Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert neues EU-Label für Heizungen

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Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert neues EU-Label für Heizungen. beck-aktuell, 14.09.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/188096)
Ab 26.09.2015 ist für zahlreiche neue Heizungsanlagen sowie Warmwasserbereiter und -speicher das Ausweisen des EU-Energieeffizienzlabels verpflichtend. Doch laut Verbraucherzentrale Hamburg bietet das neue Label Verbrauchern kaum Orientierungshilfe.
Kritik: Untere Effizienzklassen bleiben leer
Das Etikett solle Auskunft darüber geben, wie energieeffizient eine Heizungsanlage und ihre Komponenten sind. Es ordne mit Gas, Öl oder Strom betriebene Wärmeerzeuger, einschließlich Wärmepumpen, den herkömmlichen Effizienzklassen A++ bei sehr guter bis G bei mangelnder Effizienz zu. "Neugeräte werden allerdings komplett im gelben und grünen Bereich abgebildet und die unteren Effizienzklassen von C bis G bleiben gänzlich leer", kritisiert Michael Hell, Energieexperte der Verbraucherzentrale Hamburg.
Label für Einschätzung einzelnen Geräts nicht aussagekräftig
Das Label bleibe dadurch hinter seinen Möglichkeiten zurück und helfe nicht bei der Einschätzung eines einzelnen Geräts, sondern allenfalls bei der Entscheidung für eine bestimmte Technologie. So erhalten laut Hell sämtliche Öl- und Gas-Brennwertkessel die Einstufung in Klasse A, während Wärmepumpen generell in den Bereich A+ oder A++ fallen – auch dann, wenn sie beispielsweise in einem ungedämmten Gebäude höhere Betriebs- und Investitionskosten verursachen als andere Heizungsanlagen. "Wir finden es grundsätzlich gut, dass das Label die erneuerbaren Energien nach vorne bringen soll, doch wenn eine Wärmepumpe trotz schlechter Jahresarbeitszahl mit der besten Note A++ bewertet wird, nützt das Label Verbrauchern, die ihre Heizung erneuern möchten, reichlich wenig", meint Hell.
Label kann persönliche Beratung nicht ersetzen
Ergänzende Angaben, die die Entscheidung für oder gegen einen Wärmeerzeuger vereinfachen könnten, gebe es – anders als bei Elektrogeräten – nicht, so die Verbraucherschützer weiter. Auch dem Umstand, dass die Effizienz eines Heizungssystems nicht nur vom Gerät, sondern ebenso von dessen Einbauweise und Nutzung abhängig ist, werde mit dem Label nicht Rechnung getragen. "Eine persönliche Beratung, welche Heizung in der speziellen Wohnsituation sinnvoll ist, kann deshalb durch das neue Effizienzlabel nicht ersetzt werden", resümiert Hell.
- Redaktion beck-aktuell
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Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert neues EU-Label für Heizungen. beck-aktuell, 14.09.2015 (abgerufen am: 13.05.2026 von https://www.beck-aktuell.de/node/188096)



