EU-Kommission schlägt zentrales Clearing für Zinsderivate vor

Zitiervorschlag
EU-Kommission schlägt zentrales Clearing für Zinsderivate vor. beck-aktuell, 07.08.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/189546)
Mit der Pflicht für ein zentrales Clearing bestimmter Zinsderivate will die Europäische Kommission für mehr Finanzstabilität und Transparenz sorgen. Nach der am 06.08.2015 beschlossenen Neuregelung müssten bestimmte außerbörslich gehandelte ("OTC"-) Zinsderivatekontrakte künftig über eine zentrale Gegenpartei abgerechnet werden. Die Pflicht zum zentralen Clearing ist wesentlicher Bestandteil der in Reaktion auf die Finanzkrise getroffenen Maßnahmen. Mit ihrer Einführung werde die Zusage der Staats- und Regierungschefs vom G20-Gipfel 2009 in Pittsburgh eingelöst, die Transparenz zu erhöhen und die Risiken zu verringern, heißt es in einer Mitteilung der Kommission.
Erster Rechtsakt dieser Art zur Umsetzung der Clearingpflicht
Der Beschluss bestehe in einer delegierten Verordnung — dem ersten Rechtsakt dieser Art zur Umsetzung der Clearingpflicht im Rahmen der Verordnung über europäische Marktinfrastrukturen ("EMIR"), berichtet die Kommission weiter. Die delegierte Verordnung erstrecke sich auf Zinsswaps in Euro, Pfund Sterling, Yen und US-Dollar, die bestimmte Merkmale aufweisen, beispielsweise einen bestimmten Bezugsindex, eine bestimmte Laufzeit oder einen bestimmten Nennwert (Nominalwert, auf dessen Grundlage die für das Derivat geleisteten Zahlungen berechnet werden).
Schrittweise Umsetzung innerhalb von drei Jahren geplant
Jüngsten Statistiken zufolge bilden Zinsderivate das größte Segment der OTC-Derivatemärkte und machten im Dezember 2014 rund 80% aller Derivate weltweit aus. Im April 2013 belief sich der tägliche Umsatz an OTC-Zinsderivatekontrakten in G4-Währungen EU-weit auf über 1,5 Billionen Euro. Die Clearingpflicht soll vorbehaltlich der Prüfung durch das Europäische Parlament und des Rates in Kraft treten und über einen Zeitraum von drei Jahren schrittweise eingeführt werden, damit kleinere Marktteilnehmer mehr Zeit für die Umsetzung der Anforderungen haben.
- Redaktion beck-aktuell
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EU-Kommission schlägt zentrales Clearing für Zinsderivate vor. beck-aktuell, 07.08.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/189546)



