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Ernährungsminister

"Intelligente Verpackungen“ könnten Haltbarkeitsdatum überflüssig machen

Revitalisierte VwGO

Im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung macht sich Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU)  für eine rasche Abschaffung des Haltbarkeitsdatums auf Verpackungen stark. Er gehe davon aus, dass in wenigen Monaten der Entwurf einer entsprechenden EU-Richtlinie vorliege, sagte der Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schmidt mahnte an, neue Wege zu gehen. Die Zukunft gehöre "der intelligenten Verpackung".

Verfallsdatum: Hersteller bauen zu große Sicherheitspuffer ein

Brüssel will die EU-Mitgliedstaaten dazu verpflichten, die Zahl der Lebensmittelabfälle bis 2025 um 30% zu verringern. Die meisten Produkte seien erheblich länger verwendbar als auf den Verpackungen stehe, monierte Schmidt. "Wir werfen massenweise gute Lebensmittel weg, weil die Hersteller zu große Sicherheitspuffer eingebaut haben.“ Bis zum Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) sollte ein Produkt normalerweise in Top-Zustand sein - also seinen vollen Geschmack behalten oder nicht matschig werden. Das setzt sachgemäße Aufbewahrung und eine intakte Verpackung voraus. Vor allem langlebige Lebensmittel wie Reis, Nudeln oder Tee könnten aber auch weit über das MHD hinaus ohne Bedenken genießbar bleiben.

"Intelligente Verpackung" zukunftsträchtig

Schmidt mahnte an, neue Wege zu gehen. Die Zukunft gehöre "der intelligenten Verpackung“. In Joghurtbecher etwa ließen sich elektronische Chips einbauen, die ermittelten, wie sich das Produkt von Tag zu Tag verändere. "Eine Farbskala von Grün bis Rot zeigt an, wie es um die Verzehrbarkeit steht“, erläuterte der Minister. "Jeder kann dann selbst entscheiden, bis zu welchem Grad er das Nahrungsmittel noch verwenden will.“

Studie: Millionen Tonnen von Lebensmitteln landen jährlich im Müll

Laut einer 2012 vorgestellten Studie für sein Ministerium landen in Deutschland jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Davon stammen 6,7 Millionen Tonnen von Privathaushalten. Europaweit spricht die EU-Kommission gar von 100 Millionen Tonnen - dies entspreche einem Drittel der Nahrung für den menschlichen Gebrauch.

In Frankreich gilt Wegwerf-Verbot

In Frankreich müssen Händler nach einem Anfang Februar beschlossenen Gesetz unverkaufte Nahrungsmittel spenden, verarbeiten, als Tierfutter verwenden oder kompostieren. Die Bundesregierung plant ein solches Wegwerf-Verbot nicht, wie das Ernährungsministerium bereits mitgeteilt hatte.