Transparentere Preise und familienfreundlicher

Zitiervorschlag
Transparentere Preise und familienfreundlicher. beck-aktuell, 07.07.2026 (abgerufen am: 07.07.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/201466)
Die EU will Fluggastrechte weiter stärken: Automatische Erstattungen, mehr Preistransparenz und kostenlose Sitzplätze für Familien und Menschen mit Behinderungen sollen kommen, Entschädigungsansprüche bei Verspätungen und Annullierungen bleiben bestehen.
Am Dienstag bestätigten die Abgeordneten des Europaparlaments die mit dem Rat im Vermittlungsausschuss vereinbarten Änderungen der Vorschriften über Fluggastrechte mit 646 zu 12 Stimmen und drei Enthaltungen. Die 2004 in Kraft getretenen Vorschriften sollen Fluggäste vor den Folgen von Reisestörungen schützen, zum Beispiel bei Nichtbeförderung und verspäteten oder annullierten Flügen.
Die bisher bestehenden Rechte bleiben auf künftig erhalten, so das Parlament: Bei Annullierungen hätten Passagiere weiterhin einen Anspruch auf Erstattung der Kosten für ihre Reise oder eine anderweitige Beförderung, verzögere sich ein Flug um mehr als 3 Stunden, bestehe weiterhin ein Anspruch auf Entschädigung. Auch die Höhe der Entschädigungen ändere sich nicht und orientiere sich nach wie vor an der Flugentfernung. Kein Anspruch bestehe weiterhin, wenn die Airline keinen Einfluss auf die Annullierung oder Verspätung habe, etwa bei Naturkatastrophen, Kriegen oder Streiks.
Schnellere und einfachere Entschädigungen
Neu sei ein vereinfachtes Verfahren für Erstattungen und Entschädigungen. Entschieden sich Fluggäste statt für eine Umbuchung für eine Erstattung, erhielten sie diese jetzt automatisch. In Zukunft gehöre es außerdem zu den Pflichten der Luftfahrtunternehmen, ihren Fluggästen Informationen darüber zukommen zu lassen, wie sie die Entschädigung erhalten können. Ein solcher Antrag müsse künftig innerhalb von neun Monaten gestellt werden, wohingegen die Fluggesellschaften dann 30 Tage Zeit hätten, um zu reagieren. Wenn aufgrund besonderer Umstände keine Ausgleichszahlungen gewährt würden, müssten Fluggesellschaften ihre Kundinnen und Kunden selbst auf das Beschwerdeverfahren aufmerksam machen.
Mit den neuen Regelungen dürften Fluggesellschaften außerdem keine zusätzlichen Gebühren mehr dafür verlangen, dass Fluggäste einen persönlichen Gegenstand mit an Bord nehmen dürfen, erklärt das Europaparlament weiter. Und Fluggesellschaften, Vermittler sowie Anbieter von Suchportalen müssten den Preis für einen Flug inklusive der Mitnahme von Handgepäck stets schon zu Beginn des Such- und Buchvorgangs anzeigen. Die Preise sollen so transparenter und besser vergleichbar werden.
Auch zusätzliche Gebühren für die Änderung von Rechtschreibfehlern im Namen von Fluggästen oder die Ausstellung einer gedruckten Bordkarte seien nicht mehr erlaubt. Fluggesellschaften dürften Gästen auch nicht den Zugang zum Flugzeug verwehren, wenn diese nur eine gedruckte Version einer digital ausgestellten Bordkarte verwendeten.
Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit
Auch für Fluggäste mit körperlichen Einschränkungen gebe es Neuerungen, so das Parlament weiter. Wenn körperlich eingeschränkte Fluggäste ihren Flug nicht pünktlich erreichten, weil das Flughafenpersonal ihnen nicht geholfen habe, müsse das Luftfahrtunternehmen eine Entschädigung oder eine anderweitige Beförderung und Unterstützung anbieten. Kinder unter 14 Jahren, Menschen mit Behinderungen und Schwangere sollten künftig einen Anspruch auf benachbarte Sitzplätze mit ihren Begleitpersonen haben – ohne einen Aufpreis zahlen zu müssen.
Die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Verkehr und Tourismus, Virginijus Sinkevičius, zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen. "Wir haben gute Nachrichten für alle Flugreisenden." Man habe sich dafür eingesetzt, dass Fluggäste ihre bisherigen Rechte behalten. Gleichzeitig gewähre man nun einen besseren Schutz für Familien, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und andere, die diesen am dringendsten benötigen.
- Redaktion beck-aktuell, kw
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Transparentere Preise und familienfreundlicher. beck-aktuell, 07.07.2026 (abgerufen am: 07.07.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/201466)



