beging die Bundesregierung Hochverrat. Er wollte dagegen ein extremes und brutales Zeichen setzen."
Volle Schuldfähigkeit attestiert
Einem Polizisten zufolge hatte Frank S. auch ein Attentat auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwogen, aber keine Chance gesehen, an sie heranzukommen. Neben Reker waren in Köln noch vier weitere Menschen durch Messerstiche verletzt worden. Der psychiatrische Gutachter Prof. Norbert Leygraf hatte dem Angeklagten eine paranoid-narzisstische Persönlichkeitsstörung attestiert. Er sei dennoch voll schuldfähig.
- Redaktion beck-aktuell
- dpa
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14 Jahre Haft für Attentat auf heutige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. beck-aktuell, 01.07.2016 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/173731)


